Ist doch nur ein Tier…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

Tiffi und ich haben eine Weile nichts von uns hören lassen. Aber die Arbeit hat mich nach dem Urlaub mit voller Wucht gepackt. Von unserem 6 Leute Team verlassen uns zwei Kolleginnen relativ überraschend. Das hieß, viele Vorstellungsgespräche führen und nebenher noch die reguläre Arbeit mit den Klienten bewältigen. Daher war ich abends oft einfach viel zu müde für mehr als stupides Fernseher anstarren.

Zudem geht es mit dem Mittelalterverein mit großen Schritten auf den nächsten Markt mit Lager und Schaukampfauftritt zu. Dies bringt viel Planung, Organisation und ausserordentliche Trainings mit sich.

Als wäre das noch nicht genug, bekam unsere Katze Phoebe vor drei Wochen eine Blasenentzündung. Einen nächtlichen Besuch in der Tierklinik und drei Tage Schmerzmittel und Entzündungshemmer später schien es, als wären wir über den Berg. Eine Woche später ging es mitten in der Nacht leider wieder los. Der Tierarztbesuch brachte mir eine stark blutende Hand und 7 Tage Antibiotikum für die Katze ein. Ich habe ja schon gelegentlich erwähnt, dass Phoebe nicht so ganz einfach ist. Tabletten mit Futter oder Leckerlie unterjubeln ist absolut unmöglich. Sie lässt das Futter dann einfach stehen, rührt das Leckerlie nicht an und zeigt mir mit flauschoger Pfote den Vogel.

Also blieb mir nur die rabiate Methode. Katze auf den Rücken werfen, mit einer Hand die Vorderpfoten fixieren, ihr die Tablette in die Schnauze werfen und ihr dann mit der anderen Hand den Mund zuhalten. Das die Katze diese Methode bicht besonders schätzt muss ich wohl kaum erwähnen. Mich selbst brachte dies aber ebenfalls an meine Grenzen. Phoebe vertraut mir und dieses Vertrauen zweimal am Tag so sehr zu missbrauchen, ihren Zorn auszuhalten, hat mich zwischenzeitlich in Tränen ausbrechen lassen. Ich konnte es kaum ertragen und war mir zudem nicht sicher ob sie mir das jemals verzeihen würde. Sie hat mich zwischenzeitlich nämlich ganz schön abgestraft. Hat mich ignoriert, nicht mehr bei mir geschlafen und mich angefaucht und angeknurrt, wenn ich sie streicheln wollte. Nun liegen noch zwei Tabletten vor uns und zum Glück hat die Therapie gut angeschlagen.

Das erinnerte mich ein wenig daran, wie sehr mich Balus Therapie damals an meine Grenzen gebracht hat. Zwischenzeitlich bekam er jeden Tag Infusionen von mir verabreicht und mehr als einmal musste ich mir von entfernten Bekannten anhören: „Warum machst du dir so viel Stress? Ist doch nur ein Tier!“

Aber wenn ich sehe, wie nachtragen Phoebe auf die Tablettengabe reagiert, wie sehr mich Balu damals mit Liebe überschüttet hat, damit ich aufhöre ihm weh zu tun und wie tief bei Tiffi die seelischen Verletzungen durch ihre Vergangenheit sitzen, dann weiß ich „Nur ein Tier“ hat eben auch Gefühle.

Mit der Aufnahme in mein Leben habe ich mich nicht nur verpflichtet meine Tiere körperlich zu versorgen, sondern auch auf ihre emotionalen Bedürfnisse einzugehen und zugleich ihre Reaktion auszuhalten, wenn ich manchmal Dinge tun muss, die sie eben nicht verstehen und die sie deshalb verletzen.

Viele Grüße,

Karen und Tiffi

Nur Mut…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

 

inzwischen ist unser Urlaub schon wieder vorbei. Morgen früh hat uns der schnöde Alltag wieder. Es waren zwei Wochen voller Erholung, schöner Erlebnisse und Abenteuer. Trotzdem wird mir ein Tag besonders in Erinnerung bleiben.

Wir waren noch an der Ostsee. Es herrschte Westwind, weshalb das Wasser weiter draußen und der Strand sehr breit war. In Ufernähe zeigten sich mehrere kleine Sandbänke. Zu einer von diesen Sandbänken watete ich vorsichtig. Tiffi stand am Ufer und beobachtete mich misstrauisch, wie ich da mit ihrer 10 Meter Schleppleine im der Hand durch das gefährliche Wasser lief. Tiffi fürchtet sich nämlich vor den Wellen und grundsätzlich vor Wasser, dass tiefer ist als knöcheltief.

