Briefe eines verlassenen Hundes…

Hallo Menschlinge und Hundefreunde,

die Menschin und ich verbringen die Zeit von heute bis Sonntag bei meinem Freund Shep. Seine Leute sind nämlich weggeflogen, weil die Mutter von Sheps Laura ihren Geburtstag in ihrer Heimat Finnland feiert. Und weil Sheppi nicht zu uns kommen kann, weil er Katzen jagt und es deshalb wohl Probleme mit Phoebe geben würde, bleiben wir eben bei ihm. Und weil der Sheppi ein bisschen traurig ist, erlaube ich ihm meinen Blog zu verwenden um seiner Laura und seinem Carsten ein paar Briefe zu schreiben.

Eure Tiffi

 

Liebe Mama, lieber Papa,

 

heute ist ein trauriger Tag. Ihr seid weggefahren und bleibt für immer und ewig weg (Anmerkung der Menschin: 3 Tage). So lange habt ihr mich noch niemals nicht alleine gelassen (Anmerkung der Menschin: Doch haben sie. Das ist aber schon so lange her, dass er das nicht mehr weiß). Ich bin ganz bestimmt der aller verlassenste Hund auf der ganzen, weiten Welt.

Gut, Tiffi und Tante Karen sind hier um auf mich aufzupassen. Und gleich gibt es Abendessen und später trocknet die Tante noch Hühnerfilet für uns im Ofen. Vielleicht haben Tiffi und ich auch ganz toll im Garten miteinander gespielt… aber das ändert gar nichts daran, dass ich ganz furchtbar schrecklich traurig bin. Schließlich habt ihr mich sonst immer mitgenommen nach Finnland. Immerhin bin ich doch ein finnischer Lapphund.

Zugegeben, dieses Flugzeug mit dem ihr da hingeht, dass klingt nicht besonders verlockend. Das scheint noch schlimmer zu sein, als Auto fahren. Aber ich hätte das bestimmt geschafft. Papa hätte mich ja auf den Schoß nehmen können (Anmerkung der Menschin: Nein, hätte er nicht. Shep wiegt 20 kg und darf somit nicht in der Kabine reisen).

Aber wahrscheinlich seid ihr genauso traurig und verlassen wie ich. Immerhin bin ich nicht da um auf euch aufzupassen und im Gegensatz zu mir habt ihr gar keinen, der sich um euch kümmert. Und wahrscheinlich vermisst ihr mich ganz schön schlimm (Anmerkung der Menschin: Das glaube ich allerdings auch). 

Deshalb hat die Tante angeboten, dass ich ihr Briefe für euch diktieren kann. Damit ihr wisst wie es mir geht und was ich so mache und das ich keine Hornissen esse und was ihr eben immer alles so wissen wollt.

 

Viele Grüße und Abschlecker,

euer Shep

Wie ich einmal meinen Hund verlor, bevor ich ihn hatte…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

 

schon lange habe ich euch versprochen irgendwann einmal zu erzählen, was damals zwischen Tiffis Pflegefrauchen und mir vorgefallen ist.

Lange habe ich dies vor mir hergeschoben, weil es für mich eine sehr emotionale Angelegenheit war, ist und vermutlich immer bleiben wird.

Wie ihr wisst, fuhren Laura, Carsten und ich mit Shep damals insgesamt 1000 km, bei wildeste, Schneetreiben um Tiffi kennen zu lernen.

Tiffi war perfekt, ich auf den ersten Blick verliebt. Ihr Pflegefrauchen ebenso begeister von mir, wie ich von Tiffi.

Noch am Abend zuvor hatte mich der Verein angerufen und mir mitgeteilt, dass die Vorkontrolle einwandfrei verlaufen sei und ich Tiffi auch gerne sofort mitnehmen könne. Als ich erklärte, dass das nicht ginge, weil der Mann und ich doch noch wegfliegen würden und weil ich doch Urlaub für die Eingewöhnung eingeplant hatte, wurde dies mit einem seltsamen Unterton akzeptiert. Einem Unterton, den ich zu diesem Zeitpunkt nicht deuten konnte.

Nachdem ich zurück war, konnte ich es kaum erwarten. Ich kaufte den halben Hundemaxx leer, las Bücher übers Barfen, erstellte Ernährungstabellen und redete vermutlich kaum einen Satz in dem nicht Tiffi oder Hund vorkamen.

Immer wieder schrieb ich E-Mails an Tiffis Pflegefrauchen. Ich bat sie um Fotos, schickte ihr meine Ernährungstabellen, bat sie um Literaturtipps. Die Antworten waren kaum vorhanden und wenn sehr einsilbig. Sie würde mir am Wochenende Fotos schicken, diese seien auf einer anderen Kamera usw.

