In English, please

Ich hab heute zufälligerweise folgendes Video gesehen und dann darüber sinniert dass ich a) Spanisch, Italienisch oder am Besten beides lernen möchte und b) wie lange ich schon Englisch spreche

Jetzt muss ich dazu sagen, dass ich seit jungen Jahren immer mal wieder Englisch in sanfter Dosis über meine Cousins abbekommen habe, die beiden sind nämlich in England, Neuseeland, Süd Afrika und Holland groß geworden und wir haben sie ab und zu besucht und dass ich in der Schule immer so auf einer vier rumgedümpelt bin in Englisch.

Als Jugendlicher war Englisch dann immer mal wieder in Spielen und Filmen, die wir so konsumiert haben, aber nicht vorherrschend. Ich weiß wir haben mal die komplette Escaflowne Serie auf Japanisch durchgebinged mit englischen Untertiteln ohne große Probleme, aber Sprachkompetenz war da nicht weit her. Bei einem der Besuche in Holland bei Tante und Onkel, hab ich einige, nicht ganz nüchterne Zeit, bei amerikanischen Bekannten verbracht und kam zurecht. Ob der Alkohol und das THC dazu beigetragen haben, keine Ahnung.

In der Ausbildung hab ich dann, oh großartige Internetverbindung sei Dank, komplett alle bestehenden Staffeln Southpark durchgeschaut und dass hat ja meine Sprache nachhaltig geprägt. „Respect my Authority!“

Doch erst im Praktikum kam es zu einer Art Wende im Englischsprechen – weil unsere Mutterfirma in England sass, kam man um gelegentliche Besuche der Kollegen nicht herum und es wird mir auf immer im Gedächtnis bleiben, wie mein Kollege aus der UK meinte „You know, you speak two lanugages, I speak only one, so don’t be mad about your level of proficency in English, just speak“

Dass hat damals einen Knoten gelöst und ich habe mir weniger Gedanken über das Wie gemacht sondern eben einfach gequatscht. Nach dem Praktikum gab es eine ganze Weile kaum Zeit dafür Englisch zu sprechen. Bücher, Filme, Webseiten, klar – gerne auf Deutsch oder Englisch. Einzig alle Harry Potter Bände hab ich auf Englisch gelesen, bevor sie auf Deutsch erschienen. Und Stories (Monster Island zB, damals als Serial im Internet).

2008 ging es dann noch mal in die Firma in der ich mein Praktikum gemacht habe mit Weeklys – also regelmässigen Calls mit den englischen Kollegen. Englisch war nichts worüber man groß nachgedacht hat, es lief einfach so nebenher. 2009 war dann das Jahr der GTUG – der Google Technology User Groups und der permanente, regelmässige Kontakt mit unterschiedlichen Dialekten in den UGs aus aller Welt, hat enorm geholfen.

2010 – 2015 kamen die 3DDruck Usergroups, die Beschäftigung für eine englische Firma in Hong Kong (Makibox) und Google+ dazu. Viel Schrift aber auch viel Sprache in den Planungsmeetings der UGs, der Events (Google Developer Days 2011 in Berlin) und wieder viele Dialekte.

Beim letzten Besuch bei der Agentur für Arbeit (2016 oder so) hab ich dann mein Skilllevel im System auf Verhandlungssicher hochgehievt. Ganz ohne Test, nur auf Basis meiner eigenen Einschätzung.

Seit 2016 und dem halben Jahr in der Spanischen Firma, sowie den wechselnden Firmen danach, von denen jede externe Entwickler in Weissrussland, Mazedonien oder Pilsen sitzen hatte und den Dailys, Weeklys und teilweise vor allem dem Blick auf andere Exkollegen, die teilweise sehr zu kämpfen hatten aber älter waren als ich, hab ich überhaupt gar keine Beklemmungen mehr.

Über den Daumen würde ich sagen, 50% meiner täglichen Kommunikation sind Englisch, im Arbeitsalltag. Und ich fühle mich wohl in der Sprache.

Und jetzt, wo ich zwar immer noch viel dazulernen kann an Vokabeln und es auch regelmässig tue, wäre es glaube ich Zeit für eine neue Sprache.