Auf der Sandbank angekommen rief ich Tiffi zu mir. Vorsichtig watete sie durch das Wasser bis zu mir rüber. Vor lauter Aufregung, dass sie das geschafft hatte rannte sie erstmal wie verrückt im Kreis am Rand der Sandbank entlang.

Nun kamen Laura und Carsten mit Shep. Die Sanbänke waren auf der vom Ufer entfernten Seite durch einen Sandstreifen verbunden, der nur knapp unter der Wasseroberfläche lag. Über diese. Steg gingen die anderen drei zur nächsten Sandbank. Ich wollte mit Tiffi hinterhergehen. Doch Tiffi verstand nicht, warum wir nicht den direkten Weg nehmen konnten. Sie war so aufgeregt und begeistert, dass sie versuchte geradeaus durch das Wasser zu ihrem Hundefreund zu gelangen. Zwei freudigen Sprüngen folgte ein entsetzter Gesichtsausdruck, als ihr der Boden unter den Füßen plötzlich fehlte und sie schwamm schnell wieder zu mir zurück. Ich muss zugeben, dass ich mich vor lachen kugelte. Was vermutlich genau die richtige Strategie war. Nachdem sich Tiffi nämlich geschüttelt hatte, wedelte sie mich begeistert an, lies sich nun aber doch lieber den richtigen Übergang von mir zeigen.

Wir spielten noch eine Weile zwischen den Sandbänken mit beiden Hunden und setzten unseren Spaziergang dann fort. Man merkte sofort, dass Tiffis Selbstbewusstsein sich gesteigert hatte. Sie jagte ein paar Enten vom Strand (was sie normal niemals tut) kletterte zwischen den Steinen herum, versuchte ein paar Algen zu essen und stiefelte die ganze Zeit mit erhobenem Schwanz vor uns her.

Später kamen wir wieder an die Sandbänke zurück. Wir  bewegten uns wieder zwischen den Inseln. Nur war das Wasser inzwischen ein bisschen höher gestiegen, weshalb an den Übergängen leichter Wellengang herrschte. Tiffi besah sich das ganze und entschied lieber zum Ufer zurück zu kehren… mittig durch das tiefe Wasser… mit mir im Schlepptau. Die Passanten am Strand fanden das sehr lustig, weil ich dabei natürlich ziemlich nass wurde. Ich war einfach nur stolz, weil Tiffi zwischen zwei Angstauslösern Wellen und tiefes Wasser hatte wählen müssen und statt in Panik zu geraten, einfach den gewählt hat, mit dem sie kurz vorher schon hatte umgehen müssen.

Die Tage vorher war Tiffi am Ende der Strandspaziergänge immer völlig fertig und trottete nur noch langsam über den Sand. An diesem Tag aber, an dem wir viel weiter als die anderen Tage gelaufen waren und viel gespielt hatten, lief sie glücklich und stolz bis nach Hause.

Erst die Erkenntnis, dass man auch komplett duschen muss, wenn man komplett im Wasser war, trübte ihre Freude ein kleines bisschen.

Viele Grüße,

Karen und Tiffi

Trigger…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

Tiffi lebt inzwischen seit 1,5 Jahren bei mir. Sie ist ein großartiger Hund. Sie hat gelernt zu Spielen, zu entspannen und einfach ein glücklicher Hund zu sein. Ich habe gelernt auf sie einzugehen, sie zu Fordern und ihr Raum und Zeit zu geben, wenn es notwendig ist.

Wir haben uns beide entwickelt und ich würde behaupten, dass wir inzwischen ein gut eingespieltes Team sind. Trotzdem gibt es nach wie vor schwierige Momente.

Wie Tiffi euch schon erzählt hat, sind wir im Moment an der Ostsee. Ich genieße die Zeit mit meinen besten Freunden die meine Herzmenschen und meine Seelenfamilie sind und Tiffi genießt die Zeit mit ihrem Hundekumpel Shep, der ihr Seelenfreund ist. 1

Gerade weil Tiffi, wenn sie mit Shep zusammen ist sehr entspannt und glücklich ist, passierte es mir heute, dass ich aus Gedankenlosigkeit ein Trauma triggerte.