Freitag Abend saßen wir alle zusammen bei Laura und Carsten. Wir hatten eine Besprechung wegen unserem Mittelalterverein. Da ich dort recht schlechtes Netz habe, erhielt ich irgendwann eine SMS, dass ich einen Anruf von Tiffis Pflegefrauchen verpasst hatte. Ich entschuldigte mich auf die Terrasse und rief zurück. Ein seltsames Gefühl hatte mich erfasst. Ich redete mir ein, dass sie bestimmt nur anrufen wollte um meine Fragen zum barfen zu beantworten. Doch schon an dem Ton mit dem sie mich begrüßte, hörte ich, dass mein schlechtes Gefühl berechtigt war. „Ich habe schlechte Nachrichten für dich…“ war der zweite Satz, nach der Begrüßung. Mein Kopfkino sprang an. Tiffi ist krank geworden oder ein Auto hat sie angefahren. Das waren meine ersten Gedanken. „Ich kann Tiffi nicht hergeben. Ich werde sie behalten.“

Was? Das konnte doch nicht ihr ernst sein. Nach allem was wir besprochen hatten? Nachdem sie mir ins Gesicht gesagt hatte, das ich die richtige für Tiffi sei?

Es folgten Entschuldigungen und Erklärungsversuche. Ich wollte das nicht hören. Ich wusste nicht was ich sagen sollte. Ich fing an zu weinen und ärgerte mich zugleich über meine Schwäche. Ich kannte diesen Hund ja kaum und trotzdem war es, als hätte ich etwas ungeheuer wertvolles verloren. Irgendwann beendete ich das Gespräch. Ich wollte mit dieser Frau nicht mehr reden.

Meine Freunde reagierten fassungslos als ich ihnen erzählte was passiert war. Es entstanden die wildesten Ideen. Man wollte sofort losfahren und Tiffi dort abholen. Man wollte die Pflegestelle anrufen und ihr die Meinung sagen. Man wollte den Verein anrufen und ihm die Meinung sagen. In die Trauer mischte sich große Dankbarkeit dafür, dass es meinen Freunden so viel ausmachte mich leiden zu sehen.

Zuhause lag der Übernahmevertrag im Briefkasten. Der Verein, der ja Tiffis Eigentümer war, hatte bereits unterschrieben. Ich schrieb eine lange E-Mail an den Verein. Ich versuchte meine Enttäuschung in Worte zu fassen und teilte zugleich mit, dass ich die Übergabe der Hündin nicht erzwingen würde, da ich nicht wollte, dass Tiffi unter der Situation leiden müsse.

Der Mann, der den Hund gar nicht hatte haben wollen reagierte wunderbar. Er zeigte Verständnis für meinen Schmerz, tröstete mich und versuchte mir mit gutem Rat zur Seite zu stehen. Obwohl er normalerweise Jemand ist, der sein Recht um jeden Preis durchsetzt, konnte er verstehen, dass ich keinen Kampf auf Tiffis Rücken ausfechten wollte.

Das Wochenende war schrecklich für mich. Überall im Haus lagen die neu gekauften Hundebetten, Leinen und Spielzeuge herum.

Am Sonntag rief mich die zuständige Dame vom Verein an. Sie war fassungslos. Die Pflegestelle hatte ihr nur eine kurze SMS geschickt, die erst durch meine E-Mail überhaupt Sinn ergab. Auf ihre Telefonversuche wurde nicht reagiert. Ich erklärte ihr nochmal meine. Standpunkt und sie dankte mir für mein Verständnis. Vorsichtig schlug sie mir vor mir doch einmal einen anderen Hund anzusehen, der Tiffi ein bisschen ähnlich sei. Dieser Hund sei aktuell noch in Rumänien. Wenn ich interessiert sei, könne sie aber sicher veranlassen, dass sie mit dem nächsten Transport nach Deutschland käme. Sie könne sie auch erst einmal auf einen Tierheimplatz hier vor Ort anmelden, damit ich sie in Ruhe kennen lernen könne. Ich lehnte ab und erklärte, dass ich erstmal mit der Enttäuschung klar kommen müsse, bevor ich mich nach einem anderen Hund umschaue.

Auch hier wurde viel Verständnis gezeigt. Zugleich zeigte sich auch der Verein sehr enttäuscht von der Pflegestelle. Meine Ansprechpartnerin wollte auf jeden Fall nochmal mit ihr sprechen, da sie ihr klar machen wollte, dass diese Entscheidung dann aber endgültig sein müsse und mit allen Konsequenzen zu tragen sei. Damit also auch die finanzielle Verantwortung für Tiffi getragen werden müsse.

Am Montag Abend, hatte ich den ersten Schock einigermaßen überwunden. Ich hatte nach der Arbeit eingekauft und schaltete mir eben mein Hörbuch ein um ganz gemütlich unser Abendessen zu kochen. Da klingelte mein Telefon. Die Pflegestelle. Mein erster Impuls war sie zu ignorieren. Dann ging ich aber doch dran.

Sie erklärte mir, dass sie einfach Panik bekommen habe. Tiffi sei schon so lange bei ihr und sie hänge sehr an ihr. Sie hatte geträumt, dass Tiffi bei mir verloren ginge und das habe sie zu einer Kurzschlussreaktion verleitet. Sie wolle sehr gerne, dass Tiffi zu mir zieht, wenn ich es denn auch noch wolle. Sie habe schreckliche Angst, dass sie durch ihr Verhalten eine einmalige Chance für Tiffi zerstört habe.

Ich erklärte ihr, dass ich Tiffi natürlich noch wolle, dass ich aber einen Augenblick Bedenkzeit benötige. Ich rief Laura an und besprach mich mit ihr. Dann rief ich beim Verein an und lies mir versichern, dass bei einem erneuten Gesinnungswechsel der Eigentümer hinter mir stehen würde, wenn ich Tiffi auch gegen den Willen der Pflegestelle holen würde.

