Das Geschenk…

Hallo Menschlinge und Hundefreunde,

neulich habe ich auf meine Twitter Account ein bisschen herumgealbert.

Nur ein kleiner Scherz…

Und mein lieber Freund Amos nahm mich beim Wort. Er schickte mir ein Päckchen voller Leckereien. Und versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen. Also schuldete ich Amos nun einen Blogartikel.

Zum Glück hat er mir auch gleich noch einen Tipp gegeben, welchen Inhalt er sich für den Blogartikel wünscht. Nämlich einen Test und ein Ranking der Leckereien, die ich erhalten habe. Ausserdem hat er mir eine Liste gemacht, was so alles in dem Päckchen drinnen war. Sonst hätte ich die richtigen Bezeichnungen gar nicht gewusst. Also will ich ihm seinen Wunsch gerne erfüllen.

Und hier folgt nun das große Ranking der Kauartikel aus Amos Wundertüte:

Der Putenflügel

Auf einer Skala von 1-10, definitiv eine 12! Unglaublich lecker und man hat eine Weile daran zu kauen. Es gibt sowohl fleischige Teile als auch Knochen zum knacken. Diese Mischung mag ich sehr gerne.

So lecker…

Die Würstchen

Muss ich da echt noch was zu sagen? Es sind Würstchen! Großartige Würstchen. 50 von 10 Punkten auf der Skala.

Würstchen! 💕

Die Rinderluftröhre

Recht schwierig zu essen. Jedes mal beim ablegen rollt einem das Ding weg. Und wenn man es dann zu fassen bekommt, bleibt man mit dem Unterkiefer drinn stecken. Aber Geschmack und Konsistenz sind gut und deshalb gebe ich stabile 6/10 Punkte.

Das hat ja ein Loch…

Die Honignase

Was ist das für ein Ding? Sieht aus wie dieses weiße Zeug mit dem Menschen Pakete füllen, wenn sie etwas zerbrechliches verschicken. Ihr wisst schon, dieses Strupor oder wie das heißt. Sowas esse ich nicht. 0/10 Punkte.

Nachtrag: Nachts habe ich mich dann doch noch getraut reinzubeissen. Eigentlich schmeckt das Ding ziemlich gut. Wenn man über den Anblick mal hinweg ist. Ich denke 5/10 Punkten sind angemessen.

Der Hähnchenhals

So crunchy, so lecker! Wegen der Form kann man ihn gut zum Kauplatz der Wahl tragen. 10/10 Punkten.

Das riecht so gut…

Das Hirschohr

Ich mag Ohren grundsätzlich nicht so gerne. Egal von welchem Tier. Das Hirschohr ist da leider keine Ausnahme. Ich habe ein bisschen damit im Garten gespielt. Wegen dem Spaßfaktor gebe ich 2/10 Punkte.

Ich weiß nicht was ich damit machen soll.

Das Rinderherz

Lecker, aber sehr hart. Das muss man sich einteilen. Sonst bekommt man einen Muskelkater im Kiefer. 7/10 Punkte.

Ich mache nur kurz Pause…

Zum Abschluss bleibt mir nur, mich noch einmal bei dir Amos und deinem Frauchen zu bedanken. Ein wirklich gelungenes Naschpacket.

Viele Grüße,

eure Tiffy

Mit Liebe und Zwang…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

dieser Artikel geistert schon länger durch mein Gehirn. Bisher habe ich mich aber ein wenig gescheut ihn nieder zu schreiben. Das liegt daran, dass ich durchaus kritische Reaktionen erwarte.

Von daher folgender Hinweis gleich zu Anfang. Wenn Sie, lieber Leser, liebe Leserin, sich kritsch über diesen Beitrag äussern möchten, mich als Tierquälerin beschimpfen möchten, mir oder meiner Familie mit Gewalt oder Schlimmerem drohen möchten, nutzen Sie gerne die Kommentarfunktion unter diesem Beitrag oder die Mailadresse, die Sie im Impressum finden. Wenn Sie eine größere Aufmerksamkeit für ihr Anliegen wünschen, dann besuchen Sie Tiffis Twitteraccount @TiffanyStreuner und pöbeln Sie uns dort unter dem verlinkten Blogbeitrag an.

So. Nachdem wir das nun geklärt haben, wollen wir aber zum Thema kommen. Es geht um Zwang in der Hundeerziehung. (Hört noch Jemand diese unheilvolle Musik, wenn er das Wort Zwang liest?)

Ich oute mich jetzt und hier und gebe zu, dass Zwang eine gewisse Rolle in Tiffis Ausbildung und Erziehung gespielt hat. Ich weiß, man soll den Hund kommen lassen, selbst über das Tempo entscheiden lassen und vor allem einem Angsthund nichts aufdrängen, dass er nicht will. Hätte ich mich an diese Regeln gehalten, dann würde Tiffi bis heute in kein Auto einsteigen, keine Brücken überqueren, kein Gewässer betreten, keine unbekannten Untergründe unter ihren Pfoten zulassen und so weiter und so weiter und so weiter.

Tiffi und mir gelang es erst gewisse Erfolge in der Hundeschule zu erzielen, als unsere wunderbare Hundetrainerin sehr vorsichtig und leise den Vorschlag vorbrachte, Tiffi doch mal ein Zugstopphalsband umzulegen, welches auf engster Position dich am Hals anliegt und sie mit der Leine an diesem Halsband an dem Hinderniss, das sie bis dahin strikt verweigerte vorbei zu führen. Im ersten Moment wehrte sie sich, versuchte kurz durch Kopfschütteln und Rückwärts laufen das Halsband abzuschütteln. Als das nicht ging, lief sie neben mir her, am Hinderniss vorbei. Und auf der zweiten Runde musste ich bereits keinen Zwang mehr ausüben sondern konnte mit Lob und Belohnung arbeiten.

Und so funktionierte es mit vielen Dingen. Tiffi ist ein ängstlicher, zurückhaltender Hund, die aufgrund ihrer Vergangenheit gelernt hat, unsichere Situationen zu meiden. In bestimmten Situationen kann man das aussitzen und warten, bis die Neugier siegt. Andere Dinge verweigert sie aber eben einfach. Weil es für sie grundlegend keinen Anreiz gibt sich diesen zu stellen. Und in diesen Situationen ist es die einzige Möglichkeit sie einmal mit leichtem Zwang da durch zu führen bzw. es einfach mit ihr zu machen. Sobald sie so gemerkt hat, dass nichts schreckliches passiert, kann man es mit Leckerli und Lob aufarbeiten und festigen. Sie sperrt sich nämlich immer nur beim ersten Durchgang. Danach ist sie zur Zusammenarbeit bereit.

