Eine lange Woche…

Montag

Letzten Montag war der große Tag. Ich brachte Tiffy um 8 Uhr in die Tierklinik und überließ sie einem sehr netten Oberarzt. Trotzdem brach mir ihr Blick, als ich ging fast das Herz und als ich vorne an der Theke nochmal meine Telefonnummer abglich, hörte ich mein kleines Mädchen hinten über das Linoleum schlittern und musste mich sehr beherrschen um nicht zu weinen.

Im Wartezimmer

Der Arbeitstag verlief für mich eher unproduktiv. Kurz nach der Mittagspause kam zu, Glück bereits der Anruf, dass Tiffy wach war und es ihr soweit gut ging. Sie sollte noch eine Infusion und etwas Wärme bekommen und um 16 Uhr dürfte ich sie holen.

Um 15.40 stand ich also wieder in der Klinik. Mein Auto etwas dreist am Rand der Zufahrt geparkt. Aber alle Parkplätze waren voll und ich wollte mit dem frisch operierten Hund nicht weiter laufen als nötig.

Nach kurzer Zeit im Wartezimmer hörte ich Jemanden über den Flur schlittern. Der Stationsarzt kam mit Tiffy ums Eck. Meine arme Maus war überall nackt und verpflastert und konnte noch nicht so richtig geradeaus gucken. Ich nahm sie mit ins Wartezimmer, während der Stationsarzt eine. freien Raum zur Besprechung suchte. Tiffy sah mich immer wieder kurz an, wedelte und vergaß dann wohl, dass ich da war und versuchte durch das bodentiefe, geschlossene Fenster nach draußen zu gelangen um mich dann wieder anzugucken und kurz zu wedeln. Eine Frau die mit ihrer Katze wartete guckte Tiffy ganz erschrocken an und fragte ob sie wohl angefahren worden sei.

Die Ausbeute der Arthroskopie

Während der Besprechung mit dem Arzt fiel auf, dass Tiffys Brustpflaster durchsuppte. Er nahm sie also nochmal kurz mit um das Pflaster zu wechseln, während ich an der Theke all mein Geld hinterließ und mein Erstgeborenes und meine Seele verpfändete. Im nachhinein habe ich mich geärgert, dass ich nicht gefragt habe ob ich beim Pflasterwechsel zugucken kann. Es ging nämlich relativ fix und ich hätte gerne gewusst wie die Tiffy festgehalten haben um das zu schaffen.

Nun dackelten Tiffy und ich endlich zum Auto. Ich wollte sie eigentlich reinheben, weil sie ja nicht springen sollte. Sie wich meinem Arm aber geschickt aus, schlüpfte an mir vorbei und saß schon auf der Rückbank, ehe ich richtig gucken konnte. Es ist erstaunlich wie schnell sie selbst dann noch ist, wenn sie eigentlich völlig neben sich steht. Auf der Rückfahrt jammerte sie viel. Leider brauchten wir statt der üblichen 30 Minuten ganze 1,5 Stunde n, weil wir in den münchner Feierabendverkehr gerieten.

Dienstag

Den Tag nach der OP verbrachte Tiffy bei meiner Mutter, da ich im dritten Stock ohne Aufzug arbeite und an diesem Tag einen längeren Aussentermin hatte. Schon beim Abholen sagte mir meine Mutter, dass Tiffy den Tag über immer mal wieder Durchfall hatte.

Kaum Zuhause schaffte es Tiffy irgendwie sich mit der Hinterkralle das Brustpflaster halb zu entfernen. Ich legte also Mull und Pflaster bereit, die man mir in der Klinik mitgegeben hatte und begann vorsichtig das restliche Pflaster zu lösen. Tiffy weinte erbärmlich und wehrte sich nach Kräften. Also holte ich eine Schüssel mit warmem Wasser und durch vorsichtiges anfeuchten der Pflasterränder, konnte ich es schließlich lösen. Das Anbringen des neuen Pflasters war ein Kampf und ich hatte definitiv ungefähr 8 Arme zu wenig. Schließlich sah ich mich gezwungen Tiffy sehr laut und deutlich mitzuteilen, dass sie liegen bleiben muss. Das zeigte Wirkung, tat mir aber natürlich schrecklich leid.

Improvisierter Schutzärmel

Nachdem wir fertig waren und Tiffy wieder in ihrem Schutzshirt steckte, kontte sie sich gar nicht beruhigen. Sie hechelte, wanderte durchs Wohnzimmer, kam immer wieder zu mir zum streicheln. Ich kapierte zu spät, dass das gar nicht ausschließlich an der Pflasterodysee lag, sondern daran, dass sie dringend musste. Tiffy wusste sich schließlich nicht mehr zu helfen und hockte sich auf den Boden.

Dies war der Beginn einer furchtbaren Nacht, in der ich niemals eine Stunde am Stück schlief, weil die Maus dann wieder raus musste.

Mittwoch

Morgens fuhr ich gleich mit ihr zum Tierarzt, der ihr eine Spritze gab und verordnete die Schmerzmittel nach Möglichkeit nicht mehr zu geben. Ausserdem bekamen wir noch riesige Magentabletten mit.

Der restliche Tag verlief recht ruhig. Nach dem Tierarzt nahm ich Tiffy mit zu einem zweistündigen Termin in unserer Aussenstelle, den sie friedlich verschlief. Danach nutzte ich meine Leitungsprivilegien schamlos aus und arbeitete im Homeoffice weiter.

