Im Leberwurstlabor

Liebe Menschlinge und Hundefreunde,

ich bin es, eure Tiffy. Ich habe mich schon ziemlich lange nicht mehr zu Wort gemeldet, nicht wahr?

Heute will ich euch aber mal was erklären. Ich mache quasi eine witschen… wischen… eine fachhundliche Untersuchung!

Und zwar geht es um etwas, dass die Menschlinge Jacobsonsches Organ nennen. Ich nenne es aber lieber Leberwurstlabor. Wenn ihr da mehr aus Menschlingsicht und witschentsapftlicher Herangehensweise was drüber wissen wollt, dann empfehle ich euch zum Beispiel Das Jacobsonsche Organ: Gerüche schmecken – Wissen-Hund.de (wissen-hund.de) oder Jacobson-Organ – Biologie (biologie-seite.de). Da wird das genauer erklärt. Ansonsten ist auch Onkel Google euer Freund.

Ich werde euch das Leberwurstlabor lieber mal aus meiner Hundesicht erklären. Das entspricht dann bestimmt nicht euren witschen… ach euren komischen Standards eben, ist aber viel interessanter als der langweilige Käse, den ihr für wichtig haltet.

Mhhhhmmm… Käse… oh… zurück zum Thema.

Ihr Menschlinge ihr seid ja nicht nur auf den Augen Blind und auf euren komischen Stelzbeinen ziemlich instabil. Ihr seid ja auch vollkommen nasenbehindert und riecht nicht Mal, wenn im Nachbarort gegrillt wird.

Wir Hunde dagegen, wir können mit unseren Schnuffeln ja deutlich mehr anfangen. Gut ich weiß, dass wir da auch nicht alle gleich gut sind. Mein Freund Shep zum Beispiel verlässt sich lieber auf seine Augen, wohingegen ich sehr gerne und ausgiebig mit meiner Nase arbeite. Aber selbst gegen Shep sind die Menschlinge ja wie Maulwürfe beim Zielschießen, wenn es um Nasenarbeit geht.

Zusätzlich zu unseren eh schon sehr guten Nasen, haben wir Hunde aber noch etwas, dass die Menschlinge einfach gar nicht haben. Und das ist das Leberwurst Labor. Das Leberwurstlabor sitzt oben in unserem Maul. Ihr Hundefreunde kennt das. Es ist dieser kleine Knubbel, den ihr mit der Zunge hinter euren oberen Schneidezähnen spüren könnt. Es tut mir übrigens sehr leid, wenn die Menschlinge euch jetzt ins Maul gucken. Als die Menschin zum ersten Mal davon gelesen hat, hat sie mich einfach auf den Rücken gedreht, um es sich anzugucken. Aber, dass sie manchmal ein unhöfliches Trampeltier ist, ist ja leider nichts neues.

Aber wofür ist das Leberwurst Organ den eigentlich da? Ihr Hundefreunde wisst es natürlich schon, weil ihr es jeden Tag benutzt. Nur die Menschlinge wissen es nicht und denen müssen wir es wohl erklären. Das Leberwurst Organ ist dafür da besonders interessante Gerüche einer genaueren Analyse zu unterziehen. Wenn reines schnuffeln nicht reicht. Im tiefsten inneren unseres Herzens sind wir Hunde nämlich alle Witschentschapftler.

Es gibt 3 verschiedene Methoden den Geruch in das Leberwurst Organ zu transportieren.

Das Grunzen
Ihr Menschlinge findet es zwar meistens einfach nur unterhaltsam, wenn wir mit Nase am Boden „wie kleine Ferkelchen grunzend“ (Zitat der Menschin) einer Spur folgen. Eigentlich transportieren wir den Geruch aber einfach nur in unser Labor.

Das Lecken
Die einfachste Methode einen Geruch in das Leberwurstorgan ist die Zunge. Das funktioniert, aber natürlich nur dann, wenn man die Geruchsquelle unmittelbar vor sich hat und diese mit der Zunge berühren kann.

Das Klappern
Das intensive Klappern mit dem Maul verbunden mit einem verstärkten Speichelfluss dient ebenfalls dazu einen besonderen Geruch in das Leberwurst Organ zu transportieren.

Die drei Methoden können einzeln angewendet werden, man kann sie aber auch verbinden. Es gibt einen Geruch, dem kann ich absolut nicht widerstehen. Wenn ich diesen Geruch wahrnehme, dann muss ich einfach alle Methoden anwenden, um diesen möglichst schnell und gründlich zu analysieren. Na, könnt ihr erraten welcher es ist?

Nein tut mir leid, ihr habt vermutlich falsch geraten. Es ist nämlich nicht Leberwurst, die diese starke Reaktion bei mir auslöst. Es ist tatsächlich der Duft läufiger Hündinnen. Wenn ich das rieche, dann muss ich dran lecken, Klappern und die Spur eingrunzen. Die Menschin sagt, dass liegt daran, dass ich „ein sexgeiles Stück ohne jegliche Würde und Anstand bin“. Ich glaube aber eher, dass es daran liegt, dass ich ein Hund bin. Außerdem habe ich in meinem langen Leben festgestellt, dass man sich weder von Würde noch von Anstand ein Wurstbrötchen kaufen kann.

Nun wollt ihr aber natürlich gerne noch wissen, warum ich das Leberwurstorgan so nenne und nicht zum Beispiel Läufigkeitsradar. Naja, dass liegt daran, dass ich Leberwurst so unglaublich gerne mag, dass ich den Geschmack und Duft gerne mit allen Sinnen in mich aufnehme und deshalb fange ich so stark an zu klappern, wenn ich Leberwurst schmecke, dass die Menschin am Anfang immer dachte, dass ich so eine Art Anfall bekomme.

Eine weitere Begebenheit, bei der ich das Labor übrigens immer verwende, ist, wenn ich mein eigenes Blut oder Wundflüssigkeit schmecke, wenn ich mich putze. Ich muss ja schließlich kontrollieren, ob die Wunde gut abheilt. Leider merkt die Menschin dadurch sofort, wenn ich entweder eine neue Verletzung habe oder, wenn ich heimlich an einer schon bekannten Wunde herumlecke.

Aber erzählt dich mal, welche Düfte oder Geschmäcker findet ihr/ finden eure Hunde so spannend, dass ihr/ sie die im körpereigenen Labor analysieren?

Viele Grüße,

eure Tiffy

Eine Antwort auf „Im Leberwurstlabor“

  1. Leberwurstlabor – echt klasse 😉 Bei uns sind es ganz unterschiedliche Dinge die unsere Hunde ihr Labor nutzen lassen. Bei Cara ist es ganz sicher Käse und Hasenspuren … bei Shadow ist es roher Schinken und Käse und Leberwurst und alles andere Exxbare. Der Kleine ist bei jeder Art von „Menschenfutter“ total kokusiert und sein Labor arbeitet dann auf Hochtouren 🙂

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

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