One happy Dog…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

aktuell finde ich leider viel zu selten die Zeit und auch die Kraft zu bloggen. So viele Dinge habe ich um die Ohren und so viele Projekte und Ideen für die wenige Freizeit, dass ich einfach nicht alles unterbringen kann. Umso mehr wollte ich wenigstens einen Artikel schaffen, während ich frei habe.

Themen hatte ich schnell zur Hand. Aufregen kann man sich über so vieles. „Der Weg zur Hölle ist mit wohlmeinenden Intentionen gepflastert“… oh ja, ein gutes Thema, zu dem mir schnell verschiedene Beispiele und Ideen einfielen.

Doch dann ging ich heute Vormittag mit Tiffy 5 km am Amper Kanal entlang. Und als ich dieser wunderschönen Hündin in ihrer orangenen Daunenjacke dabei zusah, wie sie strahlend vor und zurück und von links nach rechts hoppelte und tobte, da war mir klar, welches Thema der heutige Eintrag haben soll, ja eigentlich nur haben kann: „Eine glückliche Tiffy.“

In Kürze, entweder am 13. oder am 14. Januar jährt sich zum vierten Mal der Tag, an dem ich Tiffy persönlich kennen lernen durfte. Ein ängstliches Bündel Hund, dass vor dem eigenen Schatten erschrecken konnte.

Ich erinnere mich noch gut an die erste Zeit. Tiffy mit doppelter Sicherung und Sicherheitsgeschirr. Tiffy mit Schleppleine und Sicherheitsgeschirr. Tiffy, angespannt und nervös. Zusammenzucken bei jedem Geräusch. Jede Begegnung mit Menschen und Hund eine Herausforderung. Tiffy unglücklich, weil sie Angst vor der Schleppleine hatte und sich damit nicht richtig bewegen konnte.

Und nun sehe ich Tiffy an, die mutig vor mir weg tollt, mich auf Abenteuerwege hinweist. Die mir heute fast einen Herzinfarkt verschafft hat, weil sie durch eine Fußgänger Unterführung vorgelaufen ist und ich nur gesehen habe, wie sie links abbiegt, obwohl unser Weg geradeaus führte. Ich also hinterher. Links war ein Trampelpfad, der eine Anhöhe durch sehr hohes, trockenes Gras Richtung Straße hochführte. Keine Tiffy in Sicht. Ich also gerufen. Höre über mir das Klappern einer Steuermarke. Ich gucke hoch und sehe Tiffy, die oben auf der Brücke steht, unter der wir gerade durch sind. Sie alleine zwischen Brückengeländer und Leitplanke der Straße, guckt mich an, nach dem Motto: „Kommst du? Ich will mal da rüber gucken gehen!“ Ich so mit ruhiger Stimme: „Ne Tiffy, komm da mal lieber wieder runter. Ich will da lang.“ Und zeige in die Richtung. Tiffy dreht sich grinsend um und kommt mit ungefähr 120 km/h den Trampelpfad wieder runter geschossen, fetzt an mir vorbei und fliegt am Amperufer entlang.

Tiffy ist inzwischen so selbstsicher und mutig. Sie genießt es ohne Leine zu laufen, ist aber, (wenn sie nicht gerade einen Clown gefrühstückt hat) jederzeit bereit sich wieder anleinen zu lassen. Wenn ihr etwas Angst macht, sucht sie Schutz bei mir.

Anfang letzten Jahres stellte sich bei mir eine gewisse Gassi Müdigkeit ein. Tiffy und ich trotteten irgendwie genervt immer die gleichen Strecken entlang. Tiffy war oft ungehorsam, stellte sich taub, wenn ich sie rief oder drehte einfach um und ging zurück zum Auto. Da ich mir bereits einige Zeit zuvor die Komoot App heruntergeladen und für ca. 20 Euro alle Deutschlandkarten gekauft hatte, fing ich an am Wochenende und an Feiertagen mit Tiffy neue Strecken auszuprobieren. Und es war tatsächlich die Lösung für uns Beide. Wir fingen an die Spaziergänge wieder zu genießen. Tiffy achtete viel mehr auf mich und meine Anweisungen, weil sie die Strecken nun ja nicht mehr auswendig kannte. Ich machte viele Fotos von der Natur und Tiffy und Tiffy mit der Natur und entdeckte, dass wir in unserer Umgebung ganz wundervolle Strecken und Aussichten haben. Nun sind unsere Ausflüge so eine Art Wochenhighlight für uns geworden und ich versuche so viele verschiedenen Touren mit Tiffy zu machen wie nur irgendwie möglich.

Tiffy liebt das Abenteuer. Wenn man ihr so zuschaut, dann kann man manchmal vermuten, dass sie eine Art Phantasiespiel spielt. Wahrscheinlich ist das diese verrückte Vermenschlichung und ihr verhalten hat irgendeinen total logischen, wissenschaftlichen Hintergrund. Aber letztlich ist es auch egal. Ihre ganze Körpersprache zeigt an, dass sie Freude bei der Sache hat und mir macht es Spaß sie zu beobachten und mir vorzustellen, dass sie Indihundo Jones und der Kristallkauknochen spielt oder, dass sie so tut als würde sie eine Expedition durch einen gefährlichen Dschungel anführen oder, dass sie ein Lawinensuchhund ist.

Klar gibt es immer noch die Angstmomente. Tiffy ist und bleibt ein schwer traumatisierter Angsthund und auch heute war es ihr nicht möglich an einem netten älteren Ehepaar vorbei zu gehen, dass uns auf dem engen Weg platz gemacht hat. Aber Tiffy ist ja schlau. Sie ist einfach ein Stück zurückgelaufen und hat von hinten einen Bogen um die Beiden geschlagen.

Aber so oft sehe ich Tiffy an, wenn sie grinsend neben Sheps Carsten auf der Couch liegt, oder einem ihrer Menschenfreunde auf den Schoß gekrabbelt ist und sich mit ganzem Herzen ihrer Leidenschaft fürs Kuscheln hingibt und denke: „Wer hätte das gedacht.“ Und dann bin ich einfach glücklich, weil Tiffy so glücklich ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.