Uffz. Again? And again and again

AhhhhhhhhhhhhhhhAhhhAhAaahhhh

Oder so in der Art.

Ich mein: Jeez, hört der Scheiss jemals wieder auf?

Immerhin haben wir es bis zu den Osterferien geschafft. Juhu?

Letzte Woche waren die Kids zu Hause, persönliche Notbremse und Erkältungssymptome.

Hab jetzt den Begriff Pandemüde gehört, der trifft es zum großen Teil aber eben nicht nur.

Es ist eine viel tief sitzendere Ausgelaugtheit, die sicher damit zu tun hat, dass es eben nicht die Normalität ist wenn die Kinder und der Partner seit 12+ Monaten jeden Tag da anwesend sind.

Und immer immer immer diese scheiss Unsicherheit was nächste Woche ist. Ob „die da oben“ endgültig einknicken vor Wirtschaft und Wahnsinnigen und alles aufmachen. Dann muss man als Vernünftiger nämlich rechtfertigen, an dieser Art sozialem Massenexperiment nicht teilzunehmen.

Wir sind hier noch privilegiert in Dachau – wir sind über der Durchschnittsimpfrate und relativ konsequent mit Masken und Abstand in den Läden. Ich mag mir gar nicht vorstellen wie genau es in Leuten aussieht die Restaurants haben oder im Einzelhandel (Boutiquen, etc) arbeiten. Auch hier wieder Privileg – ich arbeite seit November, nach dem ersten Monat Einarbeitung, wieder voll im Homeoffice. Und es funktioniert so flexibel wie es eben gehen muss mit Calls und man arbeitet sich halt so durch seine Tickets.

Denn neben der Arbeit und den kleinen vier, von denen die zwei Kindergartenkinder seit März letzten Jahres so über den Daumen einen Monat im Kindergarten waren (und einer erst seit August auf der Welt, ja schon klar) wollen hier fünf Schulkinder in Distanz, Wechsel und Präsenzunterricht betreut werden. Von geplanten Einkäufen, Bestellungen und der grundsätzlichen Versorgung einer Großfamilie, wollen wir lieber mal gar nicht erst reden, ja?

Privileg again, ich konnte letztes Jahr mehrere Rechner auftreiben (Danke nochmal Johannes) und jetzt haben drei Kinder einen Windows Rechner für Teams Sessions, Hausaufgaben und mehr (Zocken). Die Große hat zum Geburtstag ein iPad bekommen und der Grundschüler wurstelt eben mit unserem 10 Jahre alten HausMacbook Pro umeinander, mit seinem Call einmal die Woche und bei Hausaufgaben, wenn er eben Distanzunterricht hat.

Nach einer verlängerten „Windows is broke“-Session letzte Woche weiß ich auch wieder zu schätzen, dass ich diesen Scheiss mache seit ich neun Jahre alt bin – also beinahe drei Dekaden Betriebssystem und Computergefriemel.

Anyway – waaaaaahhhhh, ein Jahr+ Pandemie – Zeit für eine Bestandsaufnahme.

Ok, wir sind bis hier gekommen und haben noch kein Covid bekommen. Hurray.

Masken. Masken. Immer wieder Masken

Ich habe mitten in der Pandemie den Job gewechselt (Kinoheld > ECR IT)

Wir haben ein Kind bekommen, unser neuntes, Henry, und er ist gesund und wächst und gedeiht.

Wir waren, dank niedriger Zahlen und dem Ferienhaus der Familie, zwei Mal im Urlaub (traue mich schon gar nicht es zu sagen)

Die große Tochter hat ihren Quali unter den besten 2% des Landkreises abgeschlossen und hat ein exzellentes Halbjahreszeugnis der 10ten Klasse – der Mittlere Schulabschluss und damit die Aufnahme an der Fachoberschule sind also in greifbarer Nähe.

Der große Sohn bereitet sich auf seinen Quali vor – ebenfalls mit exzellentem Halbjahreszeugnis.

Ben und Emil haben jetzt Gitarrenunterricht. Das zehrt zwar an unseren finanziellen Mitteln, gibt beiden aber etwas zum Darauf-freuen und Üben (mal mehr mal weniger, wie es in dem Alter eben so ist)

Zoe hat letztes Jahr mit Geigenunterricht begonnen und zusätzlich geht es nach den Osterferien mit Gesangsunterricht weiter. Hoffen wir dass dies ihren engen Zeitplan mit Schule und MSA Vorbereitung nicht noch enger macht. Es scheint aber Freude zu machen, was ja am Ende am Wichtigsten ist.

Jeanine hat mit dem Backen begonnen – also genauer mit dem Backen von Brot und die Menge an Mehl die hier so verbraucht wird, ist schwindelerregend. Gärkörbe, Tontöpfe, Cuttermesser für Muster im Brot. You name it, we have it. Die Ergebnisse der Lehrreise können sich sehen lassen, finde ich.

Ich selbst habe letztes Jahr, in der Tiefphase der ersten Hilflosigkeit, geholfen mit Maker vs Virus in Deutschland Schutzausrüstung für Mediziner und Pflegepersonal zu verteilen und mich dabei, in Hindsight, ziemlich ausgebrannt. Die Telefonat, die Organisation, alles parallel und bis in die späten Abendstunden, es hat Spuren hinterlassen und ich merke wie schwer es mir noch immer fällt wieder mit Energie und Elan an neue Projekte zu gehen.

Generell ist, Thor sei gedankt, der mentale Status Quo Ok. Ich sage bewusst nur Ok, weil, sind wir mal realistisch, Gut geht es glaube ich den Wenigsten. Die Sorgen schlagen schon lange bis zu den Kindern durch und klar versuchen wir sie zu schützen, aber sie leben nun mal auch nicht im Vakuum. Wie viel gerade den Teenagern verloren geht an gedankenloser jugendlicher Spontanität und Freiheit, die Erfahrungen die ausfallen, all dies wird uns erst in Jahren auffallen. Die Erkenntnis schmerzt eigentlich mit am Meisten.

Weiter im Text, ich braue seit kurzem Bier und habe letztes Jahr mit Met/Wein angefangen. Ein sehr genügsames Hobby wie ich finde und gut um Abends ab und zu mal beim Brauen auszuspannen.

Alles in Allem haben wir „die PandemieTM“ bis hier hin überstanden, überlebt und können uns eigentlich nicht beschweren. Wir haben genug zu Essen, sind gesund, sind bisher nicht direkt betroffen, haben niemanden (an Covid) verloren, haben ein Dach über dem Kopf und Hobbys. Aber so richtig gut, geht es uns nicht.

Fazit

Der Post klingt trotzdem wie ein Jammerpost. Weil es so viele gibt denen es so viel schlechter geht. Aber raus muss es auch irgendwie. Und jetzt ist es raus und in meinem Kopf hab ich trotzdem noch immer ein großes Fragezeichen, wie es weitergeht, ob diese Regierung es irgendwann gebacken bekommt. Let’s hope so