Das klingt vielleicht brutal und unüblich und ich mache das bis heute nicht besonders gern. Aber ich weiß, was ihr alles entgangen wäre, hätte ich es nicht getan.

Kuscheln mit viel Körperkontakt zum Beispiel. Ab und zu nehme ich Tiffi kurz in den Arm, obwohl sie sich dagegen sträubt. Dann lasse ich sie wieder los und rufe sie, wenn sie weg geht sofort wieder zu mir um sie intensiv zu streicheln. Dazwischen kurze Pausen und ein näher locken und dann wieder streicheln. Nur so war es möglich ihr zu zeigen, dass enger Kontakt zu einem Menschen etwas schönes und angenehmes ist. Nur so ist es möglich, dass sie sich an mich oder Freunde ankuschelt und sich den Bauch kraulen lässt. Von sich aus, ohne diese Art der „Hilfestellung“ hätte sie das niemals gewagt.

So haben wir es geschafft über Brücken zu gehen, Hindernisse zu überqueren und an dem Zaun mit dem böse bellenden Hund vorbei zu kommen.

Natürlich ist bei dieser Trainingsmethode eine Sache absolut und unumstößlich wichtig. Wenn ich den Hund durch eine Situation zwinge, um zu beweisen, dass nichts passiert, dann darf eben auch nix passieren. Bringe ich Tiffi dazu gegen ihren Willen etwas zu tun, dann muss ich vorher sicher gehen, dass der hinter dem Zaun bellende Hund nicht plötzlich auf uns los geht und das Hinderniss nicht auf sie fällt oder uns ein wild klingelndes Fahrrad auf der Brücke erschreckt. Beim normalen Training nach dem Zwang ist das zu verschmerzen, nervt zwar und wirft uns zurück aber passt schon. Passiert mir das in der Zwangssituation, verliere ich das Vertrauen, dass ich durch die Handlung ja eh schon stark auf die Probe stelle.

Dieser Artikel soll keinesfalls bedeuten, dass ich diese Vorgehensweise für alle Angsthunde empfehle. Oder grundlegend für irgendwelche Hunde. Es war und ist einfach nur die Methode mit der Tiffi und ich bestimmte Hürden überwunden haben und mit der wir bis heute ganz gut zurecht kommen und einige Fortschritte gemacht haben, die manch einer diesem Hund nicht zugetraut hätte. Ich bin sehr froh, dass unsere Hundetrainerin diesen Einfall hatte und wir es einfach probiert haben. Aber jeder Hund ist anders und was für Tiffi richtig ist, könnte für einen anderen Hund ein Katastrophe sein.

Viele Grüße,

Karen

Die andere Seite…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

1,5 Jahre lang war für Tiffi und mich jede Begegnung mit einem nicht angeleinten Hund ein Stressfaktor und potentiell erstmal bedrohlich. Tiffi war an der Leine ängstlich und unsicher und wurde deshalb oft von anderen Hunden angegangen. Auch freundliche Kontaktaufnahme war ihr unangenehm und sie versuchte der Situation zu entgehen, was natürlich durch die Leine nicht so richtig möglich war.

Dies sorgte dafür, dass ich zum Einen vielen Hundehaltern zurief, dass sie ihren Hund anleinen sollten, auch wenn dieser dann effektiv ohne Leine ganz brav an uns vorbeilief und uns gar nicht belästigte. Ich konnte das ja nicht wissen, wenn die auf uns zukamen. Zum anderen legte ich mir ein sehr bestimmtes und leicht aggressives Auftreten gegenüber frei laufenden Rüpel-Hunden und deren Haltern zu, um Tiffi zu schützen.

Nun läuft Tiffi seit Oktober ja selber frei. Am Anfang nur in geringem Umfang und unter sehr geschützten Bedingungen. Inzwischen, weil ich sie und mich besser Einschätzen kann und sie zusätzlich durch einen GPS Empfänger am Geschirr gesichert ist, auf den meisten Touren.

Eispfütze auf den Elbwiesen in Dresden.

Ohne Leine ist Tiffi im Regelfall sehr gut selbst in der Lage mit anderen Hunden fertig zu werden, da sie durch ihre Zeit in Rumänien gut in Hundegruppen sozialisiert ist und sehr klar kommuniziert. Lediglich größere Gruppen oder sehr rüpelhafte Hunde machen ihr Angst. Wenn ich es rechtzeitig schaffe, nehme ich sie dann an die Leine und schütze sie mit meinem Körper, wenn ich zu langsam bin, versteckt sie sich im Wald oder in einem Gebüsch, bis die Gefahr vorüber ist.

Grundlegend ist Tiffi gegenüber anderen Hunden auch sehr höflich und achtet die Signale. Sie läuft erstmal in einigem Abstand vorbei und guckt ob grundlegendes Interesse zur Kontaktaufnahme besteht. Wenn das Interesse da ist, fordert sie gerne mal zum Spielen auf. Wenn kein Interesse da ist, läuft sie in einigem Abstand noch ein Stück hinterher und albert herum um zu verdeutlichen, dass sie wirklich gerne spielen würde. Wenn dann immer noch keine Reaktion kommt, dreht sie ab und läuft zu mir. Zeigt ein anderer Hund die Zähne oder knurrt, dreht sie sofort ab und gibt ihm den eingeforderten Raum.

Tiffi und Shep im Schnee

Hunde an der Leine ignoriert sie meistens und nimmt nur den Geruch kurz auf. Einzige Ausnahme ist, wenn der angeleinte Hund ihr deutlich zeigt, dass er gerne Kontakt aufnehmen würde. Dann läuft sie sofort fröhlich hin und es ist nur mit imenser Strenge meinerseits möglich sie zu stoppen. Tiffi begreift ja nicht, dass die Besitzer manchmal keinen Kontakt wünschen, auch wenn der Hund das anders sieht.

