Der große Umzug…

Hallo Menschlinge und Hundefreunde,

wir sind umgezogen. Das hat mit dieser DSGVO zu tun, sagt die Menschin. Ich weiß aber nicht genau was das ist. Aber besonders gut schmecken kann das wohl nicht. Es hat die Menschin nämlich ganz schön beschäftigt. Sowohl in ihrer Arbeit, als auch in ihrem Mittelalterverein und eben hier in meinem Tagebuch. Aber zum Glück hat uns der Menschinenbruder geholfen und uns und unserem Blog ein Körbchen, hier bei sich angeboten.

Ein bisschen werden wir noch rumbasteln. Bei der Menschin ist aktuell ganz schön viel los. Die Arbeit macht ihr Stress und familiär ist auch so einiges los. Aber bald wird es wieder ein bisschen ruhiger und dann erzählen wir euch all die vielen Dinge, die wir erlebt haben und all die vielen Ideen und Gedanken, die uns so durch die Köpfe schwirren.

Viele Grüße,
eure Tiffi

Leibnizkeks mit Chester…

Hallo Menschlinge und Hundefreunde,

die Menschin bemüht sich ja sehr, mir auch Abwechslung in meinem Leben zu bieten. Deshalb fahren wir manchmal in den Wald oder an den Fluß oder an andere schöne Orte zum Gassi gehen. Trotzdem haben wir natürlich so unsere Stammstrecken. Mir macht das auch gar nichts aus, schließlich gibt es ja auch dort immer neue Gerüche zu entdecken.

Ausserdem ist es sehr interessant, weil man natürlich auf den Stammstrecken auch immer wieder die gleichen Leute trifft. Unsere Nachbarin Cora, den Schäferhund zum Beispiel, die inzwischen bestimmt über 40 kg wiegt und ihr Frauchen einfach hinter sich herschleift. Ich finde das nicht so schlimm. Ich habe Cora ja schon als Welpe kennen gelernt und wenn sie mir dumm kommt, dann zeig ich ihr meine Zähne und dann geht es wieder. Nur diese Leinenhedderei, die stört mich schon. Ich mag das nämlich gar nicht, wenn die Leinen so unkontroliert um mich rum und zwischen meinen Pfoten durchwursteln.

Oft treffen wir auch Sammy. Das ist so ein kleiner Cocktailspanier oder wie die heißen. Wenn der mit seinem Frauchen unterwegs ist, dann gibt es Stress. Die leint den nämlich nie an und er stürmt dann immer auf mich zu und macht Rabatz. Aber die Menschin blockt ihn immer ab, indem sie mit dem Fuß feste vor ihm aufstampft und NEIN! ruft und dann läuft er weg. Wenn er mit seinem Juniorherrchen unterwegs ist, ist es kein Problem, weil er dann an der Leine ist und der ihn auch schimpft, wenn er bellt. Mit seinem Seniorherrchen ist es noch besser. Da läuft er ohne Leine, ist nur auf sein Herrchen konzentriert und macht keinen Mucks. Wenn er doch mal in meine Richtung schaut, kommt ein leiser Ton von Herrchen und schon läuft er brav weiter.

Dann ist da noch der goldige Zurückbringer. Der läuft immer im Stechschritt neben seinem Herrchen her und schaut nicht links und nicht rechts. Die Menschin und das Herrchen grüßen sich kurz und dann laufen die beiden weiter.

Der braune Jagdhund, mit dem stest korrekt gekleideten Herrchen mit Hut, der würde schon immer gerne gucken kommen. Sein Herrchen leint ihn aber immer gleich an, wenn er uns kommen sieht.

Die Frau mit dem großen Hütehundmädchen auch. Der Hund ist nämlich mal knurrend auf mich losgegangen und das Frauchen dachte, dass sie mich gebissen hat, weil ich so geschrien habe. Hat sie gar nicht. Ich habe mich nur so erschreckt. Aber dem Frauchen war das so peinlich, weil sie ihren Hund so gar nicht kannte und die sowas noch nie gemacht hat. Seitdem leint sie sofort an, wenn sie uns sieht und bittet auch alle anderen Hundebesitzer ihre Hunde anzuleinen, weil ich so Angst habe und das manchmal die Hunde zu aggressivem Dominanzverhalten provoziert. Das hat ihr die Menschin nämlich nach dem Zwischenfall erklärt. Ich finde das auf jeden Fall sehr nett, dass sie das macht.

Und dann sind da noch Chester und sein Herrchen. Chester ist auch ein großer Hütehund. Ein Briard oder so. Chester ist schon 15 Jahre alt. Deshalb bewegt er sich ganz langsam. Das ist aber auch gut so, weil sein Herrchen für einen Menschen auch schon furchtbar alt ist und mit so einem Gestell läuft. Die beiden trotten also ihrer Wege und ab und zu machen sie eine Pause. Dann sitzt Chesters Herrchen auf seiner Gehilfe und Chester sitzt daneben und beide gucken in die Gegend. Wir bleiben dann immer für ein Schwätzchen stehen. Vor Chester habe ich nämlich keine Angst. Wenn er auf mich zuläuft mache ich schnell einen Schritt beiseite und ihm ist dass dann immer zu mühsam mir hinterher zu gehen, also lässt er mich in Ruhe. Chesters Herrchen würde mich sehr gerne streicheln, aber ich habe leider zuviel Angst vor der gruseligen Gehilfe. Oft hält er mir ein Leckerchen hin. Das nehme ich aber natürlich nicht. Ich nehme nie was von Fremden… ausser es lohnt sich… also bei Pizza oder Döner oder so. Die Menschin hat sich aber immer gewundert, warum ich nicht sabbere. Normal sabber ich nämlich immer, wenn mir einer ein Leckerlie hinhält, dass ich mich nicht zu nehmen traue. Letztlich hat sie es dann aber herausgefunden. Chesters Herrchen hat ihr das Leckerlie nämlich mitgegeben, damit ich es Zuhause essen kann. Zuhause hat die Menschin dann festgestellt, dass es ein Keks für Menschen war. Ein Leibnitz-Zootierkeks. Zum Spaß hat sie mir den Keks dann trotzdem gegeben und ich habe ihn unter mein Kopfkissen geschoben. Ist zwar nicht so mein Fall, aber man weiß ja nie, wann mal schlechte Zeiten anbrechen.