Schließlich rief ich die Pflegestelle wieder an und teilte mit, dass ich Tiffi am geplanten Datum abholen würde. Kurz überlegte ich sofort loszufahren. Aber das wäre sehr unvernünftig gewesen und ich wusste das. Wir trafen Vereinbarungen über regelmäßigen Kontakt und Infos ihrerseits.

Als ich dem Mann erzählte, dass ich Tiffi nun doch holen würde, reagierte er anders als erwartet. Ich dachte, dass er mich für naiv halten würde, dass er mir vorwerfen würde, mir auf der Nase rumtanzen zu lassen. Stattdessen sagte er nur, dass er mich zur Abholung begleiten würde um da zu sein, wenn es Probleme gäbe.

Und so endet die Geschichte zum Glück mit einem Happy End. Und doch, werde ich noch heute manchmal sehr wütend, wenn ich Tiffi ansehe und daran denke, dass ich sie fast verloren hätte, bevor ich sie überhaupt hatte.

Deshalb meine Bitte an euch. Es ist großartig, wenn ihr euch als Pflegestellen zur Verfügung stellt. Ihr gebt solchen Hunden wie Tiffi damit eine tolle Chance. Es ist auch nicht schlimm, wenn ihr merkt, dass ihr den Hund nicht mehr hergeben wollt. Aber bitte überlegt es euch frühzeitig. Lasst nicht zu, dass Jemand sich in das Tier verliebt, sich große Hoffnungen macht um ihm dann zu sagen, dass ihr das Tier behalten wollt. Ihr verletzt die Personen damit tief und vielleicht entscheiden sie sich aufgrund dieser Erfahrungen gegen ein Tier aus dem Tierschutz.

 

Viele Grüße,

Karen mit Tiffi (zum Glück!)

 

 

Meine auch!

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

 

heute muss ich mich mal wieder ärgern. Wenn ihr heute also lieber schöne Hundeerlebnisse lesen wollt, dann solltet ihr lieber einen anderen Blog besuchen.

Worüber ich mich ärgere? Na über das gleiche wie fast immer. Andere Hundebesitzer.

Versteht mich bitte nicht falsch. Es gibt ganz viele tolle Hundebesitzer. Großartige, liebevolle und empathische Menschen, die Rücksicht nehmen und einen mit ihrer Art umfassend beeindrucken.

Und dann gibt es eben diese anderen. Die bei denen man sich fragt, warum sie nicht einfach einen Stein adoptiert haben. Wäre nämlich auf jeden Fall das bessere Haustier für diese Personen.

Neulich gehen Tiffi und ich abends nach der Arbeit nach Hause. Die Ampel vor dem Rathaus ist grün. Ein Paar mit einem Labrador überquert die Straße. Tiffi und ich legen einen Zahn zu. Wir wollen auch noch über die Ampel, die braucht nämlich immer ewig, wenn die mal rot ist. Mitten auf der Straße dreht der Labrador den Kopf und entdeckt uns. Herrchen fällt fast rückwärts um, weil sein Hund plötzlich umdreht und auf uns zuläuft. Er schimpft und zerrt den Hund hinter sich her. Tiffi und ich flitzen äber die Straße, bleiben aber auf dem Gehsteig erstmal stehen um Familie Labrador einen Vorsprung zu geben. Als wir langsam weiter gehen bleibt der Labrador auf dem breiteren Stück Gehweg neben dem Rathaus plätzlich stehen um auf uns zu warten. Alles zerren und schimpfen von Herrchen bringt nix, beziehungsweise hat nur den Effekt, dass der Hund sich hinlegt. Von Frauchen kommt ein: „Dann lass sie doch.“

Ich bleibe stehen und schicke Tiffi hinter mich. Frauchen nimmt Blickkontakt mit mir auf. „Ist das ein Rüde?“ tönt es mir entgegen und wieder mal habe ich nicht die Geistesgegenwart mit: „Ne, ein Käsekuchen!“ zu antworten. Stattdessen sage ich: „Ne, ein Mädel… aber die hat Angst!“ den zweiten Teil mit großem Nachdruck.

Mit einem fröhlichen: „Meine auch!“ packt Frauchen die Leine und stürmt mit Hund auf uns zu. Tiffi versucht sich in meiner Kniekehle zu verkriechen. Ich blockiere den Labrador mit dem Fuß. Die Frau blickt erstaunt auf das panische Elend mit eingekniffenem Schwanz, dass eben noch mein Hund war. „Die hat ja wirklich Angst!“

Herrchen holt etwas verschämt den Labrador und zerrt ihn weg. Frauchen schaut mich fassungslos an. „Was ist denn mit der?“

Was mit der ist? Die sollen sich mal fragen was mit ihnen ist. Vielleicht wäre ein Besuch beim Ohrenarzt sinnvoll. Ist ja nicht so, dass ich es nicht gesagt hätte.

Es ist nichtmal so, dass mich irgendetwas an dieser Begegnung überrascht hätte. Ich bin nur manchmal ratlos was ich noch tun soll. Vielleicht Tiffi mit Absperrband umwickeln? Ihr eine Warnweste anziehen? Mir ein T-Shirt drucken: Bitte kein Kontakt! Mein Hund hat wirklich große Angst!

