Copy and Paste…

Hallo Menschlinge und Hundefreunde,

wisst ihr was die Menschin oft zu mir sagt? Sie sagt, dass ich voll der Nachmacher bin.

Es ist nämlich so. Als ich aus Rumänien kam, da wusste ich wie man sich in Rumänien auf der Straße und im Shelter verhalten muss um zu überleben. Ein Shelter ist übrigens ein öffentliches Gefängnis für obdachlose Hunde. Obdachlosigkeit bei Hunden ist in Rumänien nämlich illegal und deshalb wird man gefangen und eingesperrt, wenn die einen erwischen.

Als ich dann nach Deutschland kam, kannte ich die Regeln nicht. Ich wusste nicht was hier läuft und wie das weitergehen würde. Also tat ich das, was ich ziemlich gut kann. Ich überlebte weiter.

Als ich dann aber immer mehr deutsche Hunde kennen lernte, da sah ich, dass die nicht überlebten und ich fand heraus, dass sie es oft auch niemals in ihrem Leben getan hatten. Ich fand heraus, dass auch ein Hund glücklich zu sein, Spaß haben und einfach das Leben genießen kann. Ich wollte das auch gerne lernen. Aber ich wusste eben nicht wie das gnau funktioniert.

Also fing ich eben an andere Hunde zu kopieren. Nachzuahmen, was sie tun um herauszufinden warum sie es machen. Und wenn mir das Ergebnis gefällt, dann behalte ich diese Verhaltensweise.

Mein Freund Shep ist so ein Hund, der das Leben in vollen Zügen genießt. Er ist als Baby zu Laura und Carsten gekommen und musste niemals um sein Leben fürchten. Die einzigen Kämpfe um Essen die er kannte, waren die mit seinen Geschwistern. Angst hat er nur vor wenigen Dingen wie Gewitter und lautes Knallen.

Deshalb schaue ich mir gerne Verhaltensweisen bei Shep ab. Schließlich will ich auch gerne so sein wie er. Keine Angst haben und einfach nur glücklich sein.

Zum Beispiel habe ich oft gesehen, dass Shep mit Stofftieren in der Schnauze durch die Gegend rennt und dabei sehr zufrieden wirkt. Also habe ich es ganz vorsichtig auch mal ausprobiert. Am Anfang war ich sehr über meinen eigenen Mut erschrocken, weil ich dachte, dass ich vielleicht Ärger mit der Menschin bekomme. Aber inzwischen weiß ich, dass die alle mir gehören. Ausser die kleinen, die gehören Phoebe. Aber der macht es nix aus, wenn ich mir eins von ihren ausleihe. Sie dürfte auch meine rumtragen. Aber die sind meistens genau so groß wie sie selber.

Von Shep und Panda zusammen habe ich mir abgeguckt, wie man richtig spielt. Die zwei spielen nämlich nur wenig fangen. Meistens fechten sie Scheinkämpfe aus. Sie kauen aufeinander rum, werfen sich gegenseitig um und rollen über den Boden. Das kannte ich so nicht. Die wenigen male, dass ich mich überhaupt mit Spielen beschäftigt habe, waren es gegenseitige Jagden. Kämpfe gab es zwar auch. Die hatten aber nix mit Spaß zu tun. Deshalb ist es mir am Anfang sehr schwer gefallen mich an diesen Kampfspielen zu beteiligen. Ich hatte Angst, dass die Sache vielleicht doch ernst wird. Aber nachdem ich mir das eine Weile angeschaut habe und mal einzelne Verhaltensweisen von Shep und dann wieder von Panda nachgeahmt und ausprobiert habe, habe ich festgestellt, dass das total viel Spaß macht.

Vor kurzem habe ich mir bei Shep auch die Sache mit der Pfote abgeguckt. Manchmal macht er sowas mit seiner Pfote und dann bekommt er ganz viel Lob und Leckerlie. Also habe ich versuchsweise auch mal die Pfote gehoben und Richtung Laura gestreckt, als wir beide vor ihr saßen. Ich habe dann auch viel Lob bekommen und am nächsten Tag hat mir die Menschin beigebracht, dass es dafür auch einen Befehl gib und das ich die Pfote auf ihrer Hand ablegen muss. Gar nicht so einfach für mich, weil ich es doch gar nicht mag, wenn man meine Pfoten anfasst.

Es gibt noch ein paar Sachen, die ich mir abgeguckt habe. Zum Beispiel, dass man nach geschäftlichen Erledigungen nachscharren und den Geruch verteilen kann, wenn man sich besonders mutig fühlt. Und das man an Mauern und Bäumen besser markieren kann, wenn man das Bein hebt.

Von Bran habe ich mir abgeguckt, dass man laut grummeln muss, wenn die Menschlinge zu laut sind, wenn man schlafen möchte. Sie werden dann zwar nicht leiser, aber sie wissen wenigstens, dass man genervt ist.

Von Phoebe der Katze habe ich gelernt, dass man seinen Kopf an Sachen reiben muss, die man gerne hat. Zum Beispiel macht das Sinn bei Menschen die man mag. Ich weiß zwar nicht genau warum, aber Phoebe sah dabei immer so zufrieden aus. Deshalb habe ich mir das auch angewöhnt.

Es gibt bestimmt noch andere Sachen, die ich mir im Laufe der Zeit abgeguckt habe. Aber alle fallen mir nicht mehr ein. Die Menschin hat ein bisschen Angst, weil bei uns in der Hundeschulgruppe zwei kleine Wuschelhunde sind, die immer mit ihren beiden Vorderpfoten überkreuz in der Luft wackeln, wenn sie etwas haben wollen. Sie befürchtet, dass ich das auch versuche und dann umfalle, weil ich dafür zu groß bin. Mal sehen. Vielleicht probiere ich es erstmal heimlich aus, wenn die Menschin nicht hinguckt.

Liebe Grüße,

eure Tiffi

2 Antworten auf „Copy and Paste…“

  1. Es ist schön zu lesen, dass Du wirklich hier angekommen bist und den Mut hast neue Dinge zu lernen. Egal wer sie dir beibringt, es ist schön, dass Du mutig bist und es auch versuchst. Hoffe, dass Du noch ganz viele Dinge lernst und ein typisch deutscher fröhlicher Hund werden kannst.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

  2. Das liest sich doch wirklich gut – denn auch das Ausprobieren von neuen Dingen braucht manchmal Mut und auch ein Gefühl von Sicherheit. Ich finde es toll, dass Du Dir von verschiedenen Tieren so unterschiedliche Dinge abgeschaut hast – so lernt man ja auch Neues am einfachsten.
    Ich wünsche Dir noch viele schöne neue Erfahrungen und sende liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

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