Helikopter…

Hallo Menschlinge und Hundefreunde,

auf Midoggy sind die Menschin und ich auf eine Blogparade zum Thema Helikopterfrauchen und -herrchen gestoßen.

Die Menschin musste mir erstmal erklären, was ein Helikopter ist. Und dann war ich ganz schön erschrocken. Ich möchte nicht, dass die Menschin mit lautem Geratter über meine, Kopf herumfliegt. Die soll mal schön mit ihren Beinen auf dem Boden bleiben. Da kriegt man sonst ja Angst!

Die Menschin konnte mich dann aber beruhigen und hat mir erklärt, dass Helikoptermenschlinge welche sind, die überfürsorglich sind und ständig überwachen, was ihr Hund tut und alles kontrollieren wollen.

Also habe ich mir die Frage gestellt, ob meine Menschin eine Helikoptermenschin ist. Die Antwort ist ein ganz klares und deutliches Jein.

Und nun zur Erklärung.

Meine Menschin ist eine Helikoptermenschin:

Ich darf nicht ohne Leine laufen.

Die Menschin hat ein paar mal probiert mich abzuleinen. Ich freue mich die ersten paar Minuten und tobe herum. Und dann werde ich unsicher. Die Menschin kann mich ja gar nicht beschützen, wenn ich ohne Leine laufe. Überall sind Geräusche und Gerüche die mir Angst machen. Es kommen andere Menschen und andere Hunde und ich bin ganz auf mich alleine gestellt. Wenn die Menschin mich dann ruft, kann ich ihr nicht mehr trauen. Ich muss mich verteidigen und immer genug Abstand halten, damit sie mich nicht erwischen kann. Lieber laufe ich auf die Straße, als das mir ein Mensch oder Hund oder selbst die Menschin zu nahe kommt.

Aber wir üben ganz viel mit der langen Schleppleine und im eingezäunten Hundeplatz mit unserer Trainerin. Die Menschin sagt, dass ich mir keine Sorgen machen muss. Irgendwann werde ich genug Vertrauen in mich selbst und die Menschin haben und dann klappt das auch ohne Leine.

Ich bekomme komisches Futter.

Normales Hundefutter aus dem Supermarkt? Sowas kommt bei uns nicht auf den Tisch. Dabei finde ich das eigentlich ganz lecker. Aber die Menschin achtet genau darauf was ich esse. Sie berechnet den Tagesbedarf, kauft die teuren Reinfleischdosen und setzt genau durchgeplante Kräuter und so Zeug zu. Selbst wenn ich mal Menü bekomme, weil wir irgendwo unterwegs sind, dann nur das teuere Zeug ohne Zucker und mit detaillierter Zutatenliste.

Auch meine Kausnacks müssen genau beschriftet sein. Und am besten 100 % pur. Also 100 % Rindernasenknorpel oder 100% Kamelkopfhaut oder 100% getrocknetes Känguru… ihr versteht was ich meine.

Wegen mir könnte sie mir ja auch einfach was von ihrem Essen mitkochen. Das riecht immer ziemlich gut und schmecken tut auch. Woher ich das weiß? Das erkläre ich euch in der keine Helikoptermenschin Liste.

Die Menschin denkt ständig, dass ich erfriere oder zu hart liege.

Ich bekomme oft neue Betten. Zuletzt hat die Menschin mir ein orthopädisches Hundesofa gekauft. Mit Memoryschaummatratze. Ich weiß zwar nicht woran sich ein Bett erinnern muss, aber bequem ist es schon. Für den Mittelaltermarkt hat sie ausserdem eine Thermo-Memoryschaummatte, einen Kuscheldecke und einen kleinen Stoffhund gekauft. Damit ich nicht friere und mich Nachts im Zelt nicht fürchte… äh… ja klar Menschin. Ich bin ja auch ganz alleine und hilflos, wenn Laura, Carsten, du und Shep neben mir schlafen. Ausserdem habe ich übrigens einen Pelz und mindestens vier Jahre meines Lebens großteils draußen verbracht.

Aber sie meint es ja nur gut. Sie hat mir damals im Auto auf dem Heimweg unter anderem versprochen, dass ich nie wieder frieren muss und dieses Versprechen will sie auf jeden Fall einhalten. Deshalb ja auch der alberne Hundebademantel, von dem ich euch letztes Mal erzählt habe.

Meine Menschin ist keine Helikoptermenschin:

Wenn ich nicht essen will, dann habe ich Pech gehabt.