 

Ratlose Grüße,

Karen und Tiffi

Der große Umzug…

Hallo Menschlinge und Hundefreunde,

wir sind umgezogen. Das hat mit dieser DSGVO zu tun, sagt die Menschin. Ich weiß aber nicht genau was das ist. Aber besonders gut schmecken kann das wohl nicht. Es hat die Menschin nämlich ganz schön beschäftigt. Sowohl in ihrer Arbeit, als auch in ihrem Mittelalterverein und eben hier in meinem Tagebuch. Aber zum Glück hat uns der Menschinenbruder geholfen und uns und unserem Blog ein Körbchen, hier bei sich angeboten.

Ein bisschen werden wir noch rumbasteln. Bei der Menschin ist aktuell ganz schön viel los. Die Arbeit macht ihr Stress und familiär ist auch so einiges los. Aber bald wird es wieder ein bisschen ruhiger und dann erzählen wir euch all die vielen Dinge, die wir erlebt haben und all die vielen Ideen und Gedanken, die uns so durch die Köpfe schwirren.

Viele Grüße,
eure Tiffi

Leibnizkeks mit Chester…

Hallo Menschlinge und Hundefreunde,

die Menschin bemüht sich ja sehr, mir auch Abwechslung in meinem Leben zu bieten. Deshalb fahren wir manchmal in den Wald oder an den Fluß oder an andere schöne Orte zum Gassi gehen. Trotzdem haben wir natürlich so unsere Stammstrecken. Mir macht das auch gar nichts aus, schließlich gibt es ja auch dort immer neue Gerüche zu entdecken.

Ausserdem ist es sehr interessant, weil man natürlich auf den Stammstrecken auch immer wieder die gleichen Leute trifft. Unsere Nachbarin Cora, den Schäferhund zum Beispiel, die inzwischen bestimmt über 40 kg wiegt und ihr Frauchen einfach hinter sich herschleift. Ich finde das nicht so schlimm. Ich habe Cora ja schon als Welpe kennen gelernt und wenn sie mir dumm kommt, dann zeig ich ihr meine Zähne und dann geht es wieder. Nur diese Leinenhedderei, die stört mich schon. Ich mag das nämlich gar nicht, wenn die Leinen so unkontroliert um mich rum und zwischen meinen Pfoten durchwursteln.

Oft treffen wir auch Sammy. Das ist so ein kleiner Cocktailspanier oder wie die heißen. Wenn der mit seinem Frauchen unterwegs ist, dann gibt es Stress. Die leint den nämlich nie an und er stürmt dann immer auf mich zu und macht Rabatz. Aber die Menschin blockt ihn immer ab, indem sie mit dem Fuß feste vor ihm aufstampft und NEIN! ruft und dann läuft er weg. Wenn er mit seinem Juniorherrchen unterwegs ist, ist es kein Problem, weil er dann an der Leine ist und der ihn auch schimpft, wenn er bellt. Mit seinem Seniorherrchen ist es noch besser. Da läuft er ohne Leine, ist nur auf sein Herrchen konzentriert und macht keinen Mucks. Wenn er doch mal in meine Richtung schaut, kommt ein leiser Ton von Herrchen und schon läuft er brav weiter.

Dann ist da noch der goldige Zurückbringer. Der läuft immer im Stechschritt neben seinem Herrchen her und schaut nicht links und nicht rechts. Die Menschin und das Herrchen grüßen sich kurz und dann laufen die beiden weiter.

Der braune Jagdhund, mit dem stest korrekt gekleideten Herrchen mit Hut, der würde schon immer gerne gucken kommen. Sein Herrchen leint ihn aber immer gleich an, wenn er uns kommen sieht.

Die Frau mit dem großen Hütehundmädchen auch. Der Hund ist nämlich mal knurrend auf mich losgegangen und das Frauchen dachte, dass sie mich gebissen hat, weil ich so geschrien habe. Hat sie gar nicht. Ich habe mich nur so erschreckt. Aber dem Frauchen war das so peinlich, weil sie ihren Hund so gar nicht kannte und die sowas noch nie gemacht hat. Seitdem leint sie sofort an, wenn sie uns sieht und bittet auch alle anderen Hundebesitzer ihre Hunde anzuleinen, weil ich so Angst habe und das manchmal die Hunde zu aggressivem Dominanzverhalten provoziert. Das hat ihr die Menschin nämlich nach dem Zwischenfall erklärt. Ich finde das auf jeden Fall sehr nett, dass sie das macht.