Habt ihr auch solche Standardbegegnungen?

Eure Tiffi

Das ist doch schwierig…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

Tiffi und ich besuchen ja nun schon einige Zeit die Junghundegruppe. Da sich in diesem Übergang von der Welpengruppe aber einige dazu entscheiden die Hundeschule zu verlassen, einige wieder kommen, deren Hunde in der Pubertät plötzlich schwierig werden und unsere Trainerinnen gerade ein bisschen umstrukturieren, arbeiten Tiffi und ich in wechselnden Gruppen. Lediglich Tiffi und Foxy der Foxterrier sind stabil in der Freitagsgruppe um 16 Uhr. Die anderen wechseln durch.

Das führt auch dazu, dass jede Woche wieder eine gewisse Verwirrung auftaucht. Man kann sich das so vorstellen. Alle Hunde werden einzeln durch eine mit Cavalettis (sowas wie diese Hindernisse für Springpferde aber in Klein) abgegrenzte Strecke abgerufen und müssen ohne Leine neben ihrem Besitzer zurück zum Platz gehen. Sie machen das mehr oder weniger gut. Die Trainerin korrigiert, lässt die Übung wiederholen bis sie sitzt und fordert alles von Hund und Besitzer.

Dann werden wir aufgerufen und die Trainerin sagt: „Was meinst du, was Tiffi schaffen kann?“ Ich berate mich kurz mit ihr, trete dann neben die abgesteckte Strecke. Ich lasse Tiffi absitzen, gehe zwei Meter zurück, knie mich hin und rufe Tiffi. Sie geht langsam, seitlich auf mich zu, schleift die Leine dabei hinter sich her. Wenn sie an meiner Hand ankommt, seufzt sie erleichtert und wedelt wild. Ich lobe sie, nehme die Leine auf, stehe langsam auf und gehe an unseren Platz zurück. Die Trainerin überschlägt sich fast vor Begeisterung.

Später, beim gemeinsamen Spiel kommen die Fragen. Unschuldige Neugier, was mit meinem Hund nicht stimmt. Wenn ich erzähle, dass wir schon über ein Jahr in die Hundeschule gehen, sind die ersten ganz erschrocken. Die anderen Hunde in der Junghundegruppe sind ja erst knapp ein Jahr alt. Wenn ich erkläre, dass die Trainerin so begeistert ist, wenn Tiffi etwas scheinbar leichtes tut, weil es für uns so schwierig war überhaupt an diesen Punkt zu kommen, kommen die mitleidigen Blicke. Ich bleibe geduldig. Erkläre, warum Tiffi manchmal in einer Übung einfach aufsteht und sich hinter Foxy oder hinter einem Stuhl versteckt und warum ich darauf so völlig gelassen reagiere. Tiffi bekommt manchmal einfach Angst und sucht dann die Sicherheit eines befreundeten Hundes oder eines Verstecks. Das hat nichts mit Entzug des Gehorsams zu tun. Es ist nicht das gleiche, wie wenn einer der Junghunde während der Übung ein bisschen spazieren geht oder einen der anderen zum Spielen auffordert.

Man fragt nach Tiffis Geschichte. Ich erzähle soviel ich eben von ihrer Vergangenheit weiß. Traurige Blicke und dann sagt irgendjemand eine der vielen Variationen von: „Das ist doch Schwierig mit der…“ „Da hast du dir ja eine Aufgabe ausgesucht.“ und ähnliches.

Ja. Manchmal ist es schwierig mit Tiffi. Vor allem am Anfang war es das. Die üblichen Trainingsmethoden bewirkten nur mehr Angst. Leckerli-Suchspiele um den Hundeplatz positiv zu verknüpfen? Tiffi bekam Panik und versuchte durch den Zaun zu brechen. Spiele ohne Leckerli um den Hundeplatz positiv zu verknüpfen? Tiffi versteckte sich im hintersten Eck.

Nur mit ganz kleinen Schritten und ganz individuell ausgedachten Methoden war es möglich. Mit einer großartigen Trainerin, die uns nicht aufgab, sondern eine besondere Herausforderung darin sah sich Übungen auszudenken, die Tiffi auch bewältigen konnte.

Klar wünsche ich mir manchmal einen Hund, zu dem ich mich auf den Boden werfen kann ohne, dass sie erstmal die Flucht ergreift. Einen Hund der ohne Leine laufen kann. Einen Hund, der an schlechten Tagen nicht schreiend umfällt, weil ich beim Anziehen meiner Weste den Arm komisch bewegt habe.

Aber dann sehe ich Tiffi an. Ich sehe die Fortschritte, die sie gemacht hat. Ich sehe, wie sie mir den Kopf auf mein Bein legt. Ich sehe wie sie mit mir rumalbert und spielt. Und dann weiß ich, dass ich den großartigsten Hund der Welt habe und dass wir zusammen alles schaffen können.