So müde nach der letzten Nacht

Tiffy hatte Mittags nochmal Durchfall und danach war Ruhe. Die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag schlief sie gut durch.

Donnerstag

Donnerstag nahm ich Tiffy das erste Mal wieder mit in die Arbeit. Ich ging sehr zeitig los und wir nahmen den Weg ganz gemächlich. Trotzdem war Tiffy völlig fertig als wir ankamen und musste erstmal ganz viel schlafen.

Nachmittags musste ich zu einem kurzen Aussentermin und bat unsere Verwaltungskraft ein Auge auf Tiffy zu haben. Kurz nachdem ich weg war, ging sie in mein Büro und stellte fest, dass Tiffy nicht mehr in ihrem Bett lag. Nach einer kurzen Suche fand sie die Flüchtige auf dem Balkon, wo Tiffy sich versteckt hatte um in Ruhe zu versuchen ihr T-Shirt abzulegen. Als ich zurückkam, lag Tiffy beleidigt in ihrem Bett, weil sie geschimpft bekommen hatte. Obwohl meine Mitarbeiter sonst niemals mit ihr schimpfen.

Am Abend fuhren Tiffy und ich mit dem Bus nach Hause, weil ich ihr den Weg nicht nochmal zumuten wollte. Dafür, dass sie vorher noch nie Bus gefahren ist und Angst vor Bussen hat, war sie sehr tapfer.

Die erste Busfahrt

Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war sehr unruhig, weil Tiffy ständig versuchte an ihren Wunden rumzulecken.

Freitag

Tiffy und ich wollten wieder mit dem Bus in die Arbeit. Leider erwischten wir den falschen Bus, weil ich nicht wusste, dass es für die gleiche Busnummer noch eine Sonderline für die Schulen gibt und mussten dann doch noch ein Stück laufen.

Erschöpft in der Arbeit

Trotzdem war der Arbeitstag recht kurz und ereignislos. Ich rief Vormittags in der Klinik an und erkundigte mich nach dem Befund des Knotens. Man sagte mir, dass ein Ergebnis vorliegt und der Arzt mich zurück rufen würde.

Mittags mussten wir dann nach Hause laufen, weil aufgrund des Altstadtfestes keine Busse mehr durch die Innenstadt fuhren.

Nachmittags kam meine Mutter für zwei Stunden vorbei und passte auf Tiffy auf, damit ich ohne Sorgen zum Friseur gehen konnte.

Am Abend war Nachkontrolle beim Tierarzt. Er war zufrieden, weil der Durchfall so schnell weg war. Die Pflaster fand er noch okay und sagte, dass die sich einfach von selbst ablösen sollen und dann auch keine neuen mehr drauf müssen.

Entsetzt reagierte er, als er erfuhr, dass in der Klinik keine selbstauflösenden Fäden verwendet wurden und er die ziehen muss. Er gab mir ein pflanzliches Beruhigungsmittel mit, dass Tiffy morgens und Nachmittags vor dem Termin einnehmen soll. Trotzdem bat er mich sie nach dem Frühstück nüchtern zu lassen, weil die Wahrscheinlichkeit, dass eine Sedierung notwendig wird sehr hoch ist.

Nach dem Tierarzt rief ich nochmal in der Tierklinik an. Der Arzt sei im OP. Vielleicht würde er noch heute anrufen, aber eher am Montag.

Kurz vor 21 Uhr klingelte mein Handy. Der Arzt war endlich aus dem OP raus. Der Knoten war gutartig. Nur ein Fettgeschwulst. Berge fielen von meinem Herzen. Tiffy fand es hauptsächlich irritierend, dass ich sie abknutschte.

Die Nacht war wieder unruhig, da Tiffy ständig an sich rumleckte.

Samstag

Der Samstag kam heiß und sonnig daher. Morgens fuhr ich mit Tiffy zur Hundewiese, was sie sichtlich genoss, auch wenn wir nicht so weit gehen konnten, weil sie immer noch recht stark humpelt.

Danach wusch ich Tiffys Schutzkleidung im Schnellwaschgang und hängte sie dann raus in die Sonne zum trocknen. Da alles so schlimm juckte, musste ich sie die ganzen zwei Stunden kraulen und streicheln, damit sie nicht kratzte und leckte.

Gerupftes Hundehuhn

Bevor ich sie wieder anzog, cremte ich alle rasierten Stellen und die Pflasterränder mit einer hypoalergenen Hautcreme ein um den Juckreiz zu lindern. Tiffy war kurz skeptisch, genoss das eincremen dann aber sehr.

Am Abend lies ich Tiffy mit dem Mann alleine, da ich mit meinem Mittelalterverein für eine Feuershow gebucht war. Davon abgesehen, dass ich nach der Woche sehr müde war, hingen meine Gedanken auch durchgehen Zuhause bei Tiffy. „Ist alles okay?“ „Kommt der Mann klar, wenn sie sich das Pflaster abreisst oder eine Wunde aufgeht?“

Wieder Zuhause stellte ich fest, dass Tiffys Shirt zwar am Bauch etwas feucht vom lecken war, sonst war aber alles in Ordnung.

Die Nacht verlief recht entspannt.

Die Wut der Verzweiflung…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

als Tiffy zu mir kam hatte sie ungefähr 5 schlechte Jahre hinter sich. 5 Jahre in denen Menschen ihr Schlechtes getan haben. 5 Jahre in denen sie gehungert hat, frieren musste, ohne Schutz war und um ihr Leben kämpfte.