Und dann sind da noch Chester und sein Herrchen. Chester ist auch ein großer Hütehund. Ein Briard oder so. Chester ist schon 15 Jahre alt. Deshalb bewegt er sich ganz langsam. Das ist aber auch gut so, weil sein Herrchen für einen Menschen auch schon furchtbar alt ist und mit so einem Gestell läuft. Die beiden trotten also ihrer Wege und ab und zu machen sie eine Pause. Dann sitzt Chesters Herrchen auf seiner Gehilfe und Chester sitzt daneben und beide gucken in die Gegend. Wir bleiben dann immer für ein Schwätzchen stehen. Vor Chester habe ich nämlich keine Angst. Wenn er auf mich zuläuft mache ich schnell einen Schritt beiseite und ihm ist dass dann immer zu mühsam mir hinterher zu gehen, also lässt er mich in Ruhe. Chesters Herrchen würde mich sehr gerne streicheln, aber ich habe leider zuviel Angst vor der gruseligen Gehilfe. Oft hält er mir ein Leckerchen hin. Das nehme ich aber natürlich nicht. Ich nehme nie was von Fremden… ausser es lohnt sich… also bei Pizza oder Döner oder so. Die Menschin hat sich aber immer gewundert, warum ich nicht sabbere. Normal sabber ich nämlich immer, wenn mir einer ein Leckerlie hinhält, dass ich mich nicht zu nehmen traue. Letztlich hat sie es dann aber herausgefunden. Chesters Herrchen hat ihr das Leckerlie nämlich mitgegeben, damit ich es Zuhause essen kann. Zuhause hat die Menschin dann festgestellt, dass es ein Keks für Menschen war. Ein Leibnitz-Zootierkeks. Zum Spaß hat sie mir den Keks dann trotzdem gegeben und ich habe ihn unter mein Kopfkissen geschoben. Ist zwar nicht so mein Fall, aber man weiß ja nie, wann mal schlechte Zeiten anbrechen.

Habt ihr auch solche Standardbegegnungen?

Eure Tiffi

Das ist doch schwierig…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

Tiffi und ich besuchen ja nun schon einige Zeit die Junghundegruppe. Da sich in diesem Übergang von der Welpengruppe aber einige dazu entscheiden die Hundeschule zu verlassen, einige wieder kommen, deren Hunde in der Pubertät plötzlich schwierig werden und unsere Trainerinnen gerade ein bisschen umstrukturieren, arbeiten Tiffi und ich in wechselnden Gruppen. Lediglich Tiffi und Foxy der Foxterrier sind stabil in der Freitagsgruppe um 16 Uhr. Die anderen wechseln durch.

Das führt auch dazu, dass jede Woche wieder eine gewisse Verwirrung auftaucht. Man kann sich das so vorstellen. Alle Hunde werden einzeln durch eine mit Cavalettis (sowas wie diese Hindernisse für Springpferde aber in Klein) abgegrenzte Strecke abgerufen und müssen ohne Leine neben ihrem Besitzer zurück zum Platz gehen. Sie machen das mehr oder weniger gut. Die Trainerin korrigiert, lässt die Übung wiederholen bis sie sitzt und fordert alles von Hund und Besitzer.

Dann werden wir aufgerufen und die Trainerin sagt: „Was meinst du, was Tiffi schaffen kann?“ Ich berate mich kurz mit ihr, trete dann neben die abgesteckte Strecke. Ich lasse Tiffi absitzen, gehe zwei Meter zurück, knie mich hin und rufe Tiffi. Sie geht langsam, seitlich auf mich zu, schleift die Leine dabei hinter sich her. Wenn sie an meiner Hand ankommt, seufzt sie erleichtert und wedelt wild. Ich lobe sie, nehme die Leine auf, stehe langsam auf und gehe an unseren Platz zurück. Die Trainerin überschlägt sich fast vor Begeisterung.

Später, beim gemeinsamen Spiel kommen die Fragen. Unschuldige Neugier, was mit meinem Hund nicht stimmt. Wenn ich erzähle, dass wir schon über ein Jahr in die Hundeschule gehen, sind die ersten ganz erschrocken. Die anderen Hunde in der Junghundegruppe sind ja erst knapp ein Jahr alt. Wenn ich erkläre, dass die Trainerin so begeistert ist, wenn Tiffi etwas scheinbar leichtes tut, weil es für uns so schwierig war überhaupt an diesen Punkt zu kommen, kommen die mitleidigen Blicke. Ich bleibe geduldig. Erkläre, warum Tiffi manchmal in einer Übung einfach aufsteht und sich hinter Foxy oder hinter einem Stuhl versteckt und warum ich darauf so völlig gelassen reagiere. Tiffi bekommt manchmal einfach Angst und sucht dann die Sicherheit eines befreundeten Hundes oder eines Verstecks. Das hat nichts mit Entzug des Gehorsams zu tun. Es ist nicht das gleiche, wie wenn einer der Junghunde während der Übung ein bisschen spazieren geht oder einen der anderen zum Spielen auffordert.

Man fragt nach Tiffis Geschichte. Ich erzähle soviel ich eben von ihrer Vergangenheit weiß. Traurige Blicke und dann sagt irgendjemand eine der vielen Variationen von: „Das ist doch Schwierig mit der…“ „Da hast du dir ja eine Aufgabe ausgesucht.“ und ähnliches.

Ja. Manchmal ist es schwierig mit Tiffi. Vor allem am Anfang war es das. Die üblichen Trainingsmethoden bewirkten nur mehr Angst. Leckerli-Suchspiele um den Hundeplatz positiv zu verknüpfen? Tiffi bekam Panik und versuchte durch den Zaun zu brechen. Spiele ohne Leckerli um den Hundeplatz positiv zu verknüpfen? Tiffi versteckte sich im hintersten Eck.

Nur mit ganz kleinen Schritten und ganz individuell ausgedachten Methoden war es möglich. Mit einer großartigen Trainerin, die uns nicht aufgab, sondern eine besondere Herausforderung darin sah sich Übungen auszudenken, die Tiffi auch bewältigen konnte.