Wir machten unseren üblichen Nachmittagsspaziergang am Strand. Tiffi war aufgedreht und fröhlich, rannte oft Voraus und nutze die 10 Meter ihrer Schleppleine voll aus. Immer wieder traute sie sich dicht ans Wasser und sprang dann schnell weg, wenn eine Welle vor ihren Pfoten brach. Sie stellte sich ihrer Angst und machte eine Art Spiel daraus.

Auf dem Rückweg warf ich ihr ein paar Leckerlies, die sie glücklich aus dem Sand klaubte. Sichspiele mag sie nämlich besonders gerne. Als wir schon wieder an der Treppe zu unserem Grundstück angekommen waren, begann Shep im Sand zu graben, weil er noch nicht nach Hause wollte. Tiffi hingegen wirkte recht müde und angestrengt.

Ich setzte mich also auf die Uferschutzanlage und rief sie mit einem Leckerlie in der Hand zu mir. Wollte eine kurze Sequenz Sitz, Platz und Pfote mit ihr durchgehen. Befehle, die sie ganz locker befolgen kann und die somit eine Erfolgsgarantie bieten. Doch Tiffi saß wie angewurzelt im Sand und starrte mich an. Dann versuchte sie umständlich über ihre Leine zu steigen um zu mir zu kommen, brach den Versuch ab, drehte um, versuchte es von der anderen Seite und sah mich dabei durchgehend mit großen Augen an. Sie wirkte unsicher und Hilflos. Ihr Wunsch meinem Befehl zu gehorchen war deutlich zu sehen, doch irgendwas blockierte sie. Schließlich setzte sie sich unglücklich mit dem Rücken zu mir in den Sand und sah mich über ihre Schulter an. Ich prüfte also die Umgebung. Das Meer war ruhig und es herrschte kaum Wellengang. Der Wind war nicht besonders stark. Von keiner Seite näherten sich uns fremde Menschen oder Hunde. Shep und Carsten spielten neben uns im Sand, was aber auch nichts ungewöhnliches war und sie niemals zuvor gestört hat. Laura stand daneben und schaute den Spielenden zu. Sie konnte auch nicht der Stein des Anstoßes sein… Moment mal… Stein des Anstoßes… ich hielt einen Stein in meiner rechten Hand. Ich hatte auf dem Rückweg einen Feuerstein aufgehoben, der mir gefiel und da dieser zu groß für meine Hosentasche war, hatte ich ihn in der Hand getragen. Ich hatte also in der linken Hand das Leckerlie gehalten und in der rechten Hand den Stein, als ich Tiffi zu mir gerufen hatte.

Vorsichtig legte ich den Stein in den Sand und rief Tiffi noch einmal. Sie kam sofort, vorsichtig, misstrauisch, aber ohne Verzögerung. Und nun endlich wurde mir klar, dass ich sie selbst sie getriggert hatte. Menschen die einen mit Futter locken und einem dann weh tun, dass ist etwas, dass Tiffi aus ihrem früheren Leben kennt. Und es ist eigentlich ein Trigger, der mir bewusst ist. Am Anfang hatten wir oft damit zu kämpfen. Trotzdem hatte ich es in dem Moment einfach vergessen.

Nun kam der schwierige Teil. Ich nenne es das „War-was-Spiel“.  Es ist nämlich für Tiffi wichtig, die Angst nicht zu verstärken. Ich muss also so weiter machen, als ob nichts gewesen wäre, obwohl ich sie viel lieber in die Arme schließen und ihr versichern würde, dass ihr niemals mehr Jemand weh tun wird. Obwohl ich viel lieber weinen würde, weil ihr so schreckliche Dinge angetan wurden und obwohl ich viel lieber schreien würde, vor Wut über die Menschen, die ihr so weh getan haben.

Stattdessen nahm ich den Stein wieder auf und führte Tiffi die Treppe hoch zum Grundstück. Dort legte ich den Stein auf den Tisch und wechselte die Leine vom Halsband auf das Geschirr. Am Halsband führte ich Tiffi zur Gartendusche um ihr den Sand von den Pfoten zu spülen. Sie mag das eh nicht besonders, heute wehrte sie sich aber deutlich mehr und versuchte noch intensiver auszubrechen als üblich. Danach durfte sie sich in der Abendsonne trocknen und ich überlies sie sich selbst. Im Anschluss gingen wir rein, es gab Abendessen für die Hunde und wir Menschen verließen das Haus um einen Gang über die Promenade zu machen, wärend die beiden in Ruhe schliefen.