Ich versprach ihr also an ihrem ersten Abend, dass ich ihr dafür mindestens doppelt so viele schöne Jahre geben würde. Weil diese Seele von einem Hund es so sehr verdient hat, glücklich zu sein.

Doch langsam bekomme ich das Gefühl, dass ich mein Versprechen vielleicht nicht halten kann.

Zum einen ist da Arthur, der Tiffy immer wieder Schmerzen verursacht und ihre natürliche Freude an der Bewegung einschränkt. Und natürlich kann es nicht nur eine leichte Arthrose sein, die man gut behandeln kann. Nein. Natürlich muss es eine „End State“ Arthrose sein. Man kann zwar auch hier einiges machen um die Situation zu verbessern und wir scheuen weder Kosten noch Mühen alles Mögliche zu tun, doch letztendlich muss man der Wahrheit ins Auge sehen. Es wird der Tag kommen, an dem nur noch eine komplette Versteifung des Gelenks gegen die Schmerzen helfen wird. Einziger Lichtblick hier ist, dass Tiffys linker Ellbogen, ungewöhnlicherweise vollkommen gesund ist und sie somit gut ausgleichen kann.

Trotz Hinkebein für jedes Abenteuer zu haben.

In der Tierklinik in der ich Tiffy aktuell behandeln lasse geht man übrigens davon aus, dass die Arthrose ein Erbe ihrer Deutschen Schäferhund Vorfahren ist.

Als wäre dies noch nicht genug, entdeckte ich vor drei Tagen bei der Zeckenkontrolle in unserem bayerischen Wald Urlaub, knapp neben Tiffys Brustbein einen kleinen Knubbel. Da ich Mittwoch eh einen Termin in der Tierklinik hatte um das weitere Vorgehen wegen Arthur zu besprechen, lies ich das gleich untersuchen. Die Tierärztin vermutet einen Gesäugetumor. Ich lies also eine Zellprobe entnehmen und warte nun auf das Ergebnis.

So ein lieber Grinsekeks.

Und versuche nicht weiter darüber nachzudenken. Denn sonst schmerzt mein Herz so sehr. Es macht mich so wütend. Nur ist da niemand, auf den ich wütend sein kann. Aber es ist so unfair. Dieser Hund hat so viel gelitten und selber niemals etwas böses getan. Trotz ihrer furchtbaren Angst würde sie eher ihre Zähne verschlucken als einen Menschen zu beissen. Sie versucht immer zu gefallen und man sieht, wie unglücklich sie ist, wenn sie aufgrund ihrer Ängste manche Erwartungen nicht erfüllen, manche Befehle nicht befolgen kann. Wenn ein Mensch Angst vor vor hat, versucht sie verzweifelt zu beschwichtigen und zu gefallen, weil es ihr unbegreiflich ist, dass man sich vor vor fürchten kann.

Einmal so heldenhaft sein wie Tiffy…

So sitze ich also da. Mit Wut und Angst und weiß trotzdem , dass ich weiter alles für meine kleine Maus tun werde, egal wie das Ergebnis der Biopsie ausfallen wird. Vielleicht schaffen wir keine 10 Jahre. Aber wir werden die Zeit, die uns zur Verfügung steht verdammt nochmal gemeinsam genießen.

Eure Karen mit Tiffy

Mordred…

Liebe Menschlinge und Hundefreunde,

vor einigen Wochen trudelte bei uns Zuhause ein großes Paket von Shivas Frauli ein. Die Menschin war etwas erstaunt. Sie hatte Sandra eine DVD geliehen und entsprechend ein viel kleineres Päckchen erwartet.

Das öffnen dieses Pakets sollte mein Leben verändern. Auch wenn das jetzt vielleicht ein bisschen dramatisch klingt. Den neben der DVD, ein bisschen Süßkram für die Menschin, Naschzeug für mich und eine Stofffisch zum spielen, enthielt der Karton auch Mordred.

Mordred ist ein großer, kuschliger Stoffhund mit einem Reisverschluss am Popo. Durch diesen Reisverschluss kann man ihm eine kleine Wärmflasche oder ein Körnerkissen in den Bauch stecken und er gibt dann ganz toll lange warm. Vorher fand ich das mit dem Körnerkissen immer furchtbar doof, weil ich nie wusste wo ich meinen Kopf hinlegen sollte. Diese Körner drücken nämlich nach einer Weile ganz furchtbar im Gesicht. Aber Mordred hat einen ganz dick gepolsterten Rücken und ich kann mich prima an ihn kuscheln, während er meinen Ellbogen warm hält.

Die Menschin hat ihm übrigens den Namen Mordred gegeben. Weil er uns ja im Kampf gegen Arthur hilft und Mordred ist nunmal der einzige, der Arthur besiegen kann.

Mordred gehörte früher übrigens Sandras Hund Rocky, der leider nicht mehr lebt. Deshalb ist es mir eine ganz besondere Ehre, dass Sandra ihn mir vererbt hat. Gerade an einem Tag wie heute, wo es draußen kalt und nass ist und Arthur mir immer wieder in den Ellbogen beisst, bin ich sehr froh, dass Mordred da ist und die Schmerzen in Schach hält so, dass ich schlafen kann.

Habt ihr auch einen Gegenstand, der aus eurem Leben kaum noch wegzudenken ist?