Klar wünsche ich mir manchmal einen Hund, zu dem ich mich auf den Boden werfen kann ohne, dass sie erstmal die Flucht ergreift. Einen Hund der ohne Leine laufen kann. Einen Hund, der an schlechten Tagen nicht schreiend umfällt, weil ich beim Anziehen meiner Weste den Arm komisch bewegt habe.

Aber dann sehe ich Tiffi an. Ich sehe die Fortschritte, die sie gemacht hat. Ich sehe, wie sie mir den Kopf auf mein Bein legt. Ich sehe wie sie mit mir rumalbert und spielt. Und dann weiß ich, dass ich den großartigsten Hund der Welt habe und dass wir zusammen alles schaffen können.

Schulgeschichten…

Hallo Menschlinge und Hundefreunde,

also ich kann euch sagen, heute war ein ganz schön anstrengender Tag. Die Menschin und ich waren heute wieder in der Hundeschule. Und das obwohl es plötzlich Sommer geworden ist und ich in meinem Winterfell ganz schön schwitze.

Zuerst durfte ich mit Elfie spielen. Elfie ist ein Dackel und noch nicht mal ein Jahr alt. Die ist total winzig. Aber Power hat sie trotzdem. Wir sind also rumgefetzt und Elfie hat sich immer wieder auf die Hinterpfoten gestellt und mir im Gesicht rumgeknabbert. Aber dann habe ich auf dem Parkplatz meinen Shep gehört. Da bin ich ganz aufgeregt geworden und habe am Zaun getanzt. Shep ist dann auch zu uns zum Spielen gekommen. Erst war er ein bisschen zu wild mit Elfie. Aber dann hat er gemerkt, dass das so nicht geht, weil die Kleine dann umfällt. Und dann haben wir zu dritt gespielt. Elfie fand den Shep ganz toll und ist immer neben ihm hergehoppelt.

Aber irgendwann war die Spielzeit vorbei und wir mussten in den Unterricht. Am Platz bleiben, während die Menschin die anderen Teilnehmer begrüßt habe ich wie immer problemlos gemeistert. Schließlich waren ja Sheppi und seine Laura neben mir. Aber später sollte ich dann zwischen so Holzzäunen bleiben und die Menschin ist ohne mich weiter gegangen. Ich habe kurz gewartet, aber dann ist es mir zu blöd geworden und ich bin wieder zum Shep gelaufen. Die Leine habe ich einfach hinter mir hergezogen. Die Menschin hat mich dann wieder eingesammelt und ist mit mir eine Runde um den Platz gegangen. Dann haben wir es nochmal probiert und sie ist nicht so weit gegangen. Da habe ich dann doch auf sie gewartet. Habe ja gemerkt, dass ihr das irgendwie wichtig war.

Ein bisschen später haben wir diese Übung gemacht, bei der die Menschen einen ableinen, ein Stück gehen und einen dann rufen. Die Menschin und ich haben es neben den Hindernissen probiert. Eigentlich schaffe ich es inzwischen kurz zu warten und dann zwei Meter zur Menschin zu laufen, damit sie mich wieder anleinen kann. Aber als sie heute die Leine abgemacht hat, bin ich wieder so unsicher geworden und da bin ich weggelaufen und habe mich hinten am Zaun versteckt. Aber die Menschin war gar nicht böse. Sie hat nur die Schultern gezuckt und gesagt, dass ich auf sie warten soll, weil sie mich abholt. Dann ist sie ganz entspannt zu mir gekommen, hat mich angeleint und mich wieder zu unserem Platz gebracht.

Am Schluss mussten wir noch alle mit unseren Menschen an der Hundetrainerin vorbeilaufen, die auf dem Boden gekniet und uns ein Leckerchen angeboten hat. Aber ich bin ja nicht doof. Das darf man nämlich gar nicht nehmen. Ich wollte es aber auch gar nicht haben. Ich nehme nämlich nix von anderen Leuten als der Menschin und dem Menschenmann und Laura und Carsten und unseren Arbeitskollegen. Naja, vielleicht wenn sie mir einen Döner angeboten hätte, oder Pizza. Aber ich riskiere meinen Hals doch nicht für ein Leckerchen. Ausserdem habe ich es am Ende sowieso bekommen. Aber halt von der Menschin.

Nach der Stunde saßen die Menschin und Laura noch ewig zusammen und haben gequatscht und Kaffee getrunken… naja, haben Sheppi und ich halt ein Nickerchen gemacht und zwischendurch die anderen Hunde beobachtet.

Auf jeden Fall glaube ich, dass ich ganz schön Fortschritte mache, auch wenn es manchmal nicht so gut klappt. Die Menschin sagt auf jeden Fall, dass es so ist.

Liebe Grüße,

eure Tiffi

Das Knabberkissen…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

Tiffi hat da diese sehr unangenehme Angewohnheit. Wenn sie unsicher oder nervös ist, dann kaut sie gerne an Sachen herum. Meistens tut sie das dann, wenn sie längere Zeit (mehr als drei Stunden) alleine ist.

Zuhause fielen diesem Verhalten meine Hausschuhe und die Hausschuhe des Mannes zum Opfer. Auch Tiffis Lieblingskuscheldecke hat einige Löcher. In ihrer Pflegestelle hat sie mal eine komplette Couch bis zu den Federn zerlegt.