Für Tiffi ist diese Methode die beste um die Ängste nach und nach zu vermindern. Sie merkt durch das weiterführen des normalen Programms, dass ihr nichts passiert und ihre Angst keine weiteren Folgen nach sich zieht. Trotzdem tat es mir sehr leid, dass ich den Trigger erwischt hatte, obwohl ich es besser wissen sollte.

 

Viele Grüße,

Karen

 

1. Ich bin kein Fan von Worten wie Seelenfreund, Herzmensch usw. Aber manchmal bietet die Sprache zu wenig Möglichkeiten bestimmte Dinge auszudrücken oder ich müsste erst noch 18 Beiträge dazu verfassen, was Laura, Carsten und Shep für eine Bedeutung für mein Leben und das meines Hundes haben. Von daher nutze ich diese Worte an dieser Stelle um dem Leser eine grobe Ahnung davon zu geben, wie wichtig diese Drei für uns sind.

Seehund…

Liebe Menschlinge und Hundefreunde,

 

wir sind mal wieder mit meinem Kumpel Shep an der Ostsee. Freitag Abend sind wir losgefahren und Samstag früh waren wir dann da. Das war wieder eine ganz schön anstrengende Tour. Ich habe versucht wenigstens ein bisschen zu schlafen, aber der Shep hat de ganze Strecke neben mir gesessen, aus dem Fenster geguckt und gehechelt. Am Anfang habe ich meinen Kopf auf seinen Rücken gelegt, aber irgendwann war mir seine Anspannung zu anstrengend und ich hab mein Gesicht in die Autodecke gedrückt.

Samstag waren wir dann alle ganz schön müde und haben nach dem Frühstück erstmal im Garten geschlafen. Nachmittag sind wir dann ein bisschen am Strand entlang spaziert. Danach sind die Menschlinge zum Essen abgehauen und Shep und ich haben tief und fest geschlafen. Shep hat die Couch in Beschlag genommen und ich habe mich neben meinem Körbchen auf dem Boden ausgestreckt. Als die Menschlinge zurückgekommen sind haben sie versucht soch ganz leise ins Haus zu schleichen. Die Rechnung haben sie aber ohne mich gemacht. Die dachten wohl, dass ich vor lauter Müdigkeit meine Pflicht vergessen habe. Ich hab die aber genau gehört und sofort Alarm gegeben. Der Shep ist ganz schön erschrocken, weil er so fest geschlafen hat, dass er erst durch mein Bellen aufgewacht ist. Dafür hat er dann doppelt so laut gebellt, damit keiner merkt, dass er seine Pflichten vernachlässigt hat.

Wir sind dann ziemlich früh ins Bett gegangen. Deshalb war ich auch schon um 4 Uhr wieder wach. Die Menschin wollte aber nix mit mir unternehmen und auch nicht nach nebenan gehen um zu gucken ob der Shep schon wach ist. Irgendwann um 6 Uhr rum hat sie mir dann die Balkontür aufgemacht und ich konnte mich damit beschäftigen die Gegend anzugucken und um 7 Uhr sind wir dann endlich aufgestanden und zum Bäcker gegangen.

Nun machen wir uns erstmal einen faulen Tag. Die lange Reise steckt uns allen noch in den Knochen. Die nächsten Tage werde ich sicher wieder einiges zu berichten haben.

 

Viele Grüße,

eure Tiffi

 

Das Bürohimmelbett…

Hallo Menschlinge und Hundefreunde,

ich habe euch ja mal erzählt, dass ich früher dachte, dass alte Decken und Kissen mit ausrangierten Bettbezügen der absolute Oberluxus sei, den ein Hund sich nur ertäumen könnte.

Inzwischen weiß ich es natürlich besser. Zuhause habe ich ein Bett, dass sich sogar an mich erinnern kann (Anmerkung der Menschin: Memoryschaum). Da schläft man wie auf einer Wolke und an zwei Seiten hat es einen schönen Rand, an den ich mich anlehnen oder meinen Kopf drauflegen kann. Das sieht aus wie eine kleine Couch.