Viele Grüße,

eure Tiffi

Der Esel und das Mäuschen…

 Liebe Blogleserinnen und Blogleser, 

Neulich begleitete meine Mutter Tiffy und mich bei unserem mittwöchlichen Spaziergang mit Sheppi. Während ich Shep reinbrachte wollte meine Mutter Tiffy schon mal ihr Geschirr anziehen.

Ich hörte, wie sie Tiffy aufforderte sich zu setzen und dabei immer strenger wurde. 

„Nicht so böse! Du musst freundlicher mit ihr reden, sonst funktioniert das nicht.“

„Du hast vorhin doch auch so streng mit ihr geredet!“

„Da hat sie nicht gehorcht, weil sie stur war und keine Lust hatte. Jetzt gehorcht sie nicht, weil sie verunsichert ist.“

„Und wie erkennt man da bitte den Unterschied?“

Ich habe zu tun!

Der sture Esel:


Das ist eine sehr gute Frage. Grundsätzlich gibt es bei Tiffy tatsächlich nur zwei Gründe für Befehlsverweigerung. Entweder Angst, oder Dickschädeligkeit. Beide auseinander zu halten mag für außenstehende recht schwierig sein. Ich finde es eigentlich sehr deutlich.

Tiffy verweigert einen Befehl, weil sie gerade etwas besseres zu tun hat oder einfach keine Lust. Oftmals steckt sie dabei bis über die Ohren in einem Mauseloch, gräbt die Wiese um oder rennt mit Karacho ins Unterholz. 

Ihre Ohren stehen dabei komplett vom Kopf ab (ausser bei der Mauselochversion, da sieht man die nicht). Ihr Schwanz ist gerade nach hinten ausgerichtet und die Brust geschwellt. Ein Ohr zuckt unwillig in meine Richtung, der Blick bleibt aber von mir abgewandt bzw. auf das Ziel gerichtet. Grundsätzlich ist Tiffy eh nur dann zu stur einem Befehl zu folgen, wenn sie einen aus ihrer Sicht guten Grund hat. Zum Beispiel etwas interessantes zwischen den Bäumen, eine Maus oder ein wichtiges Loch, dass geöffnet werden muss.

Ich weiß nicht ob das so gut ist…

Das Mäuslein:

Tiffy verweigert einen Befehl, weil sie Angst hat. Im Vorfeld steht oftmals eine verunsichernde Situation, ein zu grober Befehl, eine zu schnelle, zu weit ausgreifende Armbewegung. Ebenso kann es auch eine neue Situation oder ein noch nicht so bekannter Befehl sein.

In diesem Fall sind die Ohren angelegt, der Schwanz eher tief. Reaktion auf den Befehl können Beschwichtigungsversuche sein. Schnauze lecken, tiefes wedeln usw. Ebenso kann es sein, vor allem bei neuen Situationen oder Befehlen, dass sie versucht die Spannung durch herumalbern zu lösen. Eine Spielaufforderung macht und dann im Kreis um mich herumrennt oder sich hinsetzt und mir die Pfote anbietet um den unbequemen Befehl zu ersetzen.

Grundsätzlich läuft da viel nach Gefühl und je nachdem mit welchem Hintergrund Tiffy einen Befehl verweigert, fällt meine Reaktion eher streng oder eher besänftigend aus. 

Wie ist das bei euren Hunden? Gibt es unterschiede warum Befehle befolgt werden oder nicht?

Liebe Grüße,

Karen und Tiffy

Arthur und ein Waldspaziergang…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

letzten Dienstag hatte Tiffy ja nun den Röntgentermin wegen ihrer Arthrose. Den Maulkorb, den wir ihr vorsichtshalber vor der Narkosespritze anlegten, hätte sie eigentlich gar nicht gebraucht. Ihr Kopf steckte fest unter meinem Arm und sie wehrte sich nur wenig gegen die Behandlung. Dafür kämpfte sie umso heftiger gegen die Narkose, versuchte immer wieder auf die Beine zu kommen oder wenigstens den Kopf oben zu halten. Nur meine Hände in ihrem Gesicht konnten sie ein wenig beruhigen.

Ich trug sie mit dem Tierarzt in den Röntgenraum um durfte nach der Aufnahme sofort wieder rein. Tiffy versuchte den Kopf zu heben, lies ihn dann aber erschöpft in meinen Arm fallen als ich sie berührte.

Das Röntgenbild zeigte uns leider, dass der rechte Ellbogen von der Arthrose stark betroffen ist. Der Tierarzt gab uns noch was pflanzliches mit, wollte aber ansonsten erstmal abwarten, welche Erfolge die Physiotherapie bringt. In sechs Wochen möchte er dann das weitere Vorgehen besprechen. Leider erfuhr ich tags darauf, dass sich Tiffys Physiotherapeutin aus persönlichen Gründen aus dem Geschäft zurückgezogen hat. Also erstmal keine Behandlung mit dem tollen neuen Laser, sondern ein Termin im April bei ihrer Kollegin, Behandlung mit dem alten Laser und Gymnastik. Aktuell weiß ich noch nicht so recht wie ich mit dieser Entwicklung umgehen soll. Viele Alternativen bietet unser Landkreis leider nicht und daher werde ich nun erstmal gucken müssen ob es mit der Kollegin auch passt oder ob ein Wechsel nötig wird.