Allerdings habe ich festgestellt, dass sich diese Sache einfach lösen lässt, indem ich ihr einen Ochsenfiesel oder eine andere harte Knabberei dalasse, wenn ich gehe. Normalerweise hat sie für solche Leckereien nicht viel übrig. Wenn sie aber nervös wird, dann überträgt sie ihren ganzen Stress auf den Kauartikel und entspannt sich so, bis ich wieder da bin. Auch in der Arbeit hat sie immer einen Kauartikel in ihrem Bett liegen, damit sie den Frust verarbeiten kann, wenn ich bei Gericht oder auf Hausbesuch bin.

So könnte also alles ganz Problemlos sein. Wäre da nicht diese eine Sache. Wenn Tiffi mit ihrem Kumpel Shep zusammen alleine bleibt, weil wir zusammen auf einer Veranstaltung sind und die beiden sich Gesellschaft leisten sollen, kann ich ihr keinen Kauartikel dalassen. Shep frisst die nämlich für sein Leben gern und würde ihn innerhalb der ersten paar Minuten einfach auffuttern. Oder die beiden würden sich darum streiten, was wir natürlich auch nicht wollen. Deshalb passiert es regelmäßig, dass Lauras und Carstens Fleecedecken oder Sheps heiß geliebte Stofftiere neue Löcher haben, wenn wir wieder zurück kommen. Im Normalfall nur sehr kleine Löcher, aber doof ist das natürlich trotzdem.

Also habe ich lange über eine Lösung nachgedacht. Mir ist dabei aufgefallen, dass Tiffi üblicherweise meine oder ihre eigenen Sachen ankaut. Nur, wenn sie nichts davon finden kann, nimmt sie das was eben da ist. Ich habe also die Vermutung, dass Dinge, die einen vertrauten Geruch haben, besser beruhigen als andere.

Also sortierte ich ein altes Schlafshirt von mir aus dem Schrank aus und brachte es meiner Mutter, die mir daraus ein Kissen nähte. Hätte ich es selber genäht, hätte Tiffi nämlich keine Löcher reinmachen müssen, dann hätte es von Anfang an genug gehabt.

Ich schlief dann selber auf dem Kissen, um den Geruch zu verstärken. Inzwischen liegt es in Tiffis Hundebett und sie benutzt es selber als Kopfkissen. Zu den nächsten Besuchen bei Shep und auch in anderen fremden Umgebungen wird es uns auf jeden Fall begleiten und ich bin schon sehr gespannt ob es als Fokus für Tiffis Frustmomente dienen wird oder weiterhin nur als ihr Kuschelkissen.

Viele Grüße,

Karen

Verunsicherungen…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

am Freitag fuhren wir mit vier Autos und zwei Hängern auf den Mittelaltermarkt. Nach der Ankunft gingen Laura und ich zur Veranstaltungsleitung um uns unseren Platz zuweisen zu lassen. Die anderen warteten mit den Hunden am Auto. Tiffi und Shep saßen auf der Hundedecke auf meiner Rückbank. Shep war wohl sehr aufgeregt. Carsten versuchte ihn zu beruhigen. Tiffi wurde das irgendwie zu eng und sie versuchte auszusteigen. Allerdings war sie noch angeschnallt und blieb deswegen mit der Hinterpfote am Türrahmen hängen. Als wir zurückkamen und mit den beiden eine kleine Pieselrunde drehten, sah ich etwas Blut an ihrem Hinterbein. Da sie aber nicht humpelte, ging ich davon aus, dass sie sich die Kralle wieder aufgerissen hatte. Erst als ich etwas später genauer nachsah, stellte ich fest, dass die Kralle, neben der, die sie sich vor zwei Wochen abgebrochen hat auch zu einem großen Teil fehlte. Sie hatte sie beim Sprung aus dem Auto wohl abgerissen.

So verbrachte ich den Markt mit einem etwas mulmigen Gefühl. Ich desinfizierte die Wunde und machte einen Verband. Dieser wurde allerdings schnell feucht. Also trug ich regelmäßig Silberspray auf und verpackte die Pfote zum Schutz in ihrem Pfotenschuh. Man glaubt ja gar nicht, wie so ein Hundefuß zu stinken anfängt, wenn der Schweiß nicht abtransportiert wird. Am Sonntag telefonierte ich mit einem Tierarzt, der mir riet sie weiter zu beobachten. Am Montag kam ein ehemaliges Gruppenmitglied mit seiner Frau vorbei, die Tierärztin ist. Sie warf einen Blick auf die Kralle und beruhigte mich. Alles nicht so schlimm. Nachdem wir Montag auf Dienstag bis 4 Uhr morgens mit Abbau, Transport und Entladen beschäftigt waren, hiefte ich mich am Dienstag trotzdem um 10 Uhr aus dem Bett und fuhr zu meinem Tierarzt. Auch er teilte mit, dass die Wunde gut verheilte und zeigte sich erstaunt, dass ich es unter Marktbedingungen geschafft hatte eine Entzündung zu vermeiden.