Und so wurde mir neulich klar, dass Tiffi und ich nun quasi die Seiten gewechselt haben. Wir sind nun die potentielle Bedrohung für Menschen, die aus welchen Gründen auch immer keinen Kontakt wünschen.

Tiffi und ich gingen unsere Morgenrunde durch die Nachbarschaft. Da ich mit einer Mittelohrentzündung Zuhause bin, etwas später als üblich. Eine Frau mit einer jungen Hündin an der Schleppleine überholte uns und redete dem Tier gut zu, doch brav an der Leine zu laufen, nicht so zu ziehen und uns in Frieden zu lassen. Tiffi zu diesem Zeitpunkt ebenfalls noch an der Leine ging gemächlich weiter. Als wir die Straße verließen, gab ich Tiffi wie üblich frei, was mir einen leicht panischen Blick von schräg vorne einhandelte, wo die Frau mit der Hündin lief. Klar. Hab ich nicht dran gedacht. Sie konnte ja nicht wissen, dass Tiffi ihrer Hündin nicht nachsetzen würde. Das konnte ich nur wissen, weil ich Tiffi sehr gut kenne und weiß, wie sie aussieht, wenn sie Interesse an einem anderen Hund hat. Tiffi torfte also in ihrer ganz eigenen Geschwindigkeit von „dreijähriges Kleinkind im Wald“ los um Grasbüschel, interessante Schneeflocken und Blätter zu untersuchen. Die Frau verschwand in der Ferne.

Tiffi muss alles ganz genau untersuchen

Tiffi und ich dackelten also weiter über die Fußgängerbrücke, die uns über die Bundesstraße führt. Da die Brücke höher gelegen ist, als das nachfolgende Gelände, kann man von dort aus gut die Geschehnisse auf der anderen Seite beobachten. Die Frau mit der Junghündin passierte unter viel gutem Zureden, strengen Laufansätzen und Leineneinsatz ein Paar mit Dackel, welches ungewöhnlich weit auswich. Das Paar mit Dackel kam auf die Brücke zu, sah mich, sah Tiffi, die hinter mir hergeschlurft kam und wechselte aprupt die Richtung, ehe ich auch nur die Chance hatte darüber nachzudenken Tiffi anzuleinen oder etwas zu sagen. Im Stechschritt flohen sie den Feldweg entlang. Leicht verwirrt sah ich Tiffi an, wir zuckten beide mit den Schultern und wanderten weiter.

Und da erkannte ich, dass wir jetzt eben auf der anderen Seite stehen. Das dieses schnelle Abdrehen vor einer Engstelle vielleicht auch wir selbst hätten sein können. Wobei ich immer versucht habe Tiffi klar zu machen, dass es für uns keinen Grund gibt wegzulaufen. Daher hätten wir wohl eher vorne am Weg, wo man gut ausweichen kann gewartet und wären über die Brücke gegangen, nachdem der andere Hund diese verlassen hat. Aber dieses Gefühl „Verdammt, ein anderer Hund ohne Leine!“ ist mir sehr gut bekannt und ich versuche so gut es geht, es anderen Hundebesitzern zu ersparen.


Viele Grüße,

Karen

Der Wunderpulli…

Hallo Menschlinge und Hundefreunde,

wir haben uns schon ganz schön lange nicht mehr bei euch gemeldet. Aber hier war so viel los mit der ganzen Vorweihnachtszeit und dem Arbeitsstress von der Menschin und so.

Aber nun will ich euch doch mal von meinem Weihnachten berichten. Wie jedes Jahr haben die Menschin, der Menschenmann und ich das Fest mit Shep und seiner Laura und seinem Carsten verbracht. Neu war dieses Jahr, dass die Menschinenmama, alias Oma, alias Großfrauchen mit uns zusammen gefeiert hat.

Der Menschinenbruder ist nämlich mit seinem Rudel über Weihnachten ans Meer gefahren und dehalb waren von der Familie nur die Menschin und ihre Mama hier.

Der Weihnachtsbaum mit den vielen Geschenken…

Weihnachten war wirklich schön. Ich war den ganzen Tag furchtbar aufgeregt. Shep und ich und auch alle anderen haben ganz viele tolle Geschenke bekommen. Ausserdem gab es für alle Würstchen, auch für uns Hunde.

Und ich habe ein ganz besonderes Geschenk bekommen. Tante Laura hat mir nämlich einen Hundepulli gehäkelt. Könnt ihr das glauben? Einen ganz warmen, kuscheligen Pulli für mich alleine.

Erstmal war ich natürlich ein bisschen skeptisch, als die Menschin mir den angezogen hat. Aber der sitzt so gut, wie eine zweite Haut.

Und weil es am zweiten Weihnachtstag unter 0 Grad hatte und alles mit Reif bedeckt war, hat die Menschin mir den Pulli zum Gassi gehen angezogen. Erst hatte ich ein bisschen Angst, dass mich die anderen Hunde auf der Wiese vielleicht auslachen, aber alle fanden mich sehr fesch.

Tiffi mit ihrem Hundepulli auf der Wiese…

Und der Pulli gibt richtig toll warm. Da muss man gar nicht frieren… also zumindest nur am Poppes… und da auch eigentlich nur wenn ich mich auf den Boden setze, weil ich da eigentlich genug Flauschfell habe.

Ausserdem ist der Pulli auch ein praktischer Airbag, oder Pullibag, wie meine Freundin Amy vom Twitterrudel sagt. Wir haben nämlich auf der Hundewiese meine Freundin Panda und meine Kumpels Easy und Daisuki (Das ist japanisch und heißt „Ich hab dich lieb“. Ist das nicht ein schöner Name?) getroffen. Easy versucht schon seit Wochen mich zu überzeugen, doch endlich mal mit ihm zu spielen. Weil er aber ein richtiger Riese ist, habe ich mich nie getraut. Aber an diesem Tag hat er sich so viel Mühe gegeben und ausserdem war Panda ja auch dabei. Also haben wir gespielt und irgendwie sind wir uns in die Quere gekommen und an der Brust zusammen gestoßen und weil Easy eben so ein großer Brocken ist, hat er mich einfach umgekegelt. Aber der Pulli hat den Aufprall sehr gut abgepolster und ich hab mir zum Glück gar nicht weh getan.

Und ein echter Hingucker bin ich auch noch. Uns haben schon ganz viele Leute unterwegs angepsrochen, weil die den Pulli so toll fanden und wissen wollten wo der her ist. Die meisten konnten kaum glauben, dass die Tante Laura den selber gehäkelt hat.

