Heute ist mir endlich eine Erwiederung auf die unglaublich
dämliche Frage meiner Chefin eingefallen. Ich hatte auf Arbeit
eben abgewaschen und wir kamen ins Gespräch über Spülmaschinen.
Als ich dann meinte, zu Hause würde ich häufiger mal abspülen,
fragte sie mich, was meine Frau dann eigentlich noch machen würde.

Leider ist mir damals keine Entgegnung für diese Scheissfrage eingefallen.
Heute jedoch, beim Abwaschen, bin ich drauf gekommen was ich ihr
antworten hätte sollen.

Nachdem meine Frau morgens die Kleine gewickelt, angezogen
und gekämmt hat, macht sie die Betten. Alle drei (inzwischen 4).

Dann zieht sie sich eben etwas an und sammelt die Wäsche vom
Vortag zusammen. Meistens reicht es für die erste Maschine Wäsche.
(Jetzt mit Noah erst Recht)

Um 8 Uhr ist das Frühstück dran. Zoe braucht Milch, schöÂn vorgewärmt
und ein Brot mit Butter und Aufstrich, in kleine Stücke zerteilt, ohne
Rand. (Nebenher füttert sie Noah) Zoe macht manchmal einen Aufstand,
was das Frühstück ziemlich in die Länge zerrt. Wenn Zoe fertig ist,
ist das Zähneputzen dran. Das geht fast nie ohne Geschrei. Der Mund
will auch noch abgewischt werden. Nachdem die Küche wieder auf
Vordermann gebracht worden ist, hat sich Zoe bestimmt mindestens
einmal gestossen. Sie braucht Trost und Aufmerksamkeit. Wieder
eine gute Viertelstunde weg.

Die Wäsche ist fertig und muss sortiert werden, ein Teil aufgehängt
und der Rest in den Trockner getan werden.
Nach einer halben Stunde Erholung beim Fernsehen, wobei
die Erholung eher Zoe's Sache ist, weil man darauf achten muss
dass Zoe nicht vom Sofa fällt, ist meine Frau dran mit waschen
und pflegen.

Schliesslich will man nicht die ganze Zeit ungeduscht durch
die Gegend laufen. Während dieser Zeit wuselt Zoe durch die Wohnung
und fasst mindestens einmal an einen Gegenstand der für sie eigentlich
Tabu ist. zB. den Mülleimer. Weil wir keine AKinder haben wollen, muss
meine Liebste "Nein" sagen. Das endet wieder in einem kleinen Trotzanfall.

Langsam wird es Zeit für das Mittagessen. Es ist jetzt halb 11.
Kochen mit Kind kann schöÂn sein. Zoe räumt die Küchenschränke leer.
Nach dem Mittagessen, das manchmal ohne Wutanfälle abläuft, müssen
wieder die Zähne geputzt werden. Alte Leier. Danach geht Zoe ins
Bett und macht Mittagsschlaf. Es ist jetzt halb 12. Jetzt kann endlich
ein bisschen entspannt werden, natürlich erst nachdem die Wäsche aus
dem Trockner zusammengelegt ist und der Abwasch gemacht und die
Küche wieder auf Vordermann gebracht wurde.

Es zeichnet sich ein Muster ab, oder?

Um das ganze ein wenig abzukürzen, der Alltag einer "Hausfrau" und "Mutter"
ist vollgepackt mit tollen Sachen und jeder Menge Schmutzwäsche. Nebenher
noch einen Blick darauf zu haben, dass sich keines der Kinder umbringt, verletzt
oder anmalt, artet zum Leistungssport aus. Den Kindern bei der ganzen Sache
auch noch eine vernünftige und liebevolle Erziehung angedeihen zu lassen,
das kann man wohl ohne Probleme mit dem härtesten Projektmanagement
vergleichen. Vergessen sie bitte nicht, im Hintergrund müssen auch noch
Finanzen geregelt, organisatorische Dinge beachtet, Krabbelgruppen
besucht, Freundschaften und Beziehung gepflegt und die eigene Seele
irgendwie in Gleichklang gebracht werden. Ach klar .. die Geburtskarten für
unseren Sohn müssen geschrieben werden, MöÂbel für das Kind ausgesucht
und bestellt werden und viele andere Dinge die vielleicht nicht nennenswert
scheinen, aber Zeit und Mühen kosten.

All das wird geleistet ohne ein Gehalt zu kassieren und ohne Chance
auf BeföÂrderung, ständig muss Leistung gebracht werden, ohne Belobigung.

Jetzt vergleichen sie dass mal mit ihrem Arbeitsalltag, mit der Mittagspause,
dem Käffchen zwischendrin, der Zigarettenpause und dem Feierabend, denn
Mütter nicht haben.

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