Ausserdem habe ich natürlich auch noch meine richtige Couch oben im ersten Stock. Aber da gehe ich nicht mehr so oft hoch. Eigentlich fast gar nicht mehr. Ich bin lieber im Wohnzimmer bei meinen Leuten und meinem erinner-mich-Bett.

Nur in der Arbeit hatte ich immer nur so ein billiges Bett, mit einer ganz dünnen Liegefläche und einem niedrigen Rand und einem unangenehmen rauen Bezug. Gut okay, früher fand ich das Bett ganz gut. Aber da wusste ich ja noch nicht, was es alles tolles gibt. Und immerhin sind die Menschin und ich jeden Tag in der Arbeit und manchmal ganz schön lang.

Also habe ich angefangen, dass Bett zu meiden, auf dem Boden im großen Gruppenraum zu schlafen und oft durch lautes Stöhnen, schwerfälliges Aufstehen und aufdringliches Schauhumpeln auf meine Missstände aufmerksam zu machen… (Anmerkung von Tiffi: Hey, dass habe ich so gar nicht diktiert!)

Vor kurzem klingelte es dann in der Arbeit an der Tür. An sich nichts ungewöhnliches. Da herrscht immer ein großes Kommen und Gehen. Aber die Menschin kam von der Tür nicht mit einem ihrer Klienten zurück, sondern mit einem riesen großen Karton. Das war ganz schön unheimlich. Dann hat sie auch noch gestrahlt und gesagt, dass das für mich ist. Ich hab mich erstmal versteckt und mir das aus sicherer Entfernung dirch den Türspalt angeguckt. Und dann hat sie mein neues Arbeitsbett ausgepackt. Eigentlich ist es eher eine Couch als ein Bett. Die hat hinten und an den Seiten auch eine schöne weiche Lehne, wo ich meinen Kopf drauflegen oder sogar drunterstecken kann. Ausserdem ist unter dem Rand richtig viel Platz für meinen Notfallziemer und Spielsachen und das Schnabeltier. Und die Matratze ist auch mit erinner-mich-Schaum und ganz toll weich. Nur das Fell ist ein bisschen zu warm, jetzt im Sommer. Aber die Menschin hat mir meine Decke so draufgelegt, dass die kalte Seite nach oben liegt und dann geht es schon. Jetzt fühle ich mich nach der Arbeit viel ausgeruhter und liege wieder viel lieber an meinem Platz.

Es sind auch extra alle Kolleginnen in unser Büro gekommen um mein neues Bett anzugucken. Die waren alle ganz schön neidisch, die haben nämlich nur so blöde Bürostühle und so. Ich weiß eh nicht wie die da den ganzen Tag drauf schlafen können. Ich würde das nicht wollen. Aber ich bin ja eh die einzige, die in dem Laden produktiv arbeitet. Die anderen schwätzen nur den ganzen Tag, sprechen in diese kleinen schwarzen Kästen, tippen Zeug in die Flimmerkisten oder verschwinden wer weiß wohin um ein paar Stunden später wieder aufzutauchen. Kennt man ja von den Menschlingen.

Liebe Grüße,

eure Tiffi

 

Ausflug…

Hallo Menschlinge und Hundefreunde,

heute war ein verrückter Tag. Die Menschin und ich sind mit dem Auto zur Arbeit gefahren. Das machen wir sonst eigentlich nie. Und davor waren wir auch nur eine kurze Runde Gassi. Die Höhe war jedoch, dass ich im Kofferraum sitzen musste. Das muss ich niemals. Ich sitze sonst immer auf der Rückbank, auf meiner super Autodecke und kann aus dem Fenster gucken. Der Kofferraum ist so tief, dass ich gar nix sehen kann ausser ein bisschen Himmel. Das fand ich echt nicht okay und habe erstmal versucht ausweichen, als die Menschin gesagt hat, dass ich da einsteigen soll. Ich wollte zu meiner Tür am Auto laufen. Aber sie hat das nicht erlaubt. Ist ganz hart geblieben u d schöießlich habe ich nachgegeben. Toll fand ich das aber nicht. Das kann ich euch sagen.