Manchmal esse ich mein Frühstück nicht, weil ich keinen Hunger habe, weil es komisch riecht, weil der Schütze im dritten Haus des Jupitermondes steht… auf jeden Fall gehen wir dann in die Arbeit und dann muss ich den ganzen Tag hungern, bis zum Abendessen. Es gibt zwar ein paar Leckerchen, wie jeden Tag, aber sonst nix. Die Kolleginnen von der Menschin finden das gemein. Sie sagen, dass die Menschin Notfallfutter für mich in der Arbeit haben sollte. Aber die Menschin ist hart. Sie sagt, dass sie das rumgemäkel nicht unterstützen will. Wenn ich keinen Hunger habe, dann muss ich eben warten, dann habe ich wenigstens richtig Hunger wenn ich Bauchweh habe, ist es eh besser, wenn ich nix esse und wenn es mir nicht schmeckt, dann hab ich halt Pech. Ich finde das ganz schön gemein. Da haben die Kolleginnen von der Menschin schon recht.

Die Menschin weiß nicht immer wo ich bin und was ich mache.

Die Menschin lässt mich manchmal mehrere Stunden alleine Zuhause. Dann weiß sie nicht was ich mache. Ich könnte auf der Menschencouch liegen, die Möbel zerfetzen, mich mit Phoebe durchs Treppenhaus prügeln, wobei wir und beide den Hals brechen… mache ich natürlich nicht. Ich liege auf meiner Couch im Arbeitszimmer oder im Wohnzimmer und nutze die ungestörte Zeit für ein intensives Schläfchen. Wenn ich Hunger bekomme, esse ich meine Kausnacks oder ein bisschen Katzenfutter und lege mich dann wieder hin.

In der Arbeit muss die Menschin manchmal für einige Stunden weg. Dann liege ich in meinem Bett und wenn ich einsam bin besuche ich die Kolleginnen in ihren Büros. Wenn gar keiner da ist, dann lege ich mich gerne in den großen Gruppenraum, weil ich dann durch die Balkontür sehen kann, wenn die Menschin mit dem Auto wieder kommt.

Aber auch wenn die Menschin da ist, mag ich manchmal nicht in meinem Bett liegen. Weil mir zu warm ist, weil es zu laut ist, weil der Saturn im achten Haus des Steinbocks steht… auf jeden Fall gehe ich dann in irgendein anderes Büro und lege mich da hin. Die Menschin guckt dann nie nach was ich mache. Sie verlässt sich darauf, dass ich schon wieder komme, wenn ich sie brauche und das die Kolleginnen bescheid geben, wenn ich störe. Als ob ich irgend Jemanden stören könnte.

Ich bekomme auch ungesunde Sachen.

Die Menschin füttert mich vom Tisch. Kaum ein Essen, von dem ich nicht probieren darf. Der Menschenmann findet das furchtbar und schimpft die Menschin immer wenn er das sieht. Er glaubt, dass ich deswegen irgendwann bestimmt schlimme Verhaltensauffälligkeiten entwickle. Die Menschin macht es aber trotzdem. Cheesburger, Chicken Nuggets, Pizza, Nudelauflauf… ich liebe das Zeug und der Menschin macht es Spaß mir dabei zuzuschauen, wie ich vor Freude tanze, wenn ich sowas bekomme.

Von dem Vater von Sheps Laura bekommen wir ausserdem im Sommer immer Nüsse. Er holt dann extra immer den Nussknacker auf die Terrasse und knackt die für uns. Obwohl die Walnüsse kann der Sheppi selber knacken. Ich aber nicht. Ich mag die gerne geschält. Die Menschlinge tun dann immer so als ob sie nix davon wüssten. Aber manchmal sehe ich sie ums Hauseck lugen und grinsen. Und die Menschin sagt danach immer „Was solls… die Dosis macht das Gift.“ Ich weiß nicht genau was das bedeutet, aber ich finde es okay, solange ich weiter meine Nüsse bekomme.

Deshalb ist die Menschin also ein bisschen Helikopter und ein bisschen nicht.

Viele Grüße,

Eure Tiffi

Die Hundepolizei…

Hallo Menschlinge und Hundefreunde,

letzte Woche war die Hundepolizei bei uns. Die Menschin war vorher ganz schön aufgeregt. Sie hat das ganze Wochenende mit dem lauten Drecksaugemonster alle Hausbewohner terrorisiert. Phoebe und ich haben uns die meiste Zeit im Garten oder in unseren Zimmern (Anmerkung der Menschin: Phoebe im Schlafzimmer und Tiffi im Arbeitszimmer) versteckt. Zwischendurch hat sie mal Pause gemacht und ihr ist Wasser über das Gesicht gelaufen, weil Balu weggegangen ist. Ich weiß nicht wohin er gegangen ist und warum er nicht wieder kommt. Aber die Menschlinge sind furchtbar unglücklich und ich bin auch traurig, weil die Menschlinge so traurig sind. Aber zurück zum Thema.