Ich kann euch flüstern, dass ich mir so einen Pulli sehr gewünscht hätte, als ich noch in Rumänien gelebt habe. Da hätte ich nicht so fürchterlich frieren müssen. Wobei es natürlich noch besser ist, einen warmen Pulli für draußen und einen warmen Platz am Ofen drinnen zu haben. Und genug zu Essen. Wenn ich mit dem Pulli jagen müsste, würde ich nämlich bestimmt irgendwo im Wald hängen bleiben und dann würde mein schönes Kuschelkleidungsstück schnell kaputt gehen.

Auf jeden Fall hat die Tante Laura gesagt, dass sie meine Maße ja jetzt genau weiß und das es auch gar nicht so lange gedauert hat und deshalb bekomme ich vielleicht noch einen Wechselpulli in einer anderen Farbe. Ist das nicht toll?

Hattet ihr auch schöne Weihnachten und besondere Weihnachtsgeschenke?

Eure Tiffi


Hundini…

Hallo Menschlinge und Hundefreunde,

wie ihr ja wisst, darf ich seit ein paar Wochen beim Gassi gehen auch immer mal wieder von der Strippe.

Nun sind wir an der Ostsee im Urlaub und ich liebe es so sehr über den Strand zu rasen und im Sand zu buddeln und überall zu schnuffeln wo es mir gerade gefällt.

Nur gibt es natürlich auch bestimmte Regeln, wenn man ohne Leine läuft. Man darf zum Beispiel nicht zu weit weglaufen und man muss immer kommen wenn man gerufen wird und man muss sofort Sitz machen und sich anleinen lassen, wenn der entsprechende Befehl dazu ertönt.

Als braver Hund mache ich das natürlich alles… immer… also fast immer… also meistens wirklich.

Naja, es gibt halt so Momente, wo andere Dinge interessanter sind. Also die Woche ist das zumindest ein zweimal passiert.

Beim ersten Mal sind die Memschin und ich zusammen zum Bäcker gegangen. An so einem Parkplatz biegen wir immer runter zum Strand ab. Da gibt es so eine große Betonmauer. Die Menschin sagt, dass die die Häuser beschützt, wenn das Meer zornig wird. Auf jeden Fall wollte ich gerne mal wissen was hinter der Mauer ist. Und deshalb bin ich, als die Menschin kurz mal nicht hingeschaut hat fix hinter der Mauer verschwunden. Vorne am Parkplatz ist die nämlich ganz niedrig. Nur, dass die Menschin mir nicht, wie ich gedacht hatte hinterher gekommen ist. Sie ist einfach am Strand weiter gelaufen. Das war vielleicht blöd. Da stand ich hinter meiner Mauer und kam mir vor wie der verlassenste Hund der Welt. Zurück laufen wollte ich nicht. Wäre ja voll peinlich gewesen, wenn die Menschin gewusst hätte, dass ich Angst bekommen habe. Also bin ich weiter gelaufen. Und weil ich sicher gehen wollte, dass ich nicht ganz verloren gehe, habe ich mir alle paar Meter auf die Hinterbeine gestellt um über die Mauer zu gucken. Trotzdem war ich ganz schön erleichtert, als ich endlich einen Durchgang gefunden habe und wieder zur Menschin laufen konnte.

Beim nächsten Mal bin ich einer wirklich wahnsinnig interessanten Spur gefolgt. Die ging hinter so ein Haus an der Promenade. Nur als ich fertig war und wieder zum Strand gelaufen bin, war die Menschin nicht mehr da. Man hab ich mich erschreckt. Ich hab ganz hektisch umgeguckt und sie zum Glück direkt hinter mir gefunden. Sie war mir nämlich nachgegangen um aufzupassen. Naja, da das bei der Runde mein zweiter Verstoß war, musste ich den Rest des Weges an der Leine bleiben.

Das ist nämlich die große Regel. Zweimal ungehorsam sein bei einer Runde und man muss wieder an der Leine gehen.

An einem anderen Tag haben wir einen schönen Spaziergang zum Leuchtturm gemacht. Da gab es so einen Weg nach oben. Die Menschin hatte mir verboten da hoch zu gehen. Aber dann auf dem Rückweg haben die Menschlinge Fotos gemacht und sich unterhalten und mich gar nicht beachtet und da wollte ich nur mal ganz kurz gucken, ob es da was besonders tolles gibt. Es musste ja schließlich einen Grund geben, warum ich da nicht hochgehen durfte. Also bin ich hochgeklettert und hab mich mal umgeschaut und da war so eine Wiese und dahinter ein sehr spannender Feldweg. Aber als ich gerade den Feldweg genauer erkunden wollte, habe ich die Menschin und den Menschenmann schon rufen gehört. Und obwol es mein erster Verstoß war, musste ich sofort an die Leine.

Naja, jedenfalls nennt mich die Menschin jetzt manchmal Hundini, weil ich dazu neige plötzlich verschwunden zu sein, wenn sie sich umdreht. Dabei kann ich gar nix dafür, wenn es manchmal so interessant riecht oder ich ein Abenteuer erleben möchte.

Eure Tiffi

Glück und Schmerz…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

Tiffi läuft ohne Leine. Seit einer Woche klappt es endlich. 1,5 Jahre harte Arbeit tragen Früchte. Sie geht in den Freilauf. Sie ist stabil abrufbar. Sie reagiert auch auf die Entfernung auf ein Sitz so, dass ich verhindern kann, dass sie aus Angst vor ein Fahrrad läuft und sie abholen und anleinen kann, wenn sie durch einen Außeneinfluss unsicher wird.

So hätte der Sonntag vor einer Woche ein wunderbarer Festtag werden sollen. Dies war nämlich der Tag an dem uns der Durchbruch gelang. Ich wollte einen wunderbaren Blogartikel darüber schreiben, wie wir dieses Ziel erreicht haben, was es es uns gekostet hat und welche Freiheiten wir dadurch gewonnen haben.

Stattdessen lies mich diese Tag fassungslos und traurig zurück. Denn ich erfuhr, dass unsere Hundetrainerin Elly wenige Tage zuvor plötzlich und vollkommen unerwartet verstorben war. 