Bei dem Arbeitsplatz von der Menschin durfte ich dann nichtmal aussteigen. Stattdessen sind alle Kolleginnen und Kollegen zu uns eingestiegen. Wir waren dann 7 Menschen und ein Hund im Auto. So sind wir ganz lange gefahren. Mehr als eine Stunde lang. Als wir endlich angehalten haben sind alle ausgestiegen ausser die Menschin und ich (Anmerkung der Menschin: Ich musste das Auto noch parken.) Ich hatte furchtbare Angst, dass die Menschin mich vergisst, weil sie mich im Kofferraum ja gar nicht sehen kann und habe deshalb versucht über die Lehne auf den Rücksitz zu klettern. Hat aber nicht geklappt. Die Menschin hat mich dann endlich aus dem Auto befreit.

Wir haben dann einen ganz super tollen Spaziergang gemacht. Da war ein Fluß, der über einen Felsen gefallen ist. Die Menschlinge nennen das Wasserfall. Ich habe in dem Fluß unterhalb des Wasserfalls gleich mal meine Pfoten gebadet und ausgiebig von dem kalten Wasser getrunken. Dann sind wir einen ganz tollen Kletterweg rauf. Ich liebe das und bin immer vorweg gedüst. Die Menschin, die ich ja an der Leine hatte, hat ein bisschen gejammert, wegen ihrem Knie, aber da musste sie halt durch. Einmal mussten wir zwischen ganz vielen Kühen durch, die auf dem Weg standen. Das war gar nicht lustig, weil die Kühe immer wieder auf mich zugekommen sind und mich böse angemuht haben. Die Menschin und ich sind flotten Schrittes und mit gesenktem Blick durch. Zu, Glück ist uns nix passiert.

Nach dem Spaziergang sind wir wieder ins Auto gestiegen und nach kurzer Zeit haben wir an einem Restaurant angehalten. Erst saßen wir draußen. Da hat mich immer so ein Dackelwelpe belästigt. Weil der aber so klein war, war mir das ziemlich egal. Dann hat es aber angefangen zu regnen und wir mussten reingehen. Das hieß auch, dass ich unter dem Tisch liegen musste. Das mag ich gar nicht so gerne. Aber die Menschin besteht drauf, weil ich sonst immer den Kellnern vor die Füße gerate… als ob ich das mit Absicht machen würde. Aber alle waren sehr beeindruckt, weil man nämlich, wenn ich unter dem Tisch liege gar nicht mehr merkt, dass ich da bin. Einige Leute haben ganz schön überrascht geguckt als wir gegangen sind und ich plötzlich aufgetaucht bin.

Nach dem Restaurant sind wir wieder nach Hause gefahren. In unserer Stadt sind wir mit den Kollegen noch in ein Café gegangen. Da war ich schon so müde, dass es mir sogar egal war, dass der Kellner zum servieren direkt über mir stand. Wir sind da gerade noch rechtzeitig aufgebrochen. Da hat es nämlich richtig doll angefangen zu regnen und zu gewittern. Die Menschin und ich sind dann ganz schnell zum Auto gerannt. Ich durfte sogar nass wie ich war ohne Decke auf die Rückbank springen und die Menschin ist ebenfalls nass auf den Fahrersitz gehüpft.

Zuhause habe ich dann als Belohnung für den Tag eine schöne Rindernase bekommen und durfte die im Garten knabbern. Da schien nämlich schon wieder die Sonne.

Macht ihr auch manchmal Ausflüge?

Eure Tiffi

Ciao Bello….

Der Sommer ist meine liebste Jahreszeit. Tiffi und ich verlassen um kurz nach 18 Uhr das Büro. Die Sonne scheint, es ist warm, ein Geruch nach Döner, Sonnencreme und Autoabgasen liegt über der Innenstadt. Wie so oft sehe ich ein bisschen wehmütig die Fassaden der schönen alten Häuser an. Unsere Kleinstadt könnte einen so schönen Kern haben, wenn nicht eine Bundesstraße mitten hindurchführen würde. Die kleinen Cafés und die Tische der Restaurants wären viel einladender, würden nicht lange Schlangen von Fahrzeugen vorbeibrausen. Was für eine wunderschöne Fußgängerzone könnte hier vor mir liegen.

Ich lasse mir davon aber die Laune nicht verderben. Ich genieße die wärme auf meiner Haut. Tiffi läuft fröhlich grinsend neben mir. Sie liebt den Feierabend ebenso sehr wie jeder andere auch. Heute ist ein guter Tag. Routiniert und ohne größere Schrecken überqueren wir die erste Ampel und treten die erste Etappe unseres Heimwegs an. Vorbei an Friseuren, Bäckereien, Italienern, Straßencafés und vielen Menschen, die der Sommer auf die Straße treibt.