Am Dienstag war die Menschin so aufgeregt, dass sie ihre Tasche in der Arbeit vergessen hat. Das hat sie aber erst gemerkt, als wir schon den ganzen Weg nach Hause gelaufen waren. Also sind wir mit dem Auto wieder zurück gefahren und haben die Tasche geholt. Da war nämlich der Hausschlüssel drinnen. Mir hat das gar nichts ausgemacht. Ich fahre sehr gerne mit dem Auto. Da kann man toll gucken und muss gar keine Angst haben, weil nix gefährliches zu einem reinkommen kann. Wie ein fahrendes Haus.

Die Menschin war aber ganz schön genervt. Als wir dann nämlich endlich zuhause waren, hatte sie kaum noch Zeit. Sie ist dann wie ein aufgescheuchter Vogel durchs Wohnzimmer gelaufen und hat Sachen auf den Tischen hin und her gerückt. Gerade als sie eine leere Flasche in den Keller bringen wollte, hat es geklingelt. Da hat sie die Flasche schnell in den Holzkorb geworfen um sie zu verstecken.

Ich habe mich erstmal auf meinem Hundebett versteckt und vorsichtig über die Menschencouch geblinzelt um zu sehen, wer da an der Tür war. Eine Frau kam herein. Das musste wohl die Hundepolizistin sein. Die hat sich erstmal ganz schön gewundert, weil ich nicht gebellt habe. Aber warum soll ich denn bellen? Die Menschin war ja da um aufzupassen. Ich belle nur, wenn Jemand reinkommt und ich alleine Zuhause bin. Und auch nur, wenn ich die Menschin oder den Menschenmann nicht gleich am Geräusch erkenne. Manchmal wenn ich fest geschlafen habe zum Beispiel.

Auf jeden Fall haben sich die Menschin und die Hundepolizistin erstmal an den Tisch gesetzt und Tee getrunken. Ich habe auf meinem Bett gelegen und sie beobachtet. Die haben ganz viel geredet und so Papiere bemalt. Und die ganze Zeit ging es um mich.

Schließlich wollte die Hundepolizistin mich dann aber doch mal genauer sehen. Die Menschin hat mich also gerufen und mir angezeigt, dass ich zu der Frau gehen soll. Und weil ich ein braver Hund bin und die Menschin mich niemals zu bösen Menschen schickt bin ich hingegangen. Ganz langsam und vorsichtig natürlich. Die Hundepolizistin war ganz begeistert von mir und zugleich ganz traurig, weil ich so vorsichtig und ängstlich bin. Sie hat mir dann Leberwurstkekse gegeben, die die Menschin ihr hingestellt hatte und das fand ich sehr nett von ihr.

Am Ende war die Hundepolizistin sehr zufrieden mit mir und meinem Zuhause. Sie hat nur festgestellt, dass ich ganz schön doll verwöhnt werde. Aber das stimmt gar nicht. Die Menschin quält mich nämlich schrecklich. Zuletzt hat sie mir einen Hundebademantel gekauft. Wer macht den sowas? Und sie weigert sich mir die Nummer von der Hundepolizistin zu geben, damit ich mich beschweren kann.

Viele Grüße,

Eure Tiffi

Anmerkung der Menschin: Die Hundepolizistin war eigentlich die Platznachkontrolle von Ein Herz für Streuner, die sich versichern wollte, dass es Tiffi bei uns gut geht.

Die große Stille…

Ihr wundert euch vielleicht, warum Tiffi und ich in der letzten Woche gar nichts gepostet haben. Das liegt daran, dass wir uns letzte Woche von unserem geliebten Kater Balu verabschieden mussten.

Es war im Mai 2014. Ich kam wie üblich von der Arbeit. Ich war gerade im Schlafzimmer um Wäsche zu sortieren, als ich ein seltsames Geräusch aus dem Flur unserer damaligen Wohnung hörte. Ich ging nachsehen und fand unseren Kater Balu. Er stand im Flur und miaute auf ganz seltsame Art. Plötzlich rutschten ihm die Pfoten seitlich weg. Er lag nun ganz platt auf dem Boden, hechelte und sabberte. Völlig verängstigt brachte ich ihn in die Tierklinik. Es wurden verschiedene neurologische Tests gemacht, aber ohne Ergebnis. Zugleich wurde Blut abgenommen. Am nächsten Tag stellte sich heraus, dass seine Nierenwerte verändert waren. Und damit begann eine Odysee, mit unzähligen Untersuchungen, Medikamenten, Klinikaufenthalten und regelmäßigen Infusionen. Ich lernte selber subkutane Infusionen zu legen. Kein Aufwand war uns zu groß und keine Behandlung zu teuer. Und Balu lebte weiter, war glücklich und zufrieden, obwohl man uns immer wieder sagte, dass er nicht mehr lange leben würde.