Trotz allem haben Tiffy und ich heute das wunderschöne Frühlingswetter genossen. Mit einigen fremden Hundebesitzern, die ich über eine Facebookgruppe kennen gerlernt hatte, trafen wir uns in einem schönen Waldgebiet hier in der Nähe und machten einen schönen, zweistündigen Spaziergang. Tiffy liebt es unter Hunden zu sein, auch wenn sie heute einen schlimmen Humpeltag hatte und deshalb nicht so gut mit den anderen mithalten konnte.

Sie erntete viel Mitleid von den anderen Hundebsitzern und von Passanten. Lies es sich aber trotzdem nicht nehmen zwischendurch den Turbo einzuschalten und an den anderen vorbei zu ziehen um zu zeigen was sie kann. Ausserdem versuchte die junge Bernersennen Hündin die uns begleitete Tiffy zu dominieren und für meine Prinzessin gibt es ja nichts schöneres als einem Junghund die Leviten zu lesen. Ein Tag an dem man Niemanden reglementiert hat ist quasi ein verlorener Tag.

Etwas beleidigt war sie wohl, als ein Schmetterling auf ihrem Rücken landete und ich sie deshalb auslachte, weil sie so trödelt, dass sie mit einem Baum verwechselt wird. Die anderen lächelten sie sehr mitleidig an, weil sie ja so ein armer Hund ist. Sie aber grinste mich an und fetzte mit Karacho an mir vorbei. Weil ich schließlich die lahme Ente bin und nicht sie.

Liebe Grüße,

Karen und Tiffy

Trainingsbedarf…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

neulich musste ich zu einem Regionaltreffen zum Täter-Opfer-Ausgleich nach Wolfratshausen. Da es bei uns im Büro im Moment ein wenig chaotisch zugeht und ich einen halben Tag unterwegs war, nahm ich Tiffy kurzerhand mit.

Die Kollegen der anderen Fachstellen waren vollkommen begeister von ihr, weil sie die ganzen zwei Stunden der Besprechung ganz still auf ihrer Decke lag und keinen Mucks von sich gab. Beim Aufbruch reichte ein Zungenschnalzen und sie stand neben mir und hielt mir den Hals zum anleinen hin.

„Wow! Da hast du aber einen Glücksgriff gelandet!“, „Andere Tierschutzhunde haben ja große Probleme wegen ihrer Vergangenheit.“ Solche und ähnliche Sätze höre ich immer wieder. Grundsätzlich ist das auch völlig richtig. Ich habe großes Glück. Tiffy bellt kaum, knurrt keine Menschen an, beißt, schnappt und zwickt (im absoluten Angstnotfall legt sie mir die Zähne an der Hand an, was tatsächlich bisher genau zweimal passiert ist, seit sie bei mir wohnt) niemals, ist freundlich zu Kindern und hat die Geduld eines Engels, wenn sie im Restaurant, im Auto oder sonst wo rumliegen und warten muss.

Trotzdem hat auch Tiffy Probleme. Zum Beispiel hat unsere hübsche Anzieh- und Abtrockenshow, bei der Tiffy sich so hindreht wie ich sie brauche und mir die passenden Pfoten anreicht den ganz einfachen Hintergrund, dass es Tiffy schreckliche Angst gemacht hat angeschirrt und abgetrocknet zu werden und ich herausgefunden habe, dass es für sie einfacher ist, wenn sie aktiv beteiligt ist und eine gewisse Kontrolle über den Prozess behält. Für Außenstehende sieht es aber natürlich sehr beeindruckend aus, wie Tiffy auf „rechts“, „links“, „hinten“ usw. reagiert.

Tierarztbesuche mit Tiffy sind eine Katastrophe. Sie zappelt, weicht aus und wehrt sich nach Kräften um nur nicht vom Tierarzt berührt zu werden. Da die Arthrose nach wie vor nicht so auf die Therapie anspricht wie sie sollte, werden nun aber Röntgenbilder von Tiffys Ellbogen unumgänglich. Deshalb wird sie am 12.03. unter Narkose geröntgt. Genau das, was ich so gerne vermieden hätte. Zum einen ist jede Narkose ein gewisses gesundheitliches Risiko, zum anderen habe ich keine Ahnung ob ihre angeknackste Hundepsyche es verträgt.

Es gibt Tage an denen Tiffy fröhlich, gehorsam und ein kleiner fröhlicher Hundeclown ist und es gibt Tage wie gestern, an denen sie beim erledigen ihres Geschäfts augenscheinlich Probleme mit dem Gras vom Vortag hat, ich ihr ans Geschirr greife um mir die Sache anzusehen und sie panisch aufkreischt und mir die Zähne an die Hand legt. An sich kein Drama, könnte man meinen. Blöd gelaufen. Habe eben nicht aufgepasst und war zu hektisch. Nur, dass es eben schon ein kleines Drama ist. Weil es Tage dauert, bis wir wieder im Normalmodus laufen. All die kleinen Macken, die wir eigentlich schon im Griff hatten tauchen wieder auf. Die übliche Funktionalität unseres Gespanns geht verloren und es ist harte Arbeit diese wieder herzustellen.

„Bleib weg von mir. Ich trau dir nicht.“

Zugleich zeigen mir solche Vorfälle immer ganz gut, welche Trainingsthemen als nächstes auf unserer Agenda landen. Zum einen werde ich mit Tiffy intensiv das hochheben und festhalten beim Tierarzt üben müssen und zum anderen das Festhalten am Geschirr beim Gassi gehen. Und so wird uns wenigstens niemals langweilig.