Wir führen einen kleinen Tanz auf. Weichen hier einem Fahrrad aus, dort einem angebundenem Hund vor dem Drogeriemarkt. Kurz bleiben wir stehen um eine schnatternde Gruppe Teenager passieren zu lassen, die Tiffi verunsichern. Wir weichen nur den schlimmsten Angstfaktoren aus. Dabei lege ich wert darauf, dass es nicht wie eine Flucht wirkt. Tiffi soll sicher sein, dass wir nicht aus Angst ausweichen. Ich würde es auch gar nicht tun, wenn es auf dem engen Gehsteig nicht zu Problemen führen würde, wenn Tiffi panisch vor dem Fahrrad flüchtet und dabei einen Rentner anstößt, sich mitten vor der Gruppe der Teenager auf den Boden wirft oder bei der Flucht vor dem anderen Hund mit einem Kinderwagen kollidiert.

Und dann erreichen wir Tiffis persönliche Fanmeile. Das erste Zungenschnalzen kommt aus dem kleinen Café. „Ciao Bello!“ ruft der italienische Kellner. Ich lächle und Tiffi wedelt ein bisschen. Einige Meter weiter steht ein weiterer Kellner vor dem neuen Griechen und bewacht die Tische auf dem Seitenstreifen neben dem Gehweg. „Kali spera, mein Schatz!“ ruft er Tiffi zu. Wieder mein strahlenstes Lächeln und Tiffis wedeln. Jeden Tag gehen wir entlang. Und Tiffi mit ihrem wunderschönen Äußeren und ihrem schüchternen Lächeln lässt die Herzen höher schlagen.

Kurz hoffe ich, dass der Sommer niemals Enden möge. Das die dunkle Jahreszeit, wenn wir im Dunkeln, geduckt gegen Regen und Schnee diesen Weg gehen noch lange, lange auf sich warten lässt.

Eine ruhige Kugel…

Hallo Menschlinge und Hundefreund,

wir haben uns ein Weilchen nicht gemeldet. Aber bei uns war einiges los.

Die Menschin hat Probleme mit ihrem Knie und der Arzt hat irgendwie keine richtigen Lösungen für sie. Vielleicht sollte sie auch was von dem Pulver Essen, dass mir der Tierarzt verschrieben hat. Meine Pfote ist davon nämlich schon viel besser geworden.

Ausserdem hat die Menschin morgen in der Arbeit TÜV. Da kommt ein Mann und prüft ob der Betrieb richtig läuft und ob die Menschin und ihre Kolleginnen weiterhin Menschen helfen dürfen. Ich hoffe der Mann prüft nicht auch mich als offiziellen Bürohund. Ich mag nicht so gerne von Fremden angefasst werden. Andererseits darf der mich gerne prüfen, wenn ich dann wieder eine entspanntere Menschin bekomme. Im Moment ist die nämlich ganz schön dolle gestresst.

Heute waren wir bei den Nachbarn von der Menschinenmutter. Wir haben da Fußball geguckt. Also ich habe mich eigentlich nur mit der Beagledame Becki bekannt gemacht und dann hinter einem Busch geschlafen. Becki ist klasse. Sie ist selbst für einen Beagle ganz schön klein, weil sie als Baby in einem schrecklichen, dunklen Keller leben musste. Ausserdem ist sie genauso ängstlich wie ich. Aber sie ist auch genauso ruhig wie ich. Wir haben kirz ein bisschen markiert, uns angewedelt und dann hat sch jede von uns um ihre Angelegenheiten gekümmert.

Die Menschin hatte vor dem Spiel ein bisschen Angst, dass ich mich fürchte, wenn Deutschland ein Tor schießt. Tatsächlich war es aber gar nicht schlimm. Alle haben geschimpft und am Ende waren sie ganz ruhig und ein bisschen traurig.

Aber wegen mir können wir dieses Fußball öfter machen. Da kann man schön entspannen und neue Freunde kennen lernen. Also quasi mal eine ruhige Kugel schieben (Anmerkung der Menschin: Wie die deutsche Nationalmannschaft).