Im Juli 2017 bekam er jedoch einen Blasenstein. Es ging ihm sehr schlecht. Er musste notfallmäßig in die Klinik und über das Wochenende dort bleiben. Und danach konnten wir zusehen, wie er abbaute. Am Anfang ging es sehr langsam. Doch plötzlich nahm er rasend schnell an Gewicht ab. Er zog sich zurück, wollte nicht mehr spielen und nicht mehr kuscheln.

Ich fuhr letzten Mittwoch mit ihm zum Tierarzt. Es wurde Blut abgenommen und er bekam eine Infusion. Aber eigentlich wusste ich, was geschehen würde und auch dem Mann war es klar. Wir mussten unseren Teddybären nur ansehen. Freitag morgen telefonierte ich mit dem Tierarzt. Die Werte waren katastrophal. Es gab keine Hoffnung mehr und jeder weitere Tag wäre eine Qual für Balu.

Am Nachmittag, kurz vor der Öffnungszeit brachte ich Balu zum Tierarzt und er schlief in meinen Armen ein.

Ich werde zu einem anderen Zeitpunkt ausführlicher von Balu und seiner Krankheit erzählen. Im Moment kostet es mich alle Kraft dies wenige zu schreiben. Er fehlt uns so sehr und ich kann in unserem Haus kaum etwas ansehen ohne an ihn zu denken.

Soweit nur dies. Du warst etwas Besonderes. Wir werden dich niemals vergessen. Du hinterlässt eine große Lücken in unserem Leben und in unseren Herzen.

Versäumnisse und Tesafilm…

Manchmal vergesse ich, dass Tiffi ein Angsthund ist, weil sie grundsätzlich einen sehr ruhigen, angenehmen Charakter hat. So kam es in letzter Zeit zu einigen Versäumnissen meinerseits. Ich achtete nicht darauf, dass Tiffi sich zuhause immer öfter auf ihre Couch in meinem Arbeitszimmer zurückzog und das sie seit dem Urlaub den Kontakt zum Mann mied. Dies führte dazu, dass sie wieder große Angst vor ihm aufbaute, die vor unserer einwöchigen Abwesenheit bereits gut geschrumpft war. Das ganze gipfelte darin, dass sie ihn Samstag, als er vor mir nach Hause kam anbellte und anknurrte. Zwar lies sie sich sofort auf ihren Platz verweisen, der Mann war aber verständlicherweise ganz schön erschrocken.

Also darf Tiffi nun nur noch nachts, oder wenn wir nicht da sind in das Arbeitszimmer. Tagsüber muss sie sich mit uns im Wohnzimmer aufhalten. Das ist zwar mühsam, weil unser Haus sehr offen ist und ich sie mehrmals am Tag wieder nach unten holen muss, zeigt aber bereits nach drei Tagen seine Wirkung. Sie bewegt sich wieder sicherer zwischen uns und der Mann kann sie wieder streicheln, ohne dass sie extrem zusammen zuckt. Ebenso hat sie wieder gelernt in unserer Anwesenheit im Wohnzimmer zu essen. Ich habe sie im Sommer sehr oft im Garten gefüttert, weil sie sich darüber immer so freut. Nur ist es eben so, dass die mühsam antrainierten und erarbeiteten Fortschritte bei Tiffi schnell wieder verloren gehen. Sie hat eben 4/5 ihres Lebens als Straßenhund, Kettenhund und Opfer von Quälereien verbracht und nur 1/5 unter ihr wohlgesonnenen Menschen. Die Unsicherheiten sitzen tief und können jederzeit wieder hervorbrechen.

Auch neue Situationen bergen immer wieder Überraschungen. Erst vorhin wollte ich eine Postkarte an meine Urlaubswand kleben. Allerdings löste das Geräusch des Tesafilms bei Tiffi eine Panikattacke vom anderen Stern aus. Ich weiß nicht, was sie mit diesem Geräusch verbindet (vielleicht will ich es auch gar nicht so genau wissen, weil mir das wohl die Tränen in die Augen treiben würde), aber es war so schlimm, dass sie, die noch niemals im Keller war beinahe die Kellertreppe hinuntergesprungen wäre, nur um zu entkommen. (Ihr üblicher Fluchtweg in den ersten Stock war versperrt, weil ich vor der Treppe stand).