Viele Grüße,

Karen und Tiffy

Arthur nervt…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

Tiffy hat ja schon von ihrer Arthrose berichtet.

Heute hatten wir den Kontrolltermin bei der Physio Tierärztin und die war nicht so zufrieden mit Tiffys Fortschritten, wie ich es mir erhofft hatte. Zwar lahmt Tiffy etwas weniger, aber eben nicht so viel weniger, wie sie es nach zwei Wochen Behandlung eigentlich sollte. Vor allem, da ich guten Gewissens berichten konnte, dass ich mich strengstens an den neuen Ernährungsplan gehalten habe, keine Medikamentengabe vergessen habe und sowohl Gymnastik als auch Wärmetherapie zuverlässig durchgeführt habe.

Das war natürlich nicht die Nachricht die ich hören wollte. Also musste ein weiterer Plan her. Den neuen Ernährungsplan beibehalten, Gymnastik und Wärmetherapie weiter durchziehen, weitere vier Wochen Medikamentengabe um die Entzündung im Gelenk vernünftig in den Griff zu bekommen und Laser… Moment… was?

Und dann erzählte die Physiotherapeutin von einem ganz neuen Lasergerät, dass unter anderem die tiermedizinische Fakultät München verwendet und das ihr erst letzte Woche angeboten wurde. Nur, dass sie so ein Gerät aktuell noch nicht besitzt. Da es sehr teuer ist, will sie erst sehen ob es auch was bringt. Also könnte sie es sich ja für zwei Wochen zum testen schicken lassen und eine Gruppe von Hunden zusammentrommeln, die ähnliche Probleme hat wie Tiffy, um zu sehen ob es hilft.

Klingt ja nicht schlecht. Hauptsache Tiffy geht es besser. Nur einen Hacken hat die Sache. Ich muss dann nämlich zwei Wochen lang jeden zweiten Tag zu ihr in die Praxis. Also morgens vor der Arbeit, weil ich das anders gar nicht unterbringe. Und das ab dem 18.03., wie sie mir im späteren Telefonat mitteilte, nachdem sie Kontakt mit dem Händler aufgenommen hatte. Und das im März, der sowieso so stressig wird und mich an die Grenzen meiner Kräfte zu treiben verspricht.

Dabei treibt mich die restliche Therapie schon manchmal an die Grenzen. Neulich, nach einem langen Arbeitstag, als Tiffy sich partou weigerte sich vor die Wärmelampe zu legen und ich sie irgendwann ausschimpfte, weil sie sich so anstellt und mich im nächsten Moment fühlte, wie das räudigste Mistvieh und deshalb fast in Tränen ausgebrochen wäre.

Zu allem Überfluss hat Tiffy sich letzte Woche auch noch eine Kralle abgebrochen und die Wunde muss verarztet und das Hundetier möglichst von ablecken abgehalten werden.

Doch zumindestens einen Lichtblick hatten wir heute. Der wunderbare 4Pfotenland Shop hatte durch Tiffys Twitter Account erfahren, dass sie sich verletzt hat und uns deshalb ein ganz tolles „Gute Besserung“ Päckchen geschickt. Tiffy und ich haben heute schon die „Leberle“ Hundeleberwurst getestet und die ist der absolute Knüller. Tiffy hat schon immer gelauert, wann ich sie endlich rufe, damit sie super schnell kommen und ihre Belohnung abholen kann. Auch in dem Buch „Bellende Hunde beißen nicht!“ habe ich schon ein bisschen gestöbert und war begeistert, da ich mich in dem Blogartikel Mythen und Legenden ja auch schonmal mit diesem Thema beschäftigt habe.

Wir werden euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten.

Viele Grüße,

Karen

Arthur Rose

Hallo Menschlinge und Hundefreunde,

ich hab euch ja mal erzählt, dass ich immer wieder Probleme mit meinem rechten Vorderbein hatte. Manchmal hat das ganz doll weh getan. Aber nur ab und zu. Aber diesen Winter ist es plötzlich schlimmer geworden. Ich habe oft tagelang gehumpelt und nach dem Spielen mit anderen Hunden konnte ich manchmal kaum noch auftreten.

Also ist die Menschin mit mir zu einer Püsotherapeutin gefahren. Die Menschlinge haben eine Zeit lang geredet und Kaffee getrunken und ich durfte rumlaufen und mir alle Räume angucken. Dann sind wir auf die Straße gegangen. Die Menschin und ich sind auf und ab gelaufen und die Püsofrau hat mit einem Kameradings auf und gezielt.

Wieder drinnen haben die Menschlinge dann in so einen Flimmerschirm gestarrt und wieder ganz viel geredet. Dann haben sie sich zu mir auf den Boden gesetzt und die Püsofrau hat meine Beine und meinen Rücken angefasst. Das fand ich gar nicht lustig und ich habe versucht mich zu befreien und wegzulaufen. Aber die Menschin hat mich am Geschirr festgehalten und als ich gemerkt habe, dass ich nicht wegkann habe ich aufgehört und habe es über mich ergehen lassen.

Als wir fertig waren hat die Frau der Menschin so komische Übungen an einem Stoffhund gezeigt, die sie seitdem mit mir Zuhause macht. Und sie hat gesagt, dass ich eine Arthur Rose im Ellbogen habe. Warum auch immer eine Blume so weh tut.