Ich konnte es nicht glauben. Wollte es nicht glauben. Diese wunderbare Frau hatte Tiffi und mir so viel geholfen. Ohne sie hätten wir niemals erreicht, was wir erreicht haben.

Ich erinnere mich noch so genau an mein Telefonat mit Elly. Ich hatte zuvor mit Tiffis Pflegestelle telefoniert und war ausgesprochen verunsichert. So einen schwierigen Hund als meinen aller ersten Hund aufzunehmen, war das sinnvoll? Könnte ich das schaffen? War das dem Hund gegenüber fair? Vielleicht würde ich ihr damit die Chance nehmen von einer Person mit Hundeerfahrung zu profitieren. Und wie sollte das mit der Arbeit werden? Wie würde sich die Adoption von Tiffi auf mein gesellschaftliches Leben auswirken? Doch Elly beruhigte mich. „Wir kriegen das schon hin. Hol sie nur. Du bist genau richtig für diesen Hund und sie ist genau richtig für dich.“

Und 1,5 Jahre stand Elly an meiner Seite. Tröstete mich, wenn es mal nicht so klappte, brachte mir Geduld mit mir und meinem Hund bei, zeigte mir meine Fehler auf, holte mich von meinem hohen Ross runter, wenn ich es brauchte, dachte sich völlig neue Methoden und Übungen aus um Tiffi da abzuholen wo sie stand.

Ich werde niemals vergessen, wie sie Tiffi immer „meine kleine Maus“ nannte, wenn sie uns in der Gruppenstunde aufrief und wie die Besitzer der viel kleineren Hunde darauf verwirrt guckten. 

Ich werde niemals vergessen, wie sie Tränen in den Augen hatte, als Tiffi sich das erste mal aif Befehl hinsetzte, weil es so lange gedauert hatte, bis das klappte.

Ich werde nie vergessen wie sie einmal heimlich ihr Salamibrot mit Tiffi teilte als gerade keiner hinsah, obwohl sie normalerweise strikt dagegen war den Hund vom Tisch zu füttern.

Ich werde nie vergessen mit welcher Freude sie Tiffi zusah, wenn diese ausgelassen herumtollte oder während der Trainingsstunde herumalberte.

Ich werde nie vergessen wie sehr sie sich über jeden Fortschritt von Tiffi freute.

Ich weiß nicht ob ich ihr genug gedankt habe, für alles was sie für Tiffi und mich getan hat. Wie hätte ich auch wissen können, dass unsere Zeit so kurz sein würde? 

Zurück bleibt ein Gefühl der Fassungslosigkeit, weil ein wunderbarer Mensch einfach so fort ist. Es bleibt ein Gefühl der Traurigkeit, darüber, dass sie von Tiffis letztem großem Durchbruch nie erfahren wird, obwohl wir das doch ohne sie niemals geschafft hätten. Es bleibt das Gefühl des Zorns, weil die Welt so ungerecht ist, einen solch wunderbaren Menschen einfach aus dem Leben zu reißen.

Mir bleibt nur zu hoffen, dass sie wusste wie viel sie für uns getan hat und wie tief meine Dankbarkeit ist.

Elly, wir werden dich niemals vergessen. Du wirst immer einen Platz in meinem Herzen haben und ich werde immer an dich denken, wenn ich mit Tiffi arbeite und sehe, was für großartige Fortschritte sie gemacht hat.

In tiefer Trauer,

Karen und Tiffi

Mythen und Legenden…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

im Alltag mit Hund fällt mir immer wieder auf, dass sich bestimmte Mythen, Legenden und Annahmen bezüglich Hunden sehr hartnäckig halten. In diesem Artikel will ich versuchen diejenigen aufzugreifen, die ich am meisten höre und sie auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen.

1. Verwöhnte Hunde verweichlichen!

Als ich Tiffi abholte gab ich ihr im Auto mehrere Versprechen. Eins davon lautete, dass sie niemals wieder frieren müsse.

Neulich auf dem Mittelaltermarkt wurde ich von einem Gast darauf angesprochen, dass mein Hund auf einem Ziegenfell schlief, eingewickelt in eine große und flauschige Decke. Als ich erklärte, dass ihr eben zu kalt sei, bekam ich zur Antwort: „Das ist dann wohl auch so ein verwöhnter Haushund.“

Ne. Ist sie eben nicht. Sie hat in ihrem Leben nur genug gefroren und weiß die Annehmlichkeiten die ich ihr anbiete sehr zu schätzen. Zudem halte ich kalte Duschen und einen gesunden Morgenlauf im Stechschritt nicht für obligatorisch für die erfolgreiche Erziehung eines Hundes.

Aber woher kommt eigentlich diese Vorstellung, dass Hunde verweichlichen, wenn man ihnen zu viel Luxus angedeien lässt? Die wenigsten zucken auch nur mit der Wimper, wenn man für die Katze ein dreistöckiges Traumschloss von einem Kratzbaum im Wohnzimmer stehen hat. Aber ein Hund im Regenmantel löst geradezu Hysterie aus.

Vielleicht liegt es daran, dass Katzen immer nur Haustiere waren und ihr Zweck stets darin bestand gut auszusehen und zu kuscheln. Höchstens mal noch darin nebenher ein paar Mäuse zu fangen.

Hunde hingegen waren lange Zeit Nutztiere und so wenig man einer Kuh einen Pullover anziehen würde, so sehr irritiert es wohl beim Hund.

Also was tun? Den Hund lieber frieren lassen? Den Hund mal zwei Tage nicht füttern, weil der Wolf in freier Wildbahn ja auch nicht jeden Tag etwas fängt? Den Hund im Winter auch mal draußen schlafen lassen?

Äh… nö! Wofür soll das gut sein? Ich kann Tiffi jeden Tag füttern. Ich kann mir das leisten. Warum soll sie also Hungern müssen? Ich will ja auch nicht hungern, nur weil es im Mittelalter nicht immer genug zu Essen gab.

Wenn Tiffi kalt ist, dann bekommt sie eine Decke. Sie schläft im Wohnzimmer auf ihrem orthopädischen Hundebett, weil es bequem ist und sie dann weniger Probleme mit ihrem Ellbogen hat.

Trotzdem fällt sie nicht tot um, wenn ich sie mal später füttere, wenn wir im Winter Gassi gehen oder sie mal auf dem nackten Boden liegen muss.