Zum einen war ich stolz, weil ich Tiffi trotz allem gut verarztet hatte und weil ich ein gutes Gefühl für den Zustand meines Tieres habe. Zum anderen verunsicherte mich, dass ich mir selbst nicht genug vertraue. Eigentlich habe ich immer ein gutes Feeling für meine Tiere. Ich weiß, was ich selber machen kann und wo ich Hilfe brauche. Ich kann gut einschätzen ob ein Tierarzt nötig ist oder ob ich etwas selber behandeln kann. Aber zugleich habe ich Angst einen unverzeihlichen Fehler zu machen. Was wäre, wenn ich eine dramatische Verletzung zu harmlos einschätze und Tiffi deshalb einen Fuß verliert? Was ist, wenn ich nicht rechtzeitig reagiere und es sie das Leben kostet?

Mit Balu bin ich diesen Grenzgang jahrelang gegangen. Durch seine schwere Krankheit war ich immer wieder gezwungen Entscheidungen zu treffen. Behandlungen anzunehmen oder abzulehnen. Untersuchungen zuzulassen oder zu verweigern. Zu entscheiden wann ich zum Tierarzt muss. Abzuwägen, was Unwohlsein durch die Grunderkrankung und was eine eigene Erkrankung sein könnte.

Doch trotz alle dem hat es seinen Schrecken nicht ganz verloren. Ich habe die Verantwortung für ein anderes Leben übernommen. Tiffi und Phoebe vertrauen mir. Sie können nicht für sich selbst entscheiden. Wenn ich sie falsch ernähre, müssen sie es ausbaden, obwohl sie keine Wahl haben als zu essen, was ich ihnen gebe. Wenn ich eine Krankheit nicht rechtzeitig erkenne, dann müssen sie leiden. Wenn ich im Sommer die Hitze des Bodens unterschätze, dann muss Tiffi mit verbrannten Füßen herumlaufen. Und so weiter…

Erscheint euch diese Verantwortung auch manchmal so riesig? Oder geht das nur mir so?

Vorbereitungen…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

Tiffi und ich stecken tief in den Vorbereitungen. Morgen geht es für uns endlich wieder auf einen Mittelaltermarkt. Für Tiffi ist es der zweite Markt ihres Lebens. Bei mir waren es inzwischen schon ein paar mehr.

Und da wir ja nunmal noch nicht Sommer haben, gibt es da einiges zu bedenken. Erstmal natürlich mein eigenes Gepäck mit ausreichend warmen Sachen, die man unter die Mittealterkleidung anziehen kann, mit genug Fellen für das Bett und Schlafmützen, Stricksocken und solchen Sachen.

Aber auch Tiffi soll wieder ein schönes Markterlebnis haben. Also mussten natürlich in ihre Kiste (Tiffi hat ihre eigene Holzkiste für ihr Gepäck) erstmal genug Futterdosen. Ausserdem habe ich noch Hühnerbruststreifen für sie und Shep getrocknet. Schließlich brauchen brave Markthunde auch eine gute Belohnung. Auch zwei Tüten mit großen getrockneten Hühnerbrüsten und Kaustreifen wurden eingepackt. Die gibt es für Tiffi Abends immer als Betthupferl, während wir Menschen uns bettfertig machen. (Wenn man sich bei um die 0 Grad in einem Zelt bettfertig macht, ist das etwas aufwändiger und langwieriger als im warmen Bade- und Schlafzimmer zuhause… zumindest bei mir). Ausserdem wanderten das schwarze Panikgeschirr und die Lederleine in die Kiste.

Relativ lange habe ich mich wie üblich mit der Frage des Schlafplatzes beschäftigt. Letztes Jahr habe ich für Tiffi eine Memoryschaummatratze mit gummierter Unterseite und Teddyflecebezug gekauft. Die Matte ist prima, nur leider furchtbar unhandlich und schlecht zu verstauen. Also packte ich nur das Vetbed ein, dass ihr Sheppis Leute zu Weihnachten geschenkt haben. Sie liegt dann neben meinem Bett auf einem Schichtsystem aus einer Plane, einem Teppich, Sheps Vetbed (das so riesig ist, dass es den kompletten Platz zwischen Lauras und meinem Bett ausfüllt) und ihrem eigenen Vetbed (das etwas kleiner ist). Von unten ist sie also gut isoliert. Ausserdem habe ich ihr eine größere und wärmere Decke gekauft. Ich würde nämlich gerne dieses Mal auf das wundervolle Erlebnis verzichten, dass mir Jemand nachts um drei, eine circa 0 Grad kalte Nase in meine ungeschützte Halsbeuge schiebt um mir mitzuteilen, dass die Decke verrutsch ist und der Hund wieder richtig zugedeckt werden muss. Sollte Tiffi mit diesem Equipment immer noch zu kalt sein, dann hoffe ich darauf, dass Shep sich wie auf dem letzten Markt erbarmt und sich an sie kuschelt um sie zu wärmen. Der Finne ist für solche Temperaturen nämlich einfach besser angezogen.

Zum Hundegepäck gehört übrigens auch noch ein Erste-Hilfe-Set, eine extra Rolle selbsthaftender Verband und Tiffis kleiner Stoffhund „Knuddel“. Ausserdem verstecken sich ganz unten in der Kiste zwei Ostergeschenke für Tiffi und Shep.

Was gehört denn so in euer Reisegepäck für den Hund?

Liebe Grüße,

Karen