Auf jeden Fall bekomme ich im Moment jeden morgen einen Keks und der macht, dass mein Bein nicht mehr so weh tut und ausserdem schmeckt der auch noch lecker. Und ausserdem haben die meinen Futterplan angepasst und deshalb haut mir die Menschin jetzt öfter mal Lachs oder Leber oder Herz in die Pfanne und mischt mir das ins Essen. Das finde ich ganz großartig. Und sie schreibt jeden Tag auf was ich gefuttert habe und hat ganz viele Leckereien in diesem Internet bestellt. Am Wochenende darf ich ausprobieren wie Rinderblut schmeckt.

Lachs und Leber…

Leider muss ich aber auch jeden Abend die blöde Wärmelampe auf meinem Rücken aushalten, weil ich einen Schonbezug oder so ähnlich habe (Anmerkung der Menschin: sie meint eine Schonhaltung). Und jeden Abend legt die Menschin mir so ein warmes Körnerkissen auf den Ellbogen. Das finde ich irgendwie komisch.

Wärme für den Rücken…
Wärmflasche fürs Bein…
Wärmekissen fürs Bein… und für den Kopf…

Nächste Woche fangen wir mit den Übungen draußen an. Die Menschin sagt, dass ich dann Slalom und im Kreis laufen muss und in zwei Wochen fahren wir wieder zu der Füsofrau um zu gucken, wie es mir geht.

Vielleicht muss ich auf ein Unterwasserlaufband. Ich weiß nicht genau was das ist. Klingt aber gruselig. Ich glaube nicht, dass ich da mitmache.

Viele Grüße,

eure Tiffy

Das Geschenk…

Hallo Menschlinge und Hundefreunde,

neulich habe ich auf meine Twitter Account ein bisschen herumgealbert.

Nur ein kleiner Scherz…

Und mein lieber Freund Amos nahm mich beim Wort. Er schickte mir ein Päckchen voller Leckereien. Und versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen. Also schuldete ich Amos nun einen Blogartikel.

Zum Glück hat er mir auch gleich noch einen Tipp gegeben, welchen Inhalt er sich für den Blogartikel wünscht. Nämlich einen Test und ein Ranking der Leckereien, die ich erhalten habe. Ausserdem hat er mir eine Liste gemacht, was so alles in dem Päckchen drinnen war. Sonst hätte ich die richtigen Bezeichnungen gar nicht gewusst. Also will ich ihm seinen Wunsch gerne erfüllen.

Und hier folgt nun das große Ranking der Kauartikel aus Amos Wundertüte:

Der Putenflügel

Auf einer Skala von 1-10, definitiv eine 12! Unglaublich lecker und man hat eine Weile daran zu kauen. Es gibt sowohl fleischige Teile als auch Knochen zum knacken. Diese Mischung mag ich sehr gerne.

So lecker…

Die Würstchen

Muss ich da echt noch was zu sagen? Es sind Würstchen! Großartige Würstchen. 50 von 10 Punkten auf der Skala.

Würstchen! 💕

Die Rinderluftröhre

Recht schwierig zu essen. Jedes mal beim ablegen rollt einem das Ding weg. Und wenn man es dann zu fassen bekommt, bleibt man mit dem Unterkiefer drinn stecken. Aber Geschmack und Konsistenz sind gut und deshalb gebe ich stabile 6/10 Punkte.

Das hat ja ein Loch…

Die Honignase

Was ist das für ein Ding? Sieht aus wie dieses weiße Zeug mit dem Menschen Pakete füllen, wenn sie etwas zerbrechliches verschicken. Ihr wisst schon, dieses Strupor oder wie das heißt. Sowas esse ich nicht. 0/10 Punkte.

Nachtrag: Nachts habe ich mich dann doch noch getraut reinzubeissen. Eigentlich schmeckt das Ding ziemlich gut. Wenn man über den Anblick mal hinweg ist. Ich denke 5/10 Punkten sind angemessen.

Der Hähnchenhals

So crunchy, so lecker! Wegen der Form kann man ihn gut zum Kauplatz der Wahl tragen. 10/10 Punkten.

Das riecht so gut…

Das Hirschohr

Ich mag Ohren grundsätzlich nicht so gerne. Egal von welchem Tier. Das Hirschohr ist da leider keine Ausnahme. Ich habe ein bisschen damit im Garten gespielt. Wegen dem Spaßfaktor gebe ich 2/10 Punkte.

Ich weiß nicht was ich damit machen soll.

Das Rinderherz

Lecker, aber sehr hart. Das muss man sich einteilen. Sonst bekommt man einen Muskelkater im Kiefer. 7/10 Punkte.

Ich mache nur kurz Pause…

Zum Abschluss bleibt mir nur, mich noch einmal bei dir Amos und deinem Frauchen zu bedanken. Ein wirklich gelungenes Naschpacket.

Viele Grüße,

eure Tiffy

Mit Liebe und Zwang…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

dieser Artikel geistert schon länger durch mein Gehirn. Bisher habe ich mich aber ein wenig gescheut ihn nieder zu schreiben. Das liegt daran, dass ich durchaus kritische Reaktionen erwarte.

Von daher folgender Hinweis gleich zu Anfang. Wenn Sie, lieber Leser, liebe Leserin, sich kritsch über diesen Beitrag äussern möchten, mich als Tierquälerin beschimpfen möchten, mir oder meiner Familie mit Gewalt oder Schlimmerem drohen möchten, nutzen Sie gerne die Kommentarfunktion unter diesem Beitrag oder die Mailadresse, die Sie im Impressum finden. Wenn Sie eine größere Aufmerksamkeit für ihr Anliegen wünschen, dann besuchen Sie Tiffis Twitteraccount @TiffanyStreuner und pöbeln Sie uns dort unter dem verlinkten Blogbeitrag an.