2. Das kann der Hund ja fressen!

Mittagspause in der Arbeit. Ich habe mir vom Imbiss unten Chickenwings und Pommes geholt. Meine Kollegin kommt dazu und sagt: „Das ist ja praktisch, da kann die Tiffi ja die Knochen essen!“

Knochen, Essensreste, übrig gebliebene Wurst von einer Veranstaltung? Zum Glück habe ich einen Hund. Die funktionieren ja so ähnlich wie Müllschlucker…

Ne! Tut mir leid. Gekochte Knochen sind nicht nur nix für den Hund, sondern auch noch handfest gefährlich. Und die anderen Sachen?

Nun ich habe das Glück einen Hund zu haben, der quasi alles fressen kann, ohne auch nur Blähungen zu bekommen. Käse? Nur rein damit, Spaghetti Bolognese? Döner? Pizza? Kein Problem für Tiffi.

Doch Grundlegend gilt hier das Prinzip, die Dosis macht das Gift. Tiffi darf gerne mal eine Scheibe Wurst, ein Fitzelchen Dönerfleisch oder ein Stückchen Pizza. Aber keine 800 g Wurst, keinen halben Döner mit Zwiebeln und Extrascharf und keine Bacon, Jalapenopizza…

Ich weiß natürlich woher dieser Mythos kommt. Über Jahrhunderte hinweg wurden Hunde mit menschlichen Essensresten ernährt und es hat ihnen schließlich auch nicht geschadet… oder?

Nun, genau können wir das heute nicht mehr sagen. Wir wissen nicht wie viele Hunde daran gestorben sind, dass sie an Knochensplittern erstickt sind oder daran verstorben, das ihnen diese schwere innere Verletzungen zugefügt haben.

Sicher ist wohl, das damals weniger Gewürze zur Verfügung standen, Nahrung geundsätzlich weniger gewürzt und gesalzen war als heutzutage und diese entsprechend bekömmlicher für Hunde war.

Aber grundsätzlich ist auch hier wieder die Frage: „Warum sollte ich meinen Hund mit Essensresten füttern?“ Egal welche Ernährungsphilosophie man verfolgt, man hat so viele Möglichkeiten einen Hund sinnvoll und gesund zu ernähren. Warum sollte ich Tiffi einen ausgekochten Suppenknochen geben? Wenn ich ihr einen Knochen geben will, dann so einen eingeschweißten Schinkenknochen, den es im Tierfachgeschäft gibt. Weil sie die wahnsinnig gerne frisst und sie ihr keinesfalls schaden.

3. Die regeln das unter sich!

Mein liebster Mythos, der insbesondere unter Hundehaltern sehr verbreitet ist und mit dem ich mich fast täglich auseinandersetzen muss.

Immer wieder muss ich beim Gassi gehen fremde Hunde vor Tiffi abblocken, die ohne Leine unterwegs sind und sie ängstigen. Immer wieder kommt dann ein „Der/ die will nur mal gucken.“ Je nach Tagesform freundlich oder weniger freundlich beantworte ich das mit einer Variation von: „Meine mag das aber nicht. Die hat Angst. Bitte rufen Sie Ihren Hund zurück.“ Und die Antwort ist immer sehr ähnlich: „Die klären das schon untereinander.“

Nein! Die klären gar nicht untereinander. Tiffi ist zwar durchaus in der Lage sich gegenüber anderen Hunden verständlich zu machen, aber nicht wenn sie an der Leine ist. Im Freilauf hat sie keinerlei Probleme Dinge zu klären, was dann eventuell ungesund für den anderen Hund ausgehen kann, wenn dieser sich ihr gegenüber nicht zurück nimmt bzw. die deutlichen Warnungen ignoriert.

Freilauf geht mit Tiffi aber nur im eingezäunten Gelände, weil sie im offenen Gelände in Panik gerät, sobald die Leine ihr keinen Schutz mehr bietet. Dadurch ist sie bei Hundebegegnungen aber grundsätzlich im Nachteil und muss sich auf meinen Schutz verlassen können. Schon deshalb wird da nix untereinander geklärt.

Davon mal ganz abgesehen, sind Hunde manchmal ziemlich Arschlöcher, die gerne dominieren. Da Tiffi an der Leine immer sehr unterwürfig wirkt, ist das für viele Hunde eine Art Einladung sich ein bisschen als Boss aufzuspielen und sie zu mobben.

„Die klären das unter sich“ – Situationen sind für die beteiligten Hunde oder zumindest einen Teil der beteiligten Hunde oft negativ Erfahrungen, die lange Zeit und viel Arbeit brauchen um wieder in Ordnung gebracht zu werden.

Welche Mythen und Legenden über Hunde, ihr Verhalten und die richtige Erziehung begegnen euch denn so im Alltag?

Viele Grüße,

Karen und Tiffi

Ist doch nur ein Tier…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

Tiffi und ich haben eine Weile nichts von uns hören lassen. Aber die Arbeit hat mich nach dem Urlaub mit voller Wucht gepackt. Von unserem 6 Leute Team verlassen uns zwei Kolleginnen relativ überraschend. Das hieß, viele Vorstellungsgespräche führen und nebenher noch die reguläre Arbeit mit den Klienten bewältigen. Daher war ich abends oft einfach viel zu müde für mehr als stupides Fernseher anstarren.

Zudem geht es mit dem Mittelalterverein mit großen Schritten auf den nächsten Markt mit Lager und Schaukampfauftritt zu. Dies bringt viel Planung, Organisation und ausserordentliche Trainings mit sich.

Als wäre das noch nicht genug, bekam unsere Katze Phoebe vor drei Wochen eine Blasenentzündung. Einen nächtlichen Besuch in der Tierklinik und drei Tage Schmerzmittel und Entzündungshemmer später schien es, als wären wir über den Berg. Eine Woche später ging es mitten in der Nacht leider wieder los. Der Tierarztbesuch brachte mir eine stark blutende Hand und 7 Tage Antibiotikum für die Katze ein. Ich habe ja schon gelegentlich erwähnt, dass Phoebe nicht so ganz einfach ist. Tabletten mit Futter oder Leckerlie unterjubeln ist absolut unmöglich. Sie lässt das Futter dann einfach stehen, rührt das Leckerlie nicht an und zeigt mir mit flauschoger Pfote den Vogel.