Viele Grüße,

Eure Tiffi

 

P.S.: Ich hoffe, dass ich bald wieder regelmäßiger zum Schreiben komme. Ausserdem glaube ich, dass ich eine Lösung gefunden habe, wie ihr euch wieder per Mail über neue Beiträge hier auf dem Blog informieren lassen könnt. Ich werde dies die nächsten Tage ausprobieren.

Briefe eines verlassenen Hundes – Teil 5

Liebe Mama, lieber Papa,

dies ist mein letzter Brief. Die Tante sagt, dass sie in wenigen Stunden zum Flughafen fährt um euch abzuholen. Bald schon seid ihr wieder bei mir und ich freue mich schon so sehr darauf eure Hände auf meinem Fell zu fühlen und eure Stimmen zu hören.

Alles in allem waren die letzten Tage aber gar nicht mal so schlecht. Die Tante hat sich gut um mich gekümmert und die Tiffi war eine angenehme Gesellschaft und hat mich oft davon abgelenkt, dass ihr nicht bei mir wart.

Und gestern Abend kamen Onkel Andy und Tante Steffi vorbei um mich zu trösten und mit mir zu spielen. Das war schön. Die beiden mögen die Tiffi und ich nämlich ganz arg gerne.

Das Wochenende war aber auch ein bisschen anstrengend. Die Tiffi will immer so früh aufstehen und ständig will sie mit mir spielen, wenn ich doch eigentlich nur schlafen mag.

Aber wenn ihr in Zukunft nochmal wegfahren wollt und ich nicht mitkommen kann ist das schon in Ordnung. Nur halt nicht so oft und bitte nicht so lange und am besten fahren wir lieber wieder alle zusammen weg. Das ist schöner. (Anmerkung der Menschin: In sieben Wochen geht dieser Wunsch zum Glück schon in Erfüllung)

Nun werde ich noch ein bisschen schlafen, damit ich ausgeruht bin, wenn ihr kommt. Ich muss euch ja dann alles nochmal ganz genau erzählen.

Viele Grüße und Abschlecker,

euer Shep

Briefe eines verlassenen Hundes – Teil 4

Liebe Mama, lieber Papa,

die Tante sagt, dass wir nur noch einmal schlafen müssen, bis ihr wieder zu mir nach Hause kommt. Ich freu mich schon so sehr auf euch.

Heute haben wir bis um 8 Uhr geschlafen. Ich finde das zwar immer noch ganz schön früh, aber für die Tiffi und die Tante zählt das als ausschlafen. Allerdings hat mir die Tiffi schon um 6 Uhr morgens das erste mal ins Gesicht gepustet um zu gucken ob ich wach bin. Weil ich nicht aufstehen wollte, habe ich mich auf den Rücken gerollt. Da hat die Tiffi dann mein komplettes Bauchfell gereinigt. So sauber wie jetzt war ich glaube ich noch nie.

Wir sind dann erstmal wieder Gassi gegangen. Das ist auch so eine Unsitte von den Beiden. Frühstück gibt es erst nach der Morgenrunde. Das führen wir hier bitte mal gar nicht ein.

Weil ich gestern in der Hundeschule so unglaublich brav war, fand ich das die Tante sich da nicht zu sehr dran gewöhnen muss. Deshalb habe ich bei der Gassirunde einfach nur gemacht was ich gerade wollte. Die hat vielleicht geschimpft. Das war ganz schön lustig. Als unabhängiger Hund muss man schließlich auch klare Grenzen setzen.

Nach der Gassirunde durften Tiffi und ich in den Garten. Da haben wir uns erstmal hingelegt. Erst als die Tante gesagt hat, dass wir jetzt reingehen, haben wir angefangen zu spielen. Das war auch ziemlich witzig.

Trotzdem haben wir dann ein leckeres Frühstück bekommen. Danach ist die Tante für ein paar Stunden weggefahren und wir haben uns richtig gut ausgeschlafen.

Als sie zurück kam haben wir wieder einen Wiener bekommen, die wir im Garten essen durften. Diese Sitte dürfen wir übrigens gerne einführen, wenn ihr wieder nach Hause kommt.

Jetzt gehen wir nochmal eine große Gassirunde und nachher gibt es vielleicht nochmal so ein leckeres Hundeeis mit Leberwurst und Hüttenkäse. Aber nur wenn wir brav sind, sagt die Tante… als ob die uns jemals was abschlagen könnte.

Viele Grüße und Abschlecker,

euer Shep