So. Nachdem wir das nun geklärt haben, wollen wir aber zum Thema kommen. Es geht um Zwang in der Hundeerziehung. (Hört noch Jemand diese unheilvolle Musik, wenn er das Wort Zwang liest?)

Ich oute mich jetzt und hier und gebe zu, dass Zwang eine gewisse Rolle in Tiffis Ausbildung und Erziehung gespielt hat. Ich weiß, man soll den Hund kommen lassen, selbst über das Tempo entscheiden lassen und vor allem einem Angsthund nichts aufdrängen, dass er nicht will. Hätte ich mich an diese Regeln gehalten, dann würde Tiffi bis heute in kein Auto einsteigen, keine Brücken überqueren, kein Gewässer betreten, keine unbekannten Untergründe unter ihren Pfoten zulassen und so weiter und so weiter und so weiter.

Tiffi und mir gelang es erst gewisse Erfolge in der Hundeschule zu erzielen, als unsere wunderbare Hundetrainerin sehr vorsichtig und leise den Vorschlag vorbrachte, Tiffi doch mal ein Zugstopphalsband umzulegen, welches auf engster Position dich am Hals anliegt und sie mit der Leine an diesem Halsband an dem Hinderniss, das sie bis dahin strikt verweigerte vorbei zu führen. Im ersten Moment wehrte sie sich, versuchte kurz durch Kopfschütteln und Rückwärts laufen das Halsband abzuschütteln. Als das nicht ging, lief sie neben mir her, am Hinderniss vorbei. Und auf der zweiten Runde musste ich bereits keinen Zwang mehr ausüben sondern konnte mit Lob und Belohnung arbeiten.

Und so funktionierte es mit vielen Dingen. Tiffi ist ein ängstlicher, zurückhaltender Hund, die aufgrund ihrer Vergangenheit gelernt hat, unsichere Situationen zu meiden. In bestimmten Situationen kann man das aussitzen und warten, bis die Neugier siegt. Andere Dinge verweigert sie aber eben einfach. Weil es für sie grundlegend keinen Anreiz gibt sich diesen zu stellen. Und in diesen Situationen ist es die einzige Möglichkeit sie einmal mit leichtem Zwang da durch zu führen bzw. es einfach mit ihr zu machen. Sobald sie so gemerkt hat, dass nichts schreckliches passiert, kann man es mit Leckerli und Lob aufarbeiten und festigen. Sie sperrt sich nämlich immer nur beim ersten Durchgang. Danach ist sie zur Zusammenarbeit bereit.

Das klingt vielleicht brutal und unüblich und ich mache das bis heute nicht besonders gern. Aber ich weiß, was ihr alles entgangen wäre, hätte ich es nicht getan.

Kuscheln mit viel Körperkontakt zum Beispiel. Ab und zu nehme ich Tiffi kurz in den Arm, obwohl sie sich dagegen sträubt. Dann lasse ich sie wieder los und rufe sie, wenn sie weg geht sofort wieder zu mir um sie intensiv zu streicheln. Dazwischen kurze Pausen und ein näher locken und dann wieder streicheln. Nur so war es möglich ihr zu zeigen, dass enger Kontakt zu einem Menschen etwas schönes und angenehmes ist. Nur so ist es möglich, dass sie sich an mich oder Freunde ankuschelt und sich den Bauch kraulen lässt. Von sich aus, ohne diese Art der „Hilfestellung“ hätte sie das niemals gewagt.

So haben wir es geschafft über Brücken zu gehen, Hindernisse zu überqueren und an dem Zaun mit dem böse bellenden Hund vorbei zu kommen.

Natürlich ist bei dieser Trainingsmethode eine Sache absolut und unumstößlich wichtig. Wenn ich den Hund durch eine Situation zwinge, um zu beweisen, dass nichts passiert, dann darf eben auch nix passieren. Bringe ich Tiffi dazu gegen ihren Willen etwas zu tun, dann muss ich vorher sicher gehen, dass der hinter dem Zaun bellende Hund nicht plötzlich auf uns los geht und das Hinderniss nicht auf sie fällt oder uns ein wild klingelndes Fahrrad auf der Brücke erschreckt. Beim normalen Training nach dem Zwang ist das zu verschmerzen, nervt zwar und wirft uns zurück aber passt schon. Passiert mir das in der Zwangssituation, verliere ich das Vertrauen, dass ich durch die Handlung ja eh schon stark auf die Probe stelle.

Dieser Artikel soll keinesfalls bedeuten, dass ich diese Vorgehensweise für alle Angsthunde empfehle. Oder grundlegend für irgendwelche Hunde. Es war und ist einfach nur die Methode mit der Tiffi und ich bestimmte Hürden überwunden haben und mit der wir bis heute ganz gut zurecht kommen und einige Fortschritte gemacht haben, die manch einer diesem Hund nicht zugetraut hätte. Ich bin sehr froh, dass unsere Hundetrainerin diesen Einfall hatte und wir es einfach probiert haben. Aber jeder Hund ist anders und was für Tiffi richtig ist, könnte für einen anderen Hund ein Katastrophe sein.

Viele Grüße,

Karen