Also blieb mir nur die rabiate Methode. Katze auf den Rücken werfen, mit einer Hand die Vorderpfoten fixieren, ihr die Tablette in die Schnauze werfen und ihr dann mit der anderen Hand den Mund zuhalten. Das die Katze diese Methode bicht besonders schätzt muss ich wohl kaum erwähnen. Mich selbst brachte dies aber ebenfalls an meine Grenzen. Phoebe vertraut mir und dieses Vertrauen zweimal am Tag so sehr zu missbrauchen, ihren Zorn auszuhalten, hat mich zwischenzeitlich in Tränen ausbrechen lassen. Ich konnte es kaum ertragen und war mir zudem nicht sicher ob sie mir das jemals verzeihen würde. Sie hat mich zwischenzeitlich nämlich ganz schön abgestraft. Hat mich ignoriert, nicht mehr bei mir geschlafen und mich angefaucht und angeknurrt, wenn ich sie streicheln wollte. Nun liegen noch zwei Tabletten vor uns und zum Glück hat die Therapie gut angeschlagen.

Das erinnerte mich ein wenig daran, wie sehr mich Balus Therapie damals an meine Grenzen gebracht hat. Zwischenzeitlich bekam er jeden Tag Infusionen von mir verabreicht und mehr als einmal musste ich mir von entfernten Bekannten anhören: „Warum machst du dir so viel Stress? Ist doch nur ein Tier!“

Aber wenn ich sehe, wie nachtragen Phoebe auf die Tablettengabe reagiert, wie sehr mich Balu damals mit Liebe überschüttet hat, damit ich aufhöre ihm weh zu tun und wie tief bei Tiffi die seelischen Verletzungen durch ihre Vergangenheit sitzen, dann weiß ich „Nur ein Tier“ hat eben auch Gefühle.

Mit der Aufnahme in mein Leben habe ich mich nicht nur verpflichtet meine Tiere körperlich zu versorgen, sondern auch auf ihre emotionalen Bedürfnisse einzugehen und zugleich ihre Reaktion auszuhalten, wenn ich manchmal Dinge tun muss, die sie eben nicht verstehen und die sie deshalb verletzen.

Viele Grüße,

Karen und Tiffi

Nur Mut…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

 

inzwischen ist unser Urlaub schon wieder vorbei. Morgen früh hat uns der schnöde Alltag wieder. Es waren zwei Wochen voller Erholung, schöner Erlebnisse und Abenteuer. Trotzdem wird mir ein Tag besonders in Erinnerung bleiben.

Wir waren noch an der Ostsee. Es herrschte Westwind, weshalb das Wasser weiter draußen und der Strand sehr breit war. In Ufernähe zeigten sich mehrere kleine Sandbänke. Zu einer von diesen Sandbänken watete ich vorsichtig. Tiffi stand am Ufer und beobachtete mich misstrauisch, wie ich da mit ihrer 10 Meter Schleppleine im der Hand durch das gefährliche Wasser lief. Tiffi fürchtet sich nämlich vor den Wellen und grundsätzlich vor Wasser, dass tiefer ist als knöcheltief.

Auf der Sandbank angekommen rief ich Tiffi zu mir. Vorsichtig watete sie durch das Wasser bis zu mir rüber. Vor lauter Aufregung, dass sie das geschafft hatte rannte sie erstmal wie verrückt im Kreis am Rand der Sandbank entlang.

Nun kamen Laura und Carsten mit Shep. Die Sanbänke waren auf der vom Ufer entfernten Seite durch einen Sandstreifen verbunden, der nur knapp unter der Wasseroberfläche lag. Über diese. Steg gingen die anderen drei zur nächsten Sandbank. Ich wollte mit Tiffi hinterhergehen. Doch Tiffi verstand nicht, warum wir nicht den direkten Weg nehmen konnten. Sie war so aufgeregt und begeistert, dass sie versuchte geradeaus durch das Wasser zu ihrem Hundefreund zu gelangen. Zwei freudigen Sprüngen folgte ein entsetzter Gesichtsausdruck, als ihr der Boden unter den Füßen plötzlich fehlte und sie schwamm schnell wieder zu mir zurück. Ich muss zugeben, dass ich mich vor lachen kugelte. Was vermutlich genau die richtige Strategie war. Nachdem sich Tiffi nämlich geschüttelt hatte, wedelte sie mich begeistert an, lies sich nun aber doch lieber den richtigen Übergang von mir zeigen.

Wir spielten noch eine Weile zwischen den Sandbänken mit beiden Hunden und setzten unseren Spaziergang dann fort. Man merkte sofort, dass Tiffis Selbstbewusstsein sich gesteigert hatte. Sie jagte ein paar Enten vom Strand (was sie normal niemals tut) kletterte zwischen den Steinen herum, versuchte ein paar Algen zu essen und stiefelte die ganze Zeit mit erhobenem Schwanz vor uns her.

Später kamen wir wieder an die Sandbänke zurück. Wir  bewegten uns wieder zwischen den Inseln. Nur war das Wasser inzwischen ein bisschen höher gestiegen, weshalb an den Übergängen leichter Wellengang herrschte. Tiffi besah sich das ganze und entschied lieber zum Ufer zurück zu kehren… mittig durch das tiefe Wasser… mit mir im Schlepptau. Die Passanten am Strand fanden das sehr lustig, weil ich dabei natürlich ziemlich nass wurde. Ich war einfach nur stolz, weil Tiffi zwischen zwei Angstauslösern Wellen und tiefes Wasser hatte wählen müssen und statt in Panik zu geraten, einfach den gewählt hat, mit dem sie kurz vorher schon hatte umgehen müssen.

Die Tage vorher war Tiffi am Ende der Strandspaziergänge immer völlig fertig und trottete nur noch langsam über den Sand. An diesem Tag aber, an dem wir viel weiter als die anderen Tage gelaufen waren und viel gespielt hatten, lief sie glücklich und stolz bis nach Hause.

Erst die Erkenntnis, dass man auch komplett duschen muss, wenn man komplett im Wasser war, trübte ihre Freude ein kleines bisschen.

Viele Grüße,

Karen und Tiffi

Trigger…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

Tiffi lebt inzwischen seit 1,5 Jahren bei mir. Sie ist ein großartiger Hund. Sie hat gelernt zu Spielen, zu entspannen und einfach ein glücklicher Hund zu sein. Ich habe gelernt auf sie einzugehen, sie zu Fordern und ihr Raum und Zeit zu geben, wenn es notwendig ist.

