Headhuntermail

Ein Entwurf für einen Blogpost von 2010 den ich in meinen Emails fand.

Er trifft auch 2020 noch immer zu. Traurig.

Damals war ich gerade zwei Monate bei BörseGo.

Der Headhunter schrieb:
„Sehr geehrter Herr Hitze,

ich bin Personalberater und auf Ihr Profil aufmerksam geworden.
Unser Mandant ist ein profitables E-Commerce Unternehmen in München mit starker Wachstumskurve nach oben. Das Unternehmen verkauft „echte“ Güter und erreicht an Spitzentagen gut 10.000 Bestellungen. Das Unternehmen entwickelt sich schnell und sucht einen sehr guten Webentwickler, um neue Applikationen im Bereich Frontend …“

Dann wieder die üblichen Verdächtigen:

  • dynamisches junges hochmotiviertes Team (aus alten Grantlern die seit Jahren das gleiche machen auf die gleiche Weise und das für die Butter mit dünn Brot.)
  • Zeit auf Konferenzen zu gehen
  • und für Eigententwicklungen

Grantlig sind die alten Entwickler weil es mal 50 Bestellungen waren, jetzt aber 10000 Bestellungen sind am Tag und unser Hausgebackenes System damit einfach nicht klar kommt, aber auch keiner Zeit/Geld bekommt um das Kernsystem zu überarbeiten, bzw. eigentlich in der Leitung auch keiner weiß was er eigentlich genau haben will)

Das klingt negativer als es gemeint ist, ist aber, und lügt euch nicht in die eigene Tasche liebe Entwickler, zu großen Teilen die Wahrheit.

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„Hallo Herr Headhunter

Ja mein Profil ist furchtbar interessant, nein ich habe keinen Bedarf. Vielen Dank. (was man gesehen hätte wenn man mal geschaut hätte wie lange ich erst für die BörseGo AG arbeite, ab davon fühl ich mich hier wohl wie nie, aber anyway)

Wenn Sie Interesse haben in der PHP UG München für Ihre Stelle zu werben können wir darüber gerne verhandeln und ich biete Ihnen die Möglichkeit Ihr Stellenangebot für Entwickler interessanter zu gestalten. Mein Beratungshonorar in diesem Falle bestünde in einem Sponsoring einer von mir gewählten Veranstaltung zum Thema WebEntwicklung in Q2 2011.

Gruss
Nils Hitze“

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Reaktion auf meine Mail:
„ja, sorry, kein Problem, ich werde Sie bestimmt nicht wieder kontaktieren.

Viele Grüße,
der angenervte Headhunter“

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Finde ich meine Reaktion frech? Ja, ein wenig.
Finde ich seine Reaktion unverschämt? Oja, allerdings.

Ich biete ihm die Chance seine Anschreiben zu optimieren, so dass Leute gleich darauf anspringen, übrigens etwas das ich generell als Antwort auf jede Headhuntermail schreibe, und er ist pissed. WTF?

Mir geht’s in erster Linie darum das ich auf 0815-Headhunteranschreiben einfach keine Lust mehr habe. Und das es eben auch anders geht