Wir haben uns beide entwickelt und ich würde behaupten, dass wir inzwischen ein gut eingespieltes Team sind. Trotzdem gibt es nach wie vor schwierige Momente.

Wie Tiffi euch schon erzählt hat, sind wir im Moment an der Ostsee. Ich genieße die Zeit mit meinen besten Freunden die meine Herzmenschen und meine Seelenfamilie sind und Tiffi genießt die Zeit mit ihrem Hundekumpel Shep, der ihr Seelenfreund ist. 1

Gerade weil Tiffi, wenn sie mit Shep zusammen ist sehr entspannt und glücklich ist, passierte es mir heute, dass ich aus Gedankenlosigkeit ein Trauma triggerte.

Wir machten unseren üblichen Nachmittagsspaziergang am Strand. Tiffi war aufgedreht und fröhlich, rannte oft Voraus und nutze die 10 Meter ihrer Schleppleine voll aus. Immer wieder traute sie sich dicht ans Wasser und sprang dann schnell weg, wenn eine Welle vor ihren Pfoten brach. Sie stellte sich ihrer Angst und machte eine Art Spiel daraus.

Auf dem Rückweg warf ich ihr ein paar Leckerlies, die sie glücklich aus dem Sand klaubte. Sichspiele mag sie nämlich besonders gerne. Als wir schon wieder an der Treppe zu unserem Grundstück angekommen waren, begann Shep im Sand zu graben, weil er noch nicht nach Hause wollte. Tiffi hingegen wirkte recht müde und angestrengt.

Ich setzte mich also auf die Uferschutzanlage und rief sie mit einem Leckerlie in der Hand zu mir. Wollte eine kurze Sequenz Sitz, Platz und Pfote mit ihr durchgehen. Befehle, die sie ganz locker befolgen kann und die somit eine Erfolgsgarantie bieten. Doch Tiffi saß wie angewurzelt im Sand und starrte mich an. Dann versuchte sie umständlich über ihre Leine zu steigen um zu mir zu kommen, brach den Versuch ab, drehte um, versuchte es von der anderen Seite und sah mich dabei durchgehend mit großen Augen an. Sie wirkte unsicher und Hilflos. Ihr Wunsch meinem Befehl zu gehorchen war deutlich zu sehen, doch irgendwas blockierte sie. Schließlich setzte sie sich unglücklich mit dem Rücken zu mir in den Sand und sah mich über ihre Schulter an. Ich prüfte also die Umgebung. Das Meer war ruhig und es herrschte kaum Wellengang. Der Wind war nicht besonders stark. Von keiner Seite näherten sich uns fremde Menschen oder Hunde. Shep und Carsten spielten neben uns im Sand, was aber auch nichts ungewöhnliches war und sie niemals zuvor gestört hat. Laura stand daneben und schaute den Spielenden zu. Sie konnte auch nicht der Stein des Anstoßes sein… Moment mal… Stein des Anstoßes… ich hielt einen Stein in meiner rechten Hand. Ich hatte auf dem Rückweg einen Feuerstein aufgehoben, der mir gefiel und da dieser zu groß für meine Hosentasche war, hatte ich ihn in der Hand getragen. Ich hatte also in der linken Hand das Leckerlie gehalten und in der rechten Hand den Stein, als ich Tiffi zu mir gerufen hatte.

Vorsichtig legte ich den Stein in den Sand und rief Tiffi noch einmal. Sie kam sofort, vorsichtig, misstrauisch, aber ohne Verzögerung. Und nun endlich wurde mir klar, dass ich sie selbst sie getriggert hatte. Menschen die einen mit Futter locken und einem dann weh tun, dass ist etwas, dass Tiffi aus ihrem früheren Leben kennt. Und es ist eigentlich ein Trigger, der mir bewusst ist. Am Anfang hatten wir oft damit zu kämpfen. Trotzdem hatte ich es in dem Moment einfach vergessen.

Nun kam der schwierige Teil. Ich nenne es das „War-was-Spiel“.  Es ist nämlich für Tiffi wichtig, die Angst nicht zu verstärken. Ich muss also so weiter machen, als ob nichts gewesen wäre, obwohl ich sie viel lieber in die Arme schließen und ihr versichern würde, dass ihr niemals mehr Jemand weh tun wird. Obwohl ich viel lieber weinen würde, weil ihr so schreckliche Dinge angetan wurden und obwohl ich viel lieber schreien würde, vor Wut über die Menschen, die ihr so weh getan haben.

Stattdessen nahm ich den Stein wieder auf und führte Tiffi die Treppe hoch zum Grundstück. Dort legte ich den Stein auf den Tisch und wechselte die Leine vom Halsband auf das Geschirr. Am Halsband führte ich Tiffi zur Gartendusche um ihr den Sand von den Pfoten zu spülen. Sie mag das eh nicht besonders, heute wehrte sie sich aber deutlich mehr und versuchte noch intensiver auszubrechen als üblich. Danach durfte sie sich in der Abendsonne trocknen und ich überlies sie sich selbst. Im Anschluss gingen wir rein, es gab Abendessen für die Hunde und wir Menschen verließen das Haus um einen Gang über die Promenade zu machen, wärend die beiden in Ruhe schliefen.

Für Tiffi ist diese Methode die beste um die Ängste nach und nach zu vermindern. Sie merkt durch das weiterführen des normalen Programms, dass ihr nichts passiert und ihre Angst keine weiteren Folgen nach sich zieht. Trotzdem tat es mir sehr leid, dass ich den Trigger erwischt hatte, obwohl ich es besser wissen sollte.

 

Viele Grüße,

Karen

 

1. Ich bin kein Fan von Worten wie Seelenfreund, Herzmensch usw. Aber manchmal bietet die Sprache zu wenig Möglichkeiten bestimmte Dinge auszudrücken oder ich müsste erst noch 18 Beiträge dazu verfassen, was Laura, Carsten und Shep für eine Bedeutung für mein Leben und das meines Hundes haben. Von daher nutze ich diese Worte an dieser Stelle um dem Leser eine grobe Ahnung davon zu geben, wie wichtig diese